Tonkie in der Flaute

Datum: 26. November 2019
Position: 24°38,9’ N, 023°54,1′ W
Etmal: 63 sm
Wetter: Wind E 1-2Bft, Bewölkung 1/8, Druck 1020 hpa, Luft 27°C
von Simon (Stammcrew)

Hallo liebe Freunde des Segelsports, heute begann unser Tag um 0:00 Uhr mit dem Wachwechsel. Die Wache kam an Bord und wurde mit einem wunderschönen Sternenkino überrascht. Apropos Kino, gestern hatten wir „Movie Monday“ und so schauten wir „Master and Comander“ auf unserem Großstengestagsegel. Es war ein sehr schöner Abend. Wir lagen oder saßen an Deck und entspannten bei diesem Film. In der Mitte des Filmes wurden sogar Chips serviert. Ganz wie im Kino wenn einer durch die Reihen geht und fragt: „Will noch jemand ein Eis oder ähnliches?“ Leider hatten wir an Bord keinen Platz für Eis, aber dennoch konnten wir uns mit Dingen aus dem Konsum den Abend noch weiter versüßen.

In der 0-4 Wache haben wir nicht arg viel machen können. Dennoch haben wir uns Programm überlegt. So kletterten wir zum Beispiel zu Übungszwecken ins Rigg. Oder ein anderer Punkt unserer nächtlichen Wache war es, über das Mann über Bord Manöver zu reden. Wir erklärten die Schritte wie eine Person geborgen wird und redeten über unsere Rettungsmittel, die sich bei uns an Bord befinden. Nach vier Stunden Wache freuten wir uns auf unsere Koje um noch ein wenig Schlaf zu finden.

Für die Schüler begann heute der Tag um 10:30 Uhr mit den ersten Vorträgen zu Zielen für Nachhaltige Entwicklung/Agenda 2030. Für die Stammcrew fand während dieser Zeit ebenfalls ein Treffen statt, um über den Tagesablauf und sonstige Themen zu sprechen, die so angefallen sind. Danach hieß es wieder „Schiffserhalt“. Zurzeit ist unser großes Projekt die Nagelbänke zu „tonkien“. Das heißt alle Tampen sind von der Nagelbank runter. Doch das ist kein Problem, denn wir fahren gerade unter Vollzeug. Die einzigen Segel die wir nicht gesetzt haben, sind das Briggsegel und das Royalstengestag. Somit konnten wir die Tampen mit Zeisern hochbinden. Die „Elite Backschaft“ (Jelka, Emma, Lukas) brachte uns gekühlte Wassermelone, was uns alle sehr erfrischt hat, denn heute war es sehr sehr warm. Was ja auch klar ist, denn wir fahren in den Süden. Wir trieben heute bei unglaublichen 0,8 Knoten in Richtung unseres Zieles Martinique. Wir hoffen alle auf mehr Wind die nächsten Tage. Doch ebenso ist es einfach mal schön den Horizont zu betrachten der ganz ruhig in der Ferne liegt, mit der spiegelglatten Oberfläche.

Den Rest des Tages habe ich dann in der Kombüse verbracht und half dem Backschaftsteam das Abendessen vorzubereiten. Sie hätten das auch locker ohne meine Hilfe geschafft, aber ich genoss die Zeit in der Kombüse, da dort Musik gehört werden darf. Wir hatten viel Spaß zusammen und waren mit dem Essen sogar früher als nötig fertig. So konnten wir pünktlich um 18:00 Uhr zum Essen läuten. Es gab ofenfeines Kartoffelpüree an cremigem Joghurtdressing. Dazu gab es eine deliziös gefüllte Wurst- und Käseplatte, die mit Gemüse verfeinert wurde. Nach diesem wunderbaren Tag an Deck dieses schönen Segelschiffes freuen wir uns auf unsere Koje und hoffen, dass der Tag morgen ebenfalls so schön und erlebnisreich wird wie der heutige. Ich wünsche euch allen eine Goude Ruh,
euer Simon

Grüße:
Simon wünscht Lisa alles Gute zum Geburtstag, und grüßt alle seine Freunde, die Zuhause sind. Emma ich liebe dich.<3
Jelka grüßt ihre Familie und ihren Schatz!
Tamara grüßt Larissa und Anna
Ich hoffe der Schafberg steht noch, ich habe es akzeptiert. Liebe Grüße.
Hrmph!!!

