Der böse Wolf hat Geburtstag

Datum: 9. April 2020
Position: 44° 21,7′ N, 021° 58,5′ W
Etmal: 138 nm
Wetter: Wind NNW, 3 Bft.
von Vera

Eines Morgens wachten Quento und Zwille von einem komischen Knurren auf. Ihr erinnert Euch an die Zwei? Die Zwielichtzwerge, die vor 2 Jahren auf der Roald aus Neugier gelandet waren und die mit Hilfe des Klabautermanns Bary jetzt waschechte Seebären, äh Seezwerge geworden sind. In letzter Zeit hatten die beiden eher so Geräusche gehört wie pubertäres Kichern, Lachen oder auch mal Weinen, denn seit Oktober waren lauter wilde Teenies an Bord. Als sie in wärmeren Gewässern unterwegs waren lauschten die drei Freunde gerne den Geschichten, die sich die Teenies untereinander vorlasen. Ihre Lieblingsgeschichte handelte von einem Känguru, das einen Beutel und eine Hängematte hatte. Die Geschichte mit der Ameise war aber auch nicht schlecht. Was sie nervte waren die Klickgeräusche, die ein komischer bunter Würfel machte, aber das war jetzt, Gott sei Dank vorbei. Zu Anfang war es schwierig gewesen all´ diese neuen Geräusche einzuordnen und nicht jedes Mal von der Rah zu fallen, wenn der Kühllastdeckel fallen gelassen wurde. Mittlerweile gehörten die Teenies und ihre Geräusche für sie zur Roald dazu. Und dann jetzt so ein Knurren… Sie krabbelten aus der Segelfalte des Briggsegels, in der sie geschlafen hatten.

Bary war schon früher auf gestanden und setzte sich mit seinem Morgenkaffee zu ihnen. Gleich wollten sie von ihm wissen, ob er das Knurren auch gehört hatte. Knurren? überlegte Bary… und dann musste er lachen. Das Knurren war früher ganz normal, sagte er, in letzter Zeit ist er etwas ruhiger geworden, der böse Wolf. Die Zwielichtzwerge rissen die Augen auf: ein böser Wolf? Wo kam der den jetzt her? Ein Wolf auf einem Schiff? Sie hatten von Wölfen bis jetzt nur blutige Geschichten gehört. Bary lachte noch mehr und legte sich zurück und fing an zu erklären: den Wolf gibt es schon echt lange auf der Roald. Er hat 2 Höhlen, in der einen ist es immer furchtbar laut und in der anderen wird es immer furchtbar laut, wenn man da rein muss, denn da schläft er. Da er das Schiff so gut kennt, weiß er über alles Bescheid und regt sich oft auf, wenn die selbsternannten Seeleute, die nicht so häufig da sind, mit seiner Roald komische Sachen anstellen, dann knurrt er. Manchmal knurrt er auch, wenn das Essen nicht schmeckt, die Messe nicht aufgeräumt ist, die Segel schlagen, der Kurs so ist, dass die Nautiker weiter Maschinenfahrt machen wollen. Aha, rief Quento, dann ist er so wie du Bary, du kennst das Schiff auch gut, ärgerst dich, wenn irgendeiner unseemännisch damit umgeht und klapperst dann auch laut.

Bary musste noch mehr lachen, ja, da hast du eigentlich Recht, grinste er. Jedes Schiff sollte so einen Wolf und einen Klabautermann haben! So ihr Zwei, meinte Bary, nu raus aus den Federn, ich zeige euch jetzt den Wolf. Sie hüpften vom Briggbaum auf das Deckshaus und Bary schob sie in eine der Dachluken, die sonst immer wie von Zauberhand auf und zu gingen. In dem Raum darunter war es dunkel, roch komisch und war warm. Die Drei hangelten sich am Treppengeländer eine Etage tiefer, da sah man komische Schränke mit vielen Lichtern, die manchmal surrten und brummten. Bary meinte, das seien Generatoren, die dafür sorgen, dass Strom aus den Steckdosen kommt. Der kleine weiße Schrank da, ist im Sommer total beliebt, da rennen hier ständig welche rein und holen sich kalte Dosen heraus. Er selbst war auch schon mal drin, als er Fieber hatte, denn zum Abkühlen war das genau das Richtige, meinte er.

