La Gamba

Datum: 21. Januar 2020
Position: Tropenstation La Gamba
Etmal: –
Wetter: k. A.
von Mika

Heute Morgen hieß es erneut: Aufbruch! Um halb neun trafen wir uns alle mit Sack und Pack in „Dorfmitte“, zwischen den beiden zentralen Pulperias, fläzten uns auf die großen, sich dort befindenden Steine und warteten auf den Bus, in der Hoffnung, dass sich die Situation in Shelter Bay (der Bus kam einige Stunden zu spät) nicht wiederholen wird. Der Abschied verlief zuvor bei einigen wohl unter Tränen – schweren Herzens gaben die Gastfamilien ihre Gastsöhne und -töchter wieder her, da man lernte, sich zu mögen und miteinander auszukommen. Bei mir haben wir „Adios“ gesagt, gewunken und sind sehr unspannend mit vollem, schweren Gepäck bergauf durch das halbe Dorf gelatscht. Als die beiden Busse kamen, natürlich fashionable late, räumten wir alles ein, nahmen auf den Sitz mit, was wir brauchten (Musik, Kekse, Wasser, etc…) und begannen die 3stündige Fahrt nach La Gamba. Sie war erträglich.

In der Tropenstation angekommen luden wir unser Gepäck aus, wurden begrüßt, erkundeten das Gelände (Fazit: Grün und cool!), wurden dann in die Zimmer eingeteilt und dann anschließend noch einmal ordentlich rumgeführt – von Jonathan, dem Zivi der hier für uns zuständig ist. Im Anschluss machten einige eine kleine erste Wanderung durch die Natur mit. Die anderen (so auch ich) bleiben zurück, lasen oder vertrieben sich die Zeit mit dem Aufspannen der Hängematten. Nach einer halben Stunde, die Wanderer waren inzwischen wieder da, erfuhren wir, warum der Regenwald so heißt, wie er heißt: Es regnete Lieferwagen. Lange. Abends gingen wir dann an die Computer, die wir nutzen dürfen und recherchierten für die Expis. Zwischendurch hatten wir noch die Gelegenheit, einer Waschbärfamilie zuzuschauen. Irgendwann gingen wir dann alle zu Bett, denn am nächsten Morgen heißt es um 5:00 Uhr schon wieder: Aufstehen zur Dschungeltour!

Am nächsten Morgen sind wir nach dem Frühstück mit den ersten Sonnenstrahlen um 6:00 Uhr aufgebrochen. Es ging eine ganze Weile lang bergauf, es war heiß und schwül und ich bereute sehr schnell, mein Kurt-Cobain T-Shirt angezogen zu haben. Hätte ich doch nur etwas gründlicher über die Kleidung nachgedacht… Doch genau diese Umstände haben die Wanderung so toll gemacht. Wir sahen eine äußerst schöne Natur, hohe und breite Pflanzen, die uns fremd waren, und Tiere, die wir in freier Wildbahn noch nicht gesehen hatten. Die Wanderung machte Spaß und war wegen der beeindruckenden Umgebung sehr abwechslungsreich und schön. Teilweise erinnerte mich die Kulisse des Nebels in den Hügeln des Dschungels an grüne Wellen.

Nach einer Stunde kamen wir an einen Fluss, bei dem wir unser festes Schuhwerk gegen Sandalen und Flipflops tauschten um ihn flussaufwärts zu waten, während wir in der jährlichen Hauptversammlung aller Ameisenvölker dieses Waldes standen, was diese gar nicht freute und uns noch weniger gefiel. Der Fluss war dann eine schöne Abkühlung, bei der wir einige Affen sahen, welche sich über den Fluss schwangen, und bei der wir durch sehr viele Kaulquappen-Schwärme gingen. Ansonsten haben wir den Wald von einer sehr interessanten Perspektive betrachtet, nämlich vom Fluss aus, also von sehr weit unten. Als wir den Fluss durchquer hatten, gelangten wir in den Nationalpark, ruhten uns kurz aus und liefen anschließend tief in den Nationalpark hinein. Vorbei an Ameisenstraßen und dem ein oder anderen Tier, wie z.B. Ameisenbären, und sahen auch einmal einen Baum direkt auf dem Weg, welchen jede andere Betitelung außer „Urwaldriese“ aus meiner Sicht beleidigen würde. Minutenlang saßen wir davor, glotzten hoch, staunten und setzen uns auf ein paar seiner massiven Wurzeln.

Von nun an ging es bergauf. Das ist in diesen klimatischen Zonen noch anstrengender als sonst schon, weshalb sich auch eher verhalten darüber gefreut wurde. Zwischendurch erblickten wir auch das Meer (den Pazifik) und freuten uns schon auf das Bad in ihm. Ab und zu sahen wir sehr schöne, blaue Schmetterlinge, wie auch Spinnen, für deren Netze Tobi und ich mit unseren Gesichtern Minenräumungskommando spielten. Gelegentlich rutschten wir auf dem nassen Boden aus. Größere Tiere erblickten wir leider nicht mehr, weil der Großteil der Gruppe sich sehr heiter durch den Wald bewegte. Irgendwann kamen wir an einen geraden, trockenen, steinernen Flussabschnitt, an dem wir hoch oben in den Baumkronen einen rot-gelb-blauen Papageien sahen. Vom Flussbett ging es an einen Strand, an dem wir badend auf zwei Motorboote warteten, die uns dort abholen sollten. Nebenbei aßen wir noch Kokosnüsse und gruben Louis ein, wie an einem richtigen Strand, allerdings mit Kieselsteinen, in denen sich wohl auch Ameisen befanden. Irgendwann kamen dann auch die Boote, die uns am Steg von Golfito wieder absetzten. Hier gab es auch einen Supermercado. Auf dem Steg saß ein kleiner Mann ohne Haare, braungebrannt, der, als wir an ihm vorübergingen, uns Spitznamen oder eine Ghettofaust gab (Jannis nannte er treffenderweise „Harry Potter“ und mich „Tarzan“). Im Supermarkt deckten wir uns dann mit Süßigkeiten ein, die wir beim Warten auf die Taxis verspeisten. Die Rückfahrt mit Taxis dauerte nicht allzu lange und als wir wieder da waren hieß es erst einmal: Entspannen!

