Datum: 15. Februar 2020
Position: Kuba
Etmal: –
Wetter: –
von Luisa
Ein Hauch von Kuba versteckte sich plötzlich an allen Ecken und Enden der Roald: ein Ché Guevara auf der Infotafel, gehisste Kuba-Flaggen, Buena Vista Social Club-Klänge aus der Messe, Unterrichtstage rund um Kuba, Landaufenthalt-Briefings an Deck, „Hasta la victoria siempre“ im Spanischunterricht oder Kuba-Reiseführer, die von Hand zu Hand gehen… Wir bereiten uns vor auf ein Land voll von Geschichte, Kultur und Attraktionen. Inwieweit hat das Handelsembargo Auswirkungen auf das Alltagsleben der Kubaner? Hat sich die Lage Kubas seit Trump verschlechtert? Und: Wie ist das politisch-sozialistische System eigentlich genau aufgebaut? Wir bringen einen Rucksack voll Fragen und Erwartungen mit. Und dann sind wir plötzlich da und einem wird mal wieder bewusst, dass, egal, wie lange und gut man sich auch vorbereiten mag – da sein, selber sehen, riechen, hören ist nochmal was ganz anderes…
Am 15. Februar bewegt sich die Roald langsam auf die Küste Kubas zu. Alles ist an Deck; wie immer in Vorbereitungen auf Anlanden und Einklarieren. Von Weitem sieht man schon die Skyline von Havanna. Niemals hätten wir mit so viel modernen Gebäuden und Hochhäusern gerechnet. Ein paar Minuten später gleiten wir an Habana Vieja vorbei. Bunte Häuser, verfallene Fassaden, Denkmäler und Oldtimer in allen Formen und Farben, die sich erstaunlich wendig durch die Straßen schieben. So hatten wir uns die Stadt schon eher vorgestellt. Dann biegen wir in einen kleinen Kanal und können uns schwer entscheiden, ob wir backbord eine eindrucksvolle Festung der Spanier oder steuerbord weiter die Altstadt bestaunen wollen, bevor wir kurze Zeit später unseren Liegeplatz erreichen.
Nun stehen erstmal Behördengänge, Gesundheitskontrollen, Packen und natürlich ein großes Großreinschiff auf dem Programm. Zudem steht die Kombüse in Vorbereitungen auf den bunten Abend mal wieder nicht still (man munkelt, es soll ein kaltes Buffet geben und der Zimtgeruch könnte auf einen leckeren Nachtisch hinweisen…). Nach einem sehr schönen Abend an Deck mit leckerstem Speis und Trank, Spielen, Liedern über den täglichen Kuchen der 0-4-Wache und einer Diashow mit Fotos der bisherigen Reise, fallen wir sehr zufrieden mit vielen Erinnerungen im Kopf und Vorfreude im Bauch in die Hängematten und Kojen. Habana Vieja ist nur ein paar Meter von uns entfernt und ruft danach, entdeckt zu werden.
Alles Liebe von Luisa

Auf Grund einiger Pärchen hier an Bord war der Valentinstag natürlich etwas gaaaaaaaaaaaaaaanz Besonderes. Mit Lara und Phillippe G in der Backschaft waren die Suppe und die Süßkartoffeln etwas versalzen*, aber sonst haben wir vom Valentinstag nicht so viel gemerkt. Stattdessen haben wir die mobile Feuerlöschpumpe mal wieder aus ihrem Keller geholt, um damit das Deck von Kreidemalereien zu befreien, nach einigen Startschwierigkeiten lief die Pumpe einwandfrei. Mit 1.7 Knoten dümpelten wir weiter, mit Highspeed nach Havanna…
Ach, aber es war alles halb so schlimm und irgendwie ist es dann doch krass, wenn man seine Klausur irgendwo in der Karibischen See vor Cuba schreibt, während man auf’s Meer schaut und kämpft, dass die Blätter nicht alle über Bord geweht werden. Nach der Klausur ging dann der nächste aufregende Act los: Expi-Gruppen-Auslosung für Cuba! Als sich dann alle Gruppen gefunden hatten und ein bisschen in ihren zugeteilten Abteilen aus Kreide gekuschelt hatten, ließen wir den Tag mit Tonkie- und Streicharbeiten ausklingen. Besonders heute: Das (viel zu doll im Weg stehende) Spill hat auch mal seinen wohlverdienten Neuanstrich bekommen. Gleich probt nochmal unser Bordchor, um unser Repertoire für unsere Ankunft in Emden aufzubessern. Immer ein schöner Abschluss für einen so ereignisreichen Tag! Morgen erwartet uns dann ein Großreinschiff, das bestimmt eine schwitzige Angelegenheit wird. Bis denne, Antenne und Gude Ruh