Vormittagsbackschaft und viele Fragen

Datum: 25. November 2019
Position: 24°38,9 N; 023°54,1′ W
Etmal: 93 sm
Wetter: Wind ENE 3-4 Bft, Bewölkung 2/8, 1021 hpa, Luft 25°C
von Justus

Liebe Leser*innen, der heutige Tag begann für mich recht spät, nämlich erst um 5:45! Zwar hatte ich mich so langsam an das frühe Aufstehen gewöhnt, aber es war trotzdem schön ein bisschen „auszuschlafen“. Und so „ausgeschlafen“ wie man nach sieben Stunden Schlaf halt ist, ging es ab in die Kombüse: Vormittagsbackschaft zusammen mit Tobias und Tamara. Wir haben jetzt schon das zweite Mal zusammen Backschaft und sind daher so langsam ein eingespieltes Team. Fast schon automatisch teilten wir uns auf, um so möglichst effizient und pünktlich das Frühstück zuzubereiten. Die Brötchen ab in den Ofen und los ging’s mit Obstsalat schnibbeln, Wurst- und Käse-Teller belegen und Brot schneiden. Zur Freude aller war noch etwas vom gestrigem “Armer Ritter“ da, sodass wir dies in einer Pfanne aufwärmten und zum Frühstück servierten. Während unter uns alle Stück für Stück eintrudelten, gingen unsere Gedanken schon weiter zum Mittagessen.

Auf dem Plan steht für heute Auberginen-Zucchini-Feta-Reis-Auflauf… klingt lecker. Aber wie macht man das für 44 Personen? Keine Bange! Rettung naht! Luisa ist gerade aufgestanden und steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Wie viele Auberginen und Zucchini brauchen wir? Wie viel Reis? Wie war nochmal das Verhältnis von Reis zu Wasser? Welche Soße und wie wird sie gewürzt? Nachdem der Ansturm an Fragen beendet war und alles für den Anfang geklärt, fingen wir an mit den Vorbereitungen. Wir brauchten grob einen Eimer voll mit Gemüse. Also fingen wir schnell an, denn was schon getan ist, kann man nicht mehr vergeigen (Ich glaube ich muss hier nicht weiter erläutern was beim Schneiden alles schief gehen kann). Während oben noch geschnitten wurde, musste unten schon mit dem Abbacken angefangen werden, da um 8:30 Uhr der Unterricht beginnen sollte.

Zum Glück ist man zu dritt in der Backschaft, sodass alle Arbeiten gleichzeitig erledigt werden können. Tobi hat sich der Aufgabe „Reis“ gestellt und mit Messbecher, Topf, Wasser und einem Sack Reis machte er sich an die Arbeit. Unsere anfängliche Maßeinheit „Gläser“ wurde schnell zu Litern umgewandelt. Am Ende haben wir uns auf zwei Töpfe mit insgesamt 10l Wasser und dementsprechend 5l Reis geeinigt, also insgesamt 5 Kilogramm Reis (Tobi sagt das kann man nicht eins zu eins umrechnen, da Wasser und Reis nicht gleich schwer sind, aber das ist mir jetzt egal). Um Punkt neun Uhr stand der Reis auf dem Herd und der Bräter wurde angeschmissen, um das Gemüse zu dünsten. Ich kürze jetzt hier ein wenig, da eine genaueste Beschreibung der Backschaftsaufgaben an dieser Stelle einfach den Rahmen sprengen würde. Nur noch dies: Tomatensoße dazu, würzen, danach schichten und ganz viel Feta drauf 🙂 , ab in den Ofen und die kurze Pause genießen. Allerdings war die Pause sehr kurz, da wir um 10:30 Uhr eine Besprechung zu den SDG Vorträgen hatten, die jetzt jeden Tag gehalten werden. Danach knurrten auch schon die Mägen mancher und immer häufiger kam die Frage „Was gibt’s denn heute?“ auf.

Um 11:30 Uhr kam auf schon der erste Schwung hungriger Seefahrer*innen und danach gingen eigentlich durchgehend volle Teller aus der Kombüse raus. Kein Wunder also, dass die Zeit bis um 12:30 Uhr wie im Flug verging. Mit dem Lied „Glorious“ von Macklemore noch in den Ohren, war unsere Backschaft auch schon vorbei und wir konnten nach getaner Arbeit endlich duschen gehen. Nach einer (echt nötigen) erfrischenden Dusche wurde es Zeit für Hausaufgaben und das Nachholen der versäumten Unterrichtsstunde. Und jetzt ist auch das erledigt und ich hab gleich nochmal Zeit, um mich vor der Wache nochmal hinzulegen oder an Deck die Sonne zu genießen. Ich freue mich schon auf den heutigen Sonnenuntergang und auf den wunderschönen Sternenhimmel. Ganz besonders, freut mich, dass ich mittlerweile viele Sternenbilder erkennen kann und nicht mehr nur den Nordstern. Nach der Wache werde ich wahrscheinlich hundemüde aber glücklich ins Bett fallen und augenblicklich einschlafen. Mal sehen, was der morgige Tag bringt.
Euer Justus

Grüße:
Ich grüße meine Familie. Fühlt euch ganz doll geknuddelt und schmust mit den Katzen und Bailey für mich. Hab dich lieb Mumy, halt die Ohren steif in Oldenburg 🙂
Caro grüßt Familie und Freunde. sss

Ein ganz normaler Blauwasser-Segeltag

Datum: 24. November 2019
Position: 24°48,3′ N; 022°50,2′ W
Etmal: 101 sm
Wetter: Wind E 3-4 Bft, Bewölkung 5/8, 1021 hpa, Luft 24°C
von Carlotta

Ich sitze an Deck, lausche Simon, wie er auf der Ukulele spielt, höre Luki und Bene zu, wie sie über Schnee und, was sie gerade zuhause machen würden, philosophieren und darüber reden, was sie von zu Hause vermissen. Nebenbei redet Golko im Ausguck über Wolken und an Steuerbord werden – eher schräg als schön – irgendwelche Pop-Songs gesungen. Wir schaukeln jetzt schon seit 5 Tagen über diesen großen Teich. Und als ich gestern auf die Karte geschaut habe, habe ich gesehen, dass es noch ein Eckchen ist, bis wir wieder Land sehen – aber war ja klar. Leider wurden wir heute aber nicht die ganze Zeit von Delfinen begleitet.

Eigentlich wollte ich auch davon schreiben, wie ich meinen Mittagsschlaf an Deck erledige und Jelka dabei wieder von Jens vorliest. Nein, dabei handelt es sich nicht um unseren Gott Jens, sondern um eine Person aus Jelkas Krimi, den wir mittlerweile alle zusammen an Deck lesen. Nach meiner 24-stündigen Übelkeit, kann ich diese Zeit an Deck mittlerweile auch wieder voll auskosten und so habe ich mich deshalb auch gestern mit Ilka erstmal gebräunt. Heute war das Wetter allerdings nicht so gut. Deshalb hatten wir keine Ausreden mehr und für meine Kammer 8 bedeutete das: endlich mal aufräumen!

Danach habe ich mich dann meinen Hausaufgaben gewidmet (Ja, ihr habt richtig gehört). Aber eigentlich müsste man es Decksaufgaben, Messeaufgaben oder Kojenaufgaben nennen. Es ist zwar ungewohnt, aber bei den anderthalb Stunden Unterricht am Tag (heute Deutsch, Thema Kommunikation, mal etwas anderes), die vergleichsweise echt wenig sind, kann man sich echt nicht beschweren. Heute Vormittag hatte ein Teil von uns Unterricht und danach haben wir über unsere Kolumnenthemen gesprochen, aber da verrate ich lieber nicht zu viel.

Nach kurzen Nieselschauern konnten dann doch noch die Nagelbänke angeschliffen werden, nachdem alle durch mega gutes Chilli con – oder eben sin – Carne gut gestärkt wurden. Jetzt höre ich auf dem Klüverbaum das Klicken der Karabinerhaken – ein sehr vertrautes Geräusch- denn die Wache 2 packt gerade zwei Vorsegel, um 19 Uhr ist dann wieder Chor bei Isa. Ich hoffe ich bin da nicht zu früh. Denn heute Nacht wurden die Uhren umgestellt und ich hab meine eigene Uhr noch nicht umgestellt, was bei mir den Tag über schon mehrfach zu Verwirrungen geführt hat, obwohl ich selber in Wache 3 bin. Denn meine Wache ging fünf anstatt vier Stunden Wache, um die Zeitumstellung zu überbrücken. Die eine Stunde mehr haben wir aber mit Vorlesen der „Känguru-Apokryphen“ überlebt.

Also irgendwie freue ich mich dann doch wieder auf die Wache und muss jetzt auch mal zum Ende kommen, weil Felix auch noch was erzählen will. Vorher aber noch eine kleine Anekdote von Vincent aus der Backschaft: Heute stufte Freddy den gemörserten Kreuzkümmel aus der Kombüse schnell als Tabak für eine Friedenspfeife ein. Liebe Grüße von
Carlodda aka Calle

PS: in einem Monat ist Weihnachten und wir sitzen in T-Shirt an Deck!!!

Jetzt aber Felix: Wir haben mit der Wache, während der Rest im Unterricht war, die Segel glatt getrimmt. Naja und dann bin ich, wie Topsi Vera sagt, eine innige Beziehung mit einem Stopper- Tampen, den wir beim Deckspülen aus dem Wassergraben gefischt haben, eingegangen und habe versucht, ihn wieder einsatzfähig zu machen. Das war´s dann auch von mir, Felix.
Carlotti grüßt ihre Familie ganz lieb und ihre Freunde, die sie total vermisst! Hab euch alle lieb <3
Felix grüßt den Obermars-Stopper an Backbord und natürlich seine Familie und den einzig wahren Philip mit doppel L
Vincent grüßt seine Großeletern
Schöni grüßt Mariza
Jelka grüßt Ami, vermisse dich <3
Ilka grüßt ihr Familie und ihren Opa
Nina Grüßt ihre Eltern und hofft sie hatten ein schönes Wochenende
Anna grüßt Julia, die kleine Prinzessin auf der Erbse
Lukas grüßt seine Großeltern