Das Abendessen bekamen wir zum Glück noch mit und als wir fertig waren, recherchierten wir für die Expis, vertrieben und anderweitig die Zeit, oder wohnten einer lustigen und informativen Runde zu Fröschen und Schlangen bei, die der Biologe und „wandelndes Lexikon“ Kai aus Österreich leitete. Er zeigte uns einen Frosch, erklärte einiges zu seiner Person und Fröschen im Allgemeinen und ließ ihn uns auch abwechselnd halten. Der Frosch sprang einigen ins Gesicht oder sogar der Lara auf den iPod, was ein ungewolltes Selfie auslöste. Dann zeigte Kai uns zwei Schlangen, die wir auch halten durften, und erklärte uns einiges zu ihnen und von seinen Erfahrungen mit Schlangen. Einiges davon war echt witzig, anderes sehr erstaunlich. Ins Bett gingen wir relativ spät, weil es am nächsten Morgen erst um 7:00 Uhr Frühstück geben sollte.

Ich grüße meine Verwandten, meine Eltern und Jan, Moritz, Nanke, Luke, Tom und alle anderen Freunde. Außerdem tut es mir Leid, wenn ich nicht zu Geburtstagen grüße, aber ich kann sie mir einfach nicht merken. Sorry!
Mika

Die Zuckerrohrernte

Datum: 15. Januar 2020
Position: Longo Mai, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: k. A.
von Mika

Heute durften wir bereit um 05.00 Uhr aufstehen, um halb sechs frühstücken und um 06.00 Uhr mit langer Kleidung von Verpflegung im Park bereitstehen, denn heute ging es darum, das Ernten von Zuckerrohr zu erlernen. Dafür bekam dann auch jeder eine Machete – frisch geschliffen. Gezeigt und erklärt wurde alles von Aino, der glücklicherweise Deutsch spricht. Er führte uns dann also auf das abzuerntende Feld, erklärte uns, welche Bedeutung das Zuckerrohr aktuell für Longo Mai hat und zeigte uns anschließend, wie wir genau das Zuckerrohr abernten sollten: Mit der Machete auf Bodenhöhe vertikal abschlagen und dann den Teil, bei dem die Blätter zu wachsen beginnen ebenfalls vertikal abschlagen. Das fertig bearbeitete Zuckerrohr sollten wir dann auf das Feld legen, sodass man es leicht aufheben und zu einem der Anhänger tragen konnte.

Eigentlich eine sehr simple Arbeit, allerdings auch eine schweißtreibende und anstrengende – und mit einem Haufen Macheten schwingender Deppen, wie uns, auch nicht ganz ungefährlich 😉 . Zumindest war hier äußerste Vorsicht geboten! Es machte einigen viel Spaß. Immer wieder nahm die Gruppe aber auch Pausen am Rande des Feldes ein, um etwas zu trinken. Ich merkte, dass man sich beim Abernten des Zuckerrohrs auch sehr dreckig machen kann. Das fiel mir ganz besonders dann auf, als ich die ersten Schornsteinfeger-Witze hörte. Um halb elf sammelten wir uns dann wieder. Diejenigen, die noch Lust hatten (fast alle), wurden von Aino auf ein zweites Feld geführt, auf welchem weiter bei der Ernte unterstützt werden konnte.

Als es dann 12.15 Uhr war, machten wir uns dann langsam auf den Rückweg. Louis sammelte dann noch Adrians Machete ein, die er vergessen hatte und wir stießen wieder zu den anderen auf dem ersten Feld, um ein authentisches Gruppenfoto nach getaner Arbeit zu machen. Dann begaben wir uns bei brüllender Hitze auf den Rückweg – durch den Wald und an den Fluss. In diesen stürzten sich dann auch einige mitsamt der verdreckten Kleidung hinein. Nach dieser Erfrischung gab es Mittagessen, danach noch etwas Badespaß und generell viele freie Zeit zum Erholen. Ich selber lief nochmal zum Fluss, kühlte mich ab, hatte Spaß, war an der Gründung einer neuen Glaubensrichtung seitens der Schüler beteiligt (wir fanden den Schuh des Manitou) und hatten einfach Spaß. Alles in Allem war das ein toller Tag hier in Longo Mai.
Mika

P.S.: Ich grüße alle, die mich unterstützt haben. Meine Eltern, Freunde, meinen Onkel Andi und seine Familie und meine Großeltern, sowie auch meinen ehemaligen Lehrer, Herrn Breitkreuz.

Grüße:
Justus: Ich wünsche Ruben alles Gute zum Geburtstag, hab‘ dich ganz doll lieb und lass dich heute richtig gut feiern.
Luki wünscht seiner Mammy alles Gute zum Geburtstag und hofft, dass die SMS angekommen ist.