Auslaufen Azoren

Datum: 6. April 2020
Position: 36° 44,3′ N, 025° 55,8′ W
Wetter: Wind SW, 2 Bft., Luft 23°C, 1013 hpa
Etmal: 107 nm
von Emma

Der heutige Tag begann damit, dass wir um 7:00 Uhr von Lukas und Conner mit lauter Musik und deren lautem und schrägem Gesang zu „Jenny Wolkenreiter“ geweckt wurden. Leider hat das in Kammer 5 trotzdem nichts gebracht, und so lagen wir eine halbe Stunde später immer noch in unseren warmen Kojen, als wir schon die Glocke zum Frühstück läuten hörten. Irgendwann schafften wir es dann aber auch an Deck und genossen noch das letzte Frühstück an Deck mit Aussicht auf die Felder und Berge (oder eher Hügel?) der Azoren. Den Tag über hatten wir die ganze Zeit Freizeit (loitering is allowed!), die wir mit Spiele spielen, Hafenwache gehen und vor allem mit Telefonieren verbrachten. Beim nächsten Mal sehen wir uns wahrscheinlich live!!

Das Highlight war heute wirklich das Mittagessen: es gab zum ersten Mal auf der Reise Burger, die sich jeder selbst belegen konnte und die einfach megalecker waren. Am Nachmittag hat der Chor noch ein Video aufgenommen, bei dem wir auf der Großrah singen. Das wird hoffentlich auch bald auf YouTube zu sehen sein, also schaut vorbei („Wohnzimmerchor“).*

Pünktlich um 18:00 Uhr legten wir ab und starten ausgeruht in die nächste Etappe. Obwohl wir den Boden der Azoren nicht betreten durften, sondern nur auf der Roald chillen konnten (was ja auch nicht das Schlechteste ist), sind alle sehr froh, dass wir hier noch das große Glück hatten, anlegen zu können, denn so hatten wir mal einen Tag Pause, die uns allen wirklich gut getan hat. Außerdem haben wir jetzt wieder sehr sehr sehr viel frischen leckeren Proviant an Bord, dafür hat sich der Stopp wirklich sehr gelohnt! Wir freuen uns auf euch und hoffen, dass die Ankunft nicht allzu kompliziert wird.
Liebe Grüße von Emma

Emma grüßt ihre Familie, Feli und Katzen-Oma und -Opa und Wald-Oma und -Opa.
Carlotta grüßt das 3. D von oben, Emil und ihre Familie.
Isa grüßt Jörn.
Vera grüßt ihre kleine Schwester! Durchhalten!!!! Vera grüßt alle Freunde in Hannover, Hamburg, Herford, Bielefeld, Schloß-Holte, Berlin, Bremen, Kiel, Peine, Minden (und „Mindener Ausland“)!

* Anm. d. Red.: Wir verlinken das Video hier auf die Webseite des Nordkolleg Rendsburg, wo es am 10. April um 18:00 Premiere hat…!!!

Ponta Delgada

Datum: 5. April 2020
Position: 36° 44,3′ N, 025° 55,8′ W
Wetter: Wind SE, 5 Bft., Luft 18°C, 1008 hpa
Etmal: 28 nm
von Christoph

Wer die Tagesmeldung von gestern gelesen hat, ist bestimmt gespannt, ob wir denn nun gut im Hafen gelandet sind. Ja wir haben es geschafft! Wir sind im Hafen von Ponto Delgada, die Leinen sind fest, an Land dürfen wir allerdings nicht. Der Lotse kam gestern, nachdem wir den Anker mit vielen Händen und der Ankerwinde aus dem Grund geholt hatten, an Bord. Es gelang uns ein flottes Anlegemanöver und konnten sogleich schon mal Diesel bunkern. Gegen 23:30 war alles klariert und wir konnten in die Koje, es sei denn man war in die Hafenwache eingeteilt. Heute war dann die Groß-Proviantierung, Schiffserhaltarbeiten im Rigg und Reinschiff. Also der übliche Bordalltag, den Schiffsbesatzungen im Hafen so betreiben. Nur eben noch konzentrierter, im strömenden Regen und nicht mit der Aussicht, im Anschluss einen Landgang zu machen, um Land und Leute kennenzulernen.

Doch inzwischen scheint auch wieder die Sonne, die Berge von Kisten sind verstaut und heute ist ein Kinoabend mit Chips angekündigt. Da liegt doch gleich gelöstere Stimmung in der Luft. Uns wird zunehmend klar, was für ein wir Glück haben, dass wir auf den Azoren noch einlaufen konnten (Horta und Peters Sportcafe ging leider nicht) und dass wir jetzt mit sehr, sehr viel gutem Essen an Bord uns auf dem Weg zu deutschen Küsten machen können. Da war sehr viel ausdauernde Arbeit in der Schiffsführung von Nöten, dass dies möglich wurde. Danke auch an den Landsupport!!! Dank kleiner Fehllieferung gab es heute auch eine Eis-am-Stiel-Party, der Sieger hatte 6 Eis verspeist. Lecker!! Wir genießen die sozialen Freiheiten, die ja scheinbar in ganz Europa nicht mehr erlaubt und möglich sind. Wahrscheinlich beneiden uns so einige an Land um unsere Situation, doch denken wir auch zunehmend an Euch, die Landmenschen. Bleibt gesund, wir freuen uns auf Euch!
Euer Christoph