Aufstehen, Lernen, Hausaufgaben und Wasser

Datum: 9. Dezember 2019
Position: 16° 02,6’ N, 051° 31,0′ W
Etmal: 122 sm
Wetter: Wind ENE 5 Bft, Bewölkung 2/8, 1019 hpa, Luft 28°C
von Emma und Carlotta

Es war 7:40 Uhr, als wir aus unseren Kojen purzelten und zum Frühstück stolperten. Man merke an, dass wir um 7 Uhr geweckt wurden, aber wie jeden Tag immer noch eine halbe Stunde länger liegen geblieben sind, bis Tjorven kam und uns nochmal nachgeweckt hat, weil wir mal wieder eingepennt waren. Also stopfen wir uns schnell zwei Brote in den Mund und kommen kauend gerade noch mehr oder weniger rechtzeitig zum Wachwechsel um 8:00 Uhr. (: Das klappt aber immer nur, wenn wir auch vormittags Unterricht haben, weil wir dann eine halbe Stunde Zeit haben zwischen Wachwechsel und Unterrichtsbeginn. Zähne werden also ausnahmsweise erst nach dem Wachwechsel geputzt, Hausaufgaben noch schnell erledigt und die Haare kurz vorm Unterricht gestriegelt.

Wenn dann aber mal kein Vormittagsunterricht für uns ansteht, müssen wir unsere ganze „Morgenroutine“ umschmeißen, was oft dazu führt, dass wir vom Frühstückstisch ins Bad flitzen, auf dem Weg unseren Klettergurt schnappen und noch mit Brot im Mund Zähne putzen, während wir versuchen Gurt und Schuhe gleichzeitig anzuziehen. Auf dem Weg an Deck wird dann noch das Geschirr vom Frühstück weggebracht und wir stolpern, nicht selten leider eine Minute zu spät, in die Wachaufstellung. Heute war es also wieder mal knapp, aber wir sind dann auch schnell zum Unterricht abgehauen und haben von der Wache nicht viel mitbekommen.

Nach Spanischunterricht und weiteren SDG-Vorträgen von Freddy, Tim und Tjorven, ging es dann für uns wieder zurück an Deck zur Wache, wo uns die mobile Feuerlöschpumpe erwartete. Nachmittags um 15 Uhr haben wir dann aber doch den normalen Schlauch bemüht, um das Deck zu spülen. Unsere Reinschiff-Aufgabe artete allerdings etwas aus und nicht nur das Deck, sondern auch wir wurden gründlich mit Salzwasser gereinigt. Auch Dani wurde nassgespritzt, die aber später Rache an Vincent und Emma nahm. Frech!

Zu unser aller Freude gab’s selbstgemachtes Eis von Verena und Tobi, das für uns sehr erfrischend war, da wir schon davor drei Stunden Hausaufgaben gemacht haben und unsere Kolumne vorbereitet haben, die unsere Köpfe diese Woche noch zum Rauchen bringen wird. Auf dem halb frisch geputzten Kammerboden liegend haben wir dann ein bisschen weitergeackert, Tagebucheinträge der letzten Woche nachgeholt und an zu Hause, Weihnachten und den Führerschein, der uns erwartet, wenn wir zurück sind, gedacht. Jetzt müssen wir noch schnell zu Abend essen, um dann pünktlich nach dem Serienabend wieder beim Wachwechsel zu stehen. Unsere Stimmung und Laune hat trotz des vermeintlich anstrengenden Tages nicht gelitten und wir freuen uns auf die Nachtwache, in der wir heute etwas über die griechische Mythologie und Sternbilder erfahren werden und natürlich darf auch der „ Karl der Käfer“- Song mal wieder nicht fehlen. Liebe Grüße,
Emma und Carlodda

Grüße:
Emma grüßt ihre Familie und wünscht ihnen nachträglich einen schönen 2. Advent, hab euch lieb<3
Lottifee grüßt ihre Familie (Hab euch alle total lieb!) und ihre Freunde (vermisse euch!)
Ilka wünscht Fenja alles Gute zum Geburtstag

Ein ganz normaler Blauwasser-Segeltag

Datum: 24. November 2019
Position: 24°48,3′ N; 022°50,2′ W
Etmal: 101 sm
Wetter: Wind E 3-4 Bft, Bewölkung 5/8, 1021 hpa, Luft 24°C
von Carlotta

Ich sitze an Deck, lausche Simon, wie er auf der Ukulele spielt, höre Luki und Bene zu, wie sie über Schnee und, was sie gerade zuhause machen würden, philosophieren und darüber reden, was sie von zu Hause vermissen. Nebenbei redet Golko im Ausguck über Wolken und an Steuerbord werden – eher schräg als schön – irgendwelche Pop-Songs gesungen. Wir schaukeln jetzt schon seit 5 Tagen über diesen großen Teich. Und als ich gestern auf die Karte geschaut habe, habe ich gesehen, dass es noch ein Eckchen ist, bis wir wieder Land sehen – aber war ja klar. Leider wurden wir heute aber nicht die ganze Zeit von Delfinen begleitet.