Weiter ging es um die Ecke. Von dort hatten sie einen tollen Blick auf eine riesige Metallmaschine mit vielen Ventilen und so eine Art Minikran oben drauf. Wenn die Maschine an ist, sagte Bary, bewegen sich die Minikräne auf und ab, es zischt manchmal, es dampft manchmal und es ist furchtbar laut. Aber im Moment war das Ungetüm ruhig, die Roald segelte auf dem Atlantik vor sich hin. Da! raunte Bary den Beiden zu, da ist er. Vor einem hellen Ding mit vielen Zahlen und einem Brett mit Knöpfen, auf denen herumgedrückt wurde, stand der böse Wolf. Die Zwei erstarrten zunächst. Dann drehte er sich um und hantierte an der Maschine. So böse sieht er doch gar nicht aus, sagte Zwille leise. Und der Maschine schien es auch zu gefallen, was er da machte, sie puffte fröhlich ein bisschen Dampf aus. Bary schmunzelte: das ist unser Hauptmaschinist, Andreas, mit Nachnamen Wolf, früher hat er als Hausherr sozusagen ziemlich viel geknurrt, deswegen habe ihn alle „den bösen Wolf“ genannt, zwinkerte er. Die meisten auf der Roald haben ziemlich Respekt vor ihm und seinem Wissen. Neue Maschinisten werden von ihm streng eingearbeitet und überwacht, damit Emma nix passiert! Wer war denn nu Emma, fragte Quert. Emma, so heißt unsere Hauptmaschine, kam es von Bary. Das kommt davon, schimpfte er schmunzelnd, wenn man den ganzen Tag schläft und nur im Mondlicht hüpft, da verpasst man so einiges. Dann machten die Drei kehrt und verkrümelten sich an Deck auf ihren Briggbaum. Die Zwei Zwielichtzwerge gähnten, das Zwielicht war ja eher ihre Zeit, oder das schöne Vollmondlicht, so ein Ausflug am frühen Morgen strengte doch sehr an. Bary stopfte sie sanft in ihre Segelfalte, wo den beiden gleich die Augen zufielen. Er selbst machte sich dran am Vortopp den einen Gording, der nur noch einkardeelig war, durchzusägen, damit der Bootsmann ihn endlich reparierte.
Liebe Geburtstagsgrüße lieber Wolf sendet Vera!

Grüße:
Ganz herzliche Geburtstagsgruesse und liebe Gruesse an Bea von Mike!!!
Kein Grund uns keinen auszugeben, lieber Geburtstagsdesertant, herzliche Grüße Uli
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Andreas wünschen alle hier von Bord!
Vera grüßt Toppsi Karo, erinnerst Du Dich Azoren-Weymouth 2018?
Laura grüßt Mamutschka, Dada, Eric, Lennsie, Omi, Nonno und Inge ich vermiss euch !!!!!

Die Osterwerkstatt

Datum: 9. April 2020
Position: 42° 20,0′ N, 023° 05,2′ W
Wetter: Wind NW, 4 Bft., Luft 15°C, 1021 hpa
Etmal: 99 nm
von Lara

Es ist wohl offiziell: die High Seas High School feiert dieses Jahr das vermutlich größte Osterfest Deutschlands. Mit normaler Sicht auf die Dinge sind 45 Menschen, die zusammen feiern keine Besonderheit, jedoch in Zeiten der Covid19-Pandemie sieht die Sache anders aus. Angesichts der Kontakteneinschränkungen, die zuhause eingeführt wurden, muss dieses Jahr wohl das eine oder andere Osterfest ausfallen. Auf einem 50 Meter Schiff mit 45 Mann Besatzung ist es jedoch nicht wirklich möglich, sich an den 2 Meter Sicherheitsabstand zu halten (da man allein in den Kojen fast mit dem Gesicht and den Füßen des Mitbewohners klebt). Somit lassen wir es uns dieses Jahr gut gehen. Da wir nicht unbedingt vorhaben, einen Seenotfall zu provozieren, muss das diesjährige Osterfeuer aber wohl ausfallen. Das gleiche gilt für Sackhüpfen, da sich keiner von uns auf den letzten Seