Von Schiffsinstandhaltung und Kontaktinstandhaltung

Datum: 11. März 2020
Position: Bermuda
Wetter: sonnig
Etmal: –
Von Maya
 

„Liebe Kammer acht es ist jetzt sieben Uhr und in einer halben Stunde gibt es Frühstück. Bitte aufwachen, es gibt sogar Pfannkuchen zum Frühstück!“ so oder so ähnlich wurden meine Kammer-Mitbewohnerinnen und ich heute Morgen, von einer sehr fröhlichen Jelka geweckt. Gestern Abend war ich leider nicht so rechtzeitig, wie es ratsam gewesen wäre im Bett, weswegen ich prompt noch eine Weile liegen geblieben bin. Dankenswerterweise kam Jelka dann noch ein zweites Mal um halb als es dann wirklich Essen gab. Daraufhin brauchte ich ca. eine Minute mich anzuziehen und aus meiner Koje zu purzeln. An Deck angekommen habe ich dann sogar noch die Essensglocke mitbekommen und als eine der ersten einen sehr leckeren Pfannkuchen ergattert. Am Vormittag wurden wir dann aufgeteilt, eine Gruppe hat sich auf die anstehenden Klausuren vorbereitet und die andere Hälfte hat bei der Schiffsinstandhaltung geholfen.

Es wurden Blöcke ausgewechselt und Brassen gelabsalt. Wir hatten wunderschönen Sonnenschein, eine gute Stimmung an Deck, jeder ist in Kleingruppen seinen Aufgaben nachgegangen und es hat einfach Spaß gemacht, so das die Meisten, als wir nach dem  Mittagessen in die Messe sollten, lieber noch weiter gemacht hätten. Nach einem Kakao und Butterkeksen ging es dann an die Kontaktinstandhaltung eine formelle Bezeichnung dafür, dass wir Freizeit hatten und fast alle diese damit verbrachten zu telefonieren. Für mich war dieser Kontakt mit meinen Liebsten zuhause dieses Mal besonders schön, da ich nach dem letzten Törn, den ich zum größten Teil krank in meiner Koje verbracht habe, einfach mal die vertrauten Stimmen gebraucht habe. Aus den Reaktionen manch´ Anderer war zu lesen, dass auch sie sich sehr gefreut haben alle Neuigkeiten von zu Hause zu erfahren. Es ist einfach wunderbar zu wissen, dass es zu Hause oder irgendwo da draußen in der Welt jemanden gibt der einen liebt! Dieses Gefühl wünsche ich jedem von euch!
Maya

P.S.: Danke an die Backschaft!!! Für ein fantastisches Barbeque und einen super leckeren Nachtisch, die leider beide in dieser Tagesmeldung zu kurz kommen.
Liebe Grüße an meinen Papa, wir telefonieren beim  nächsten Mal wieder!
Liebe Grüße von Nina an alle, die sie nicht erreicht hat!
Phil grüßt ganz doll seine Familie und Freunde!!
Ilka grüßt ihre Familie und Freunde!
Carlotti grüßt ganz dolle ihre familiy und ihre friends zu Hause! Hab euch lieb!
HRMPH!
Bene grüßt Maria, Happy Birthday!!!
Felix grüßt seine ganze Fam und hofft es ist alles budda im Kudda!

Bermuda

Datum: 10. März 2020
Position: St. George’s/Bermuda
Etmal: –
Wetter: –
von Jelka, Dani & Uli

Liebe HSHS-Eltern, wir melden uns als erfrischte Crew der High Seas Highschool an Bord der Brigg Roald Amundsen bei euch. Soeben haben wir sehr gut den Hafen von St. George’s/Bermuda erreicht und liegen nun fest neben der Thor Heyerdahl im Hafen. Mit einer ordentlichen Prise Seeluft in unserem Haar erinnern wir uns an die warmen, sommerlichen Temperaturen in Kuba, die wir nun wahrscheinlich vorerst hinter uns gelassen haben.

Es liegen ein paar spannende Tage hinter uns, von denen wir euch gern einen kleinen Eindruck mit dieser Mail (und den darin enthaltenen Fotos 😊) geben wollen. Mit dem Rückzug auf unser Schiff, die Roald, die uns samt neuer, sowie alter Stammcrew im Hafen von Havanna erwartete, schlossen wir die letzte längere Etappe an Land ab. Kuba hinterließ bei uns einen bleibenden Eindruck – leider nicht nur kultureller Natur. Einige Mitglieder unserer HSHS-Familie kamen erschöpft und zum Teil mit Erkältungs- und Magenbeschwerden wieder an Bord.

Mit dem Auslaufen aus dem Hafen galt es nun, auch während der Überfahrt zu den Bermudas, vor allem die Gesundheit und Genesung der Jugendlichen in den Fokus zu nehmen. Durch die großartige Zusammenarbeit aller (gesunder) Erwachsenen und die tatkräftige Unterstützung der (gesunden) Jugendlichen, konnten wir nach einigen Tagen wieder in den herkömmlichen Bordbetrieb übergehen. Mit Blick auf die kommenden Wochen wurde dieser so gestaltet, dass möglichst gut der Unterricht und das seemännische Lernen an Bord verflochten wurden. Mittlerweile sind, bis auf Einzelfälle, alle an Bord wieder gesund.

Die nautische Ausbildung eurer Kinder geht jetzt einen Schritt weiter. Unter der Anleitung der ersten Steuerfrau Conni Rothkegel wurden zusätzliche Lerneinheiten zur Einführung in die Nautik, zuerst für interessierte Schüler*innen, dann immer mehr auch für die gesamte HSHS-Crew durchgeführt. Jetzt geht es nämlich ans Angemachte und die Jugendlichen übernehmen immer mehr verantwortungsvolle Posten im Bordalltag unter Anleitung der Stammcrew.

Der Unterricht unserer Lehrer*innen orientierte sich thematisch an der Aufarbeitung der vergangenen Landetappe und hat außerdem auf die Klausuren und Klausurersatzleistungen vorbereitet, die noch von den Jugendlichen erbracht werden müssen.

Wir planen nun, einige Tage hier in St. George’s zu bleiben und zum einen bei bestem Hochdruckwetter ein gutes Fenster für die Überfahrt nach Horta abzupassen und zum anderen mit Ruhe die schulischen Leistungen unserer High Seas High School abzuschließen. Das Landprogramm sieht vor, einige Aspekte der Inselgruppe zu erkunden und nach Möglichkeit mit anderen Gruppen vor Ort in Kontakt zu treten. Erholt wollen wir uns dann der zweiten Atlantiküberquerung widmen, die uns schon ein ganzes Stück näher an die Heimat und nach Europa führen wird.

Morgen werden sich sicherlich im Laufe des Tages eure Kinder telefonisch bei euch melden 😊. Fair Winds und ganz liebe Grüße von Bord der Roald Amundsen aus dem High Seas High School Projekt.

Dani, HSHS-Projektleitung an Bord,
Uli Kapitän
und Jelka, Schülersprecherin


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Bilder von der Überfahrt von Cuba zu den Bermudas (St. George’s)