Eigentlich wollte ich auch davon schreiben, wie ich meinen Mittagsschlaf an Deck erledige und Jelka dabei wieder von Jens vorliest. Nein, dabei handelt es sich nicht um unseren Gott Jens, sondern um eine Person aus Jelkas Krimi, den wir mittlerweile alle zusammen an Deck lesen. Nach meiner 24-stündigen Übelkeit, kann ich diese Zeit an Deck mittlerweile auch wieder voll auskosten und so habe ich mich deshalb auch gestern mit Ilka erstmal gebräunt. Heute war das Wetter allerdings nicht so gut. Deshalb hatten wir keine Ausreden mehr und für meine Kammer 8 bedeutete das: endlich mal aufräumen!

Danach habe ich mich dann meinen Hausaufgaben gewidmet (Ja, ihr habt richtig gehört). Aber eigentlich müsste man es Decksaufgaben, Messeaufgaben oder Kojenaufgaben nennen. Es ist zwar ungewohnt, aber bei den anderthalb Stunden Unterricht am Tag (heute Deutsch, Thema Kommunikation, mal etwas anderes), die vergleichsweise echt wenig sind, kann man sich echt nicht beschweren. Heute Vormittag hatte ein Teil von uns Unterricht und danach haben wir über unsere Kolumnenthemen gesprochen, aber da verrate ich lieber nicht zu viel.

Nach kurzen Nieselschauern konnten dann doch noch die Nagelbänke angeschliffen werden, nachdem alle durch mega gutes Chilli con – oder eben sin – Carne gut gestärkt wurden. Jetzt höre ich auf dem Klüverbaum das Klicken der Karabinerhaken – ein sehr vertrautes Geräusch- denn die Wache 2 packt gerade zwei Vorsegel, um 19 Uhr ist dann wieder Chor bei Isa. Ich hoffe ich bin da nicht zu früh. Denn heute Nacht wurden die Uhren umgestellt und ich hab meine eigene Uhr noch nicht umgestellt, was bei mir den Tag über schon mehrfach zu Verwirrungen geführt hat, obwohl ich selber in Wache 3 bin. Denn meine Wache ging fünf anstatt vier Stunden Wache, um die Zeitumstellung zu überbrücken. Die eine Stunde mehr haben wir aber mit Vorlesen der „Känguru-Apokryphen“ überlebt.

Also irgendwie freue ich mich dann doch wieder auf die Wache und muss jetzt auch mal zum Ende kommen, weil Felix auch noch was erzählen will. Vorher aber noch eine kleine Anekdote von Vincent aus der Backschaft: Heute stufte Freddy den gemörserten Kreuzkümmel aus der Kombüse schnell als Tabak für eine Friedenspfeife ein. Liebe Grüße von
Carlodda aka Calle

PS: in einem Monat ist Weihnachten und wir sitzen in T-Shirt an Deck!!!

Jetzt aber Felix: Wir haben mit der Wache, während der Rest im Unterricht war, die Segel glatt getrimmt. Naja und dann bin ich, wie Topsi Vera sagt, eine innige Beziehung mit einem Stopper- Tampen, den wir beim Deckspülen aus dem Wassergraben gefischt haben, eingegangen und habe versucht, ihn wieder einsatzfähig zu machen. Das war´s dann auch von mir, Felix.
Carlotti grüßt ihre Familie ganz lieb und ihre Freunde, die sie total vermisst! Hab euch alle lieb <3
Felix grüßt den Obermars-Stopper an Backbord und natürlich seine Familie und den einzig wahren Philip mit doppel L
Vincent grüßt seine Großeletern
Schöni grüßt Mariza
Jelka grüßt Ami, vermisse dich <3
Ilka grüßt ihr Familie und ihren Opa
Nina Grüßt ihre Eltern und hofft sie hatten ein schönes Wochenende
Anna grüßt Julia, die kleine Prinzessin auf der Erbse
Lukas grüßt seine Großeltern