Datum: 10. Dezember 2019
Position: 14° 46,7′ N; 053 °39,5′ W
Etmal: 122 sm
Wetter: Wind E 5 Bft, Bewölkung 2/8, 1017 hpa, Luft 28°C
von Anna
Moin moin alle zusammen, wir schreiben Dienstag, den 10.12.2019, (nach neuer Zeit) 18:30 Uhr. Vor genau 16 Stunden startete offiziell mein Tag, der um 03:30 Uhr mit einem einigermaßen leisen Wecken begann (Ja, ich weiß, 03:30 + 16 h = 19:30 Uhr, jedoch fand heute um 12:30 eine Zeitumstellung statt). Mit vor Müdigkeit geschwollenen Augen und zerzausten Haaren (ich muss meinem Spitznamen „Struppi“ ja gerecht werden) stolperte ich dann an Deck, wo uns Wache 1 unter Tagestoppsi Lukas empfing (heute leider ohne Kakao). Nach einem sanften „Gude Wacht“ hieß es dann für uns Ausguck und Ruder übernehmen – oder eben in meinem Falle zusammen mit Justus Cookieteig kneten und formen. Während die anderen unsere gude Roald steuerten und verschiedene Schiffe beobachteten, die uns trotz der gefühlten Unendlichkeit des Atlantiks kreuzten, rollten wir Teigkugel für Teigkugel. Rund 150 Stück – 10 Bleche füllten nachher die Kombüse!
Eine Cookieexplosion und 1,5h später gesellten wir uns dann zu unseren Wachkameraden, die entspannt den Sternenhimmel betrachteten. Und das um 06:00 Uhr morgens! Innerhalb der letzten 10 Tage haben wir „eine Stunde gut gefahren“ und das zum 4. Mal auf dieser Reise. Das bedeutete für uns: Zeitumstellung am Nachmittag, die schon seit einigen Wachwechseln angekündigt wurde. Doch bevor wir mit einer „Extrastunde“ belohnt wurden, standen erst einmal Unterricht oder Schlaf nachholen auf dem Programm (ich glaube, wir alle haben gelernt, dass Schlaf wirklich kostbar ist).
Zwei weitere SDG- Vorträge und eine wirklich köstliche Gemüselasagne später (Danke an Jelka, Carlodda und Louis) hieß es dann: „Klar zum Ausräumen, Sortieren und Putzen der Kühllast!“. In einem All-Hands war das aber schnell erledigt, rote Kisten ausgeräumt, Gemüse und Obst aussortiert und geputzt, bis dann mit dem Manöver „langsame zurück“ die nun saubere Kühllast wieder eingeräumt wurde. Nun, 1 h später um 13:30 war es dann plötzlich wieder 12:30, die Zeit wurde zurückgestellt und alle durften ihren Beschäftigungen nachgehen, als hätten sie niemals die Kühllast ausgeräumt. Bedeutete für mich Briggblöcken eine Schönheitsbehandlung zu verpassen und mit Tonki einzuschmieren.
Kaum war das erledigt, waren meine Künste im Türkischen-Bund-Flechten gefragt. Verschiedenen Leuten flocht ich das echt schöne Armband, was allerdings eine ziemlich aufwendige Arbeit ist (wieviele ich schon gemacht habe, weiß ich nicht, ich hab nach all den Aufträgen den Überblick verloren), bis wir um 15:30 Uhr endlich die vielen Cookies essen durften! Um 16:00 Uhr hieß es dann wieder „Gude Wacht“ oder eben „Guden Unterricht“. Die Hälfte unserer Wache verabschiedete sich nämlich zum Physikunterricht mit Laura, den alle von uns ein Stück schlauer wieder verließen. Nach dem Messingpolieren sitze ich jetzt hier und beende nun diese Tagesmeldung, ich muss nämlich auch noch zu Abend essen… Also dann: „Gude Ruh!“
Anna
Ich grüße mal noch meine Familie und Freunde, vermisse euch! <3
Jelka grüßt ihren Freund, ich vermiss dich unglaublich Ami !
Luki grüßt seine Familie
Simon grüßt alle seine Freunde und Familie. Ich vermisse dich Emma. <3
Isa grüßt Mirko, Lisa, Thomas und ihre WG in Leipzig!!
Es war 7:40 Uhr, als wir aus unseren Kojen purzelten und zum Frühstück stolperten. Man merke an, dass wir um 7 Uhr geweckt wurden, aber wie jeden Tag immer noch eine halbe Stunde länger liegen geblieben sind, bis Tjorven kam und uns nochmal nachgeweckt hat, weil wir mal wieder eingepennt waren. Also stopfen wir uns schnell zwei Brote in den Mund und kommen kauend gerade noch mehr oder weniger rechtzeitig zum Wachwechsel um 8:00 Uhr. (: Das klappt aber immer nur, wenn wir auch vormittags Unterricht haben, weil wir dann eine halbe Stunde Zeit haben zwischen Wachwechsel und Unterrichtsbeginn. Zähne werden also ausnahmsweise erst nach dem Wachwechsel geputzt, Hausaufgaben noch schnell erledigt und die Haare kurz vorm Unterricht gestriegelt.
Zu unser aller Freude gab’s selbstgemachtes Eis von Verena und Tobi, das für uns sehr erfrischend war, da wir schon davor drei Stunden Hausaufgaben gemacht haben und unsere Kolumne vorbereitet haben, die unsere Köpfe diese Woche noch zum Rauchen bringen wird. Auf dem halb frisch geputzten Kammerboden liegend haben wir dann ein bisschen weitergeackert, Tagebucheinträge der letzten Woche nachgeholt und an zu Hause, Weihnachten und den Führerschein, der uns erwartet, wenn wir zurück sind, gedacht. Jetzt müssen wir noch schnell zu Abend essen, um dann pünktlich nach dem Serienabend wieder beim Wachwechsel zu stehen. Unsere Stimmung und Laune hat trotz des vermeintlich anstrengenden Tages nicht gelitten und wir freuen uns auf die Nachtwache, in der wir heute etwas über die griechische Mythologie und Sternbilder erfahren werden und natürlich darf auch der „ Karl der Käfer“- Song mal wieder nicht fehlen. Liebe Grüße,