Wieder festen Boden unter den Füßen!

Datum: 15. Oktober 2018
Position: 53° 022′ N, 003° 18,8′ E
Etmal: 122 sm
Wetter: bedeckt, 17°C, Wind N/NE, 3-4 Bft
von Aaron

Nachdem wir nun zwei Tage auf der Nordsee rumgeschippert sind, hatten wir heute Nacht starken Seegang. Sehr unerwartet herrschte deshalb eine gewisse Weltuntergangsstimmung unter der Schülerschaft, die durch die um sich greifende Seekrankheit verursacht wurde. Mitten in der Nacht hatte unser Steuermann Fred leider einen kleinen Unfall, weshalb wir einen spontanen Stopp in Holland einplanen mussten, damit Fred medizinisch versorgt werden konnte. Abends erreichten wir hierfür den Hafen in Ijmuiden, nicht weit entfernt von Rotterdam.

Wir legten gekonnt an und direkt am Hafen wartete bereits ein ärztliches Versorgungsteam auf unseren dritten Steuermann. Leider wurde Fred zur Untersuchung mitgenommen und wir müssen wohl ohne ihn bis nach Teneriffa segeln. Bevor der Hafenwachdienst begann, saßen wir noch alle nett kurz zusammen und haben die vergangenen ersten Tage Revue passieren lassen. Voraussichtlich werden wir wohl noch bis morgen hier liegen und vielleicht erlaubt uns der Kapitän ja auch noch Landgang 😉 Grüße an meine Familie, meinen Hund & den Staubsaugprofi Johanna (i.A)
Aaron

Erster kompletter Tag auf dem Schiff

Datum: 14. Oktober 2018
Position: 54° 10,9′ N, 005° 49,8′ E
Etmal: 127 sm
Wetter: sonnig, 17,5°C, Wind SE 3 Bft.
von Lehan

Heute ist ein schöner Tag: der erste komplette Tag auf dem Schiff. Ich bin in der B-Wache, dies bedeutet, dass ich heute von 8 bis 12 und von 19 bis 23 Wachdienst habe. Der erste Wachdienst ist sehr interessant, aber auch anstrengend. Die sogenannte Position „Flöte“ (Bereitschaft) entfällt, was bedeutet, dass ich zwischen den einzelnen Verantwortlichkeiten des Wachdienstes keine Pause habe.

Außer der Position der Flöte gibt es noch vier weitere Positionen innerhalb des rotierenden Wachsystems: Ausguck halten (jeweils an Backboard und an Steuerboard), in der Brücke Wetter, Wind und Position dokumentieren und Ruder gehen. Für mich ist der Rudergang das Schwierigste. In dieser Position bin ich für die Richtung des Schiffes verantwortlich und ich finde es nicht immer einfach, den Kurs richtig zu halten.

Ungefähr um 21:00 Uhr gibt es ein „All Hands“, was bedeutet, dass alle auf dem Deck beim Segelbergen mit anpacken müssen. Gegen Abend kommen hohe Wellen auf und der Seegang bekommt noch nicht allen so gut. Doch ich bin zuversichtlich, dass unsere Seebeine mit jedem Tag ein Stückchen wachsen. Liebe Grüße gen Land!
Lehan