Vormittagsbackschaft und viele Fragen

Datum: 25. November 2019
Position: 24°38,9 N; 023°54,1′ W
Etmal: 93 sm
Wetter: Wind ENE 3-4 Bft, Bewölkung 2/8, 1021 hpa, Luft 25°C
von Justus

Liebe Leser*innen, der heutige Tag begann für mich recht spät, nämlich erst um 5:45! Zwar hatte ich mich so langsam an das frühe Aufstehen gewöhnt, aber es war trotzdem schön ein bisschen „auszuschlafen“. Und so „ausgeschlafen“ wie man nach sieben Stunden Schlaf halt ist, ging es ab in die Kombüse: Vormittagsbackschaft zusammen mit Tobias und Tamara. Wir haben jetzt schon das zweite Mal zusammen Backschaft und sind daher so langsam ein eingespieltes Team. Fast schon automatisch teilten wir uns auf, um so möglichst effizient und pünktlich das Frühstück zuzubereiten. Die Brötchen ab in den Ofen und los ging’s mit Obstsalat schnibbeln, Wurst- und Käse-Teller belegen und Brot schneiden. Zur Freude aller war noch etwas vom gestrigem “Armer Ritter“ da, sodass wir dies in einer Pfanne aufwärmten und zum Frühstück servierten. Während unter uns alle Stück für Stück eintrudelten, gingen unsere Gedanken schon weiter zum Mittagessen.

Auf dem Plan steht für heute Auberginen-Zucchini-Feta-Reis-Auflauf… klingt lecker. Aber wie macht man das für 44 Personen? Keine Bange! Rettung naht! Luisa ist gerade aufgestanden und steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Wie viele Auberginen und Zucchini brauchen wir? Wie viel Reis? Wie war nochmal das Verhältnis von Reis zu Wasser? Welche Soße und wie wird sie gewürzt? Nachdem der Ansturm an Fragen beendet war und alles für den Anfang geklärt, fingen wir an mit den Vorbereitungen. Wir brauchten grob einen Eimer voll mit Gemüse. Also fingen wir schnell an, denn was schon getan ist, kann man nicht mehr vergeigen (Ich glaube ich muss hier nicht weiter erläutern was beim Schneiden alles schief gehen kann). Während oben noch geschnitten wurde, musste unten schon mit dem Abbacken angefangen werden, da um 8:30 Uhr der Unterricht beginnen sollte.

Zum Glück ist man zu dritt in der Backschaft, sodass alle Arbeiten gleichzeitig erledigt werden können. Tobi hat sich der Aufgabe „Reis“ gestellt und mit Messbecher, Topf, Wasser und einem Sack Reis machte er sich an die Arbeit. Unsere anfängliche Maßeinheit „Gläser“ wurde schnell zu Litern umgewandelt. Am Ende haben wir uns auf zwei Töpfe mit insgesamt 10l Wasser und dementsprechend 5l Reis geeinigt, also insgesamt 5 Kilogramm Reis (Tobi sagt das kann man nicht eins zu eins umrechnen, da Wasser und Reis nicht gleich schwer sind, aber das ist mir jetzt egal). Um Punkt neun Uhr stand der Reis auf dem Herd und der Bräter wurde angeschmissen, um das Gemüse zu dünsten. Ich kürze jetzt hier ein wenig, da eine genaueste Beschreibung der Backschaftsaufgaben an dieser Stelle einfach den Rahmen sprengen würde. Nur noch dies: Tomatensoße dazu, würzen, danach schichten und ganz viel Feta drauf 🙂 , ab in den Ofen und die kurze Pause genießen. Allerdings war die Pause sehr kurz, da wir um 10:30 Uhr eine Besprechung zu den SDG Vorträgen hatten, die jetzt jeden Tag gehalten werden. Danach knurrten auch schon die Mägen mancher und immer häufiger kam die Frage „Was gibt’s denn heute?“ auf.

Um 11:30 Uhr kam auf schon der erste Schwung hungriger Seefahrer*innen und danach gingen eigentlich durchgehend volle Teller aus der Kombüse raus. Kein Wunder also, dass die Zeit bis um 12:30 Uhr wie im Flug verging. Mit dem Lied „Glorious“ von Macklemore noch in den Ohren, war unsere Backschaft auch schon vorbei und wir konnten nach getaner Arbeit endlich duschen gehen. Nach einer (echt nötigen) erfrischenden Dusche wurde es Zeit für Hausaufgaben und das Nachholen der versäumten Unterrichtsstunde. Und jetzt ist auch das erledigt und ich hab gleich nochmal Zeit, um mich vor der Wache nochmal hinzulegen oder an Deck die Sonne zu genießen. Ich freue mich schon auf den heutigen Sonnenuntergang und auf den wunderschönen Sternenhimmel. Ganz besonders, freut mich, dass ich mittlerweile viele Sternenbilder erkennen kann und nicht mehr nur den Nordstern. Nach der Wache werde ich wahrscheinlich hundemüde aber glücklich ins Bett fallen und augenblicklich einschlafen. Mal sehen, was der morgige Tag bringt.
Euer Justus

Grüße:
Ich grüße meine Familie. Fühlt euch ganz doll geknuddelt und schmust mit den Katzen und Bailey für mich. Hab dich lieb Mumy, halt die Ohren steif in Oldenburg 🙂
Caro grüßt Familie und Freunde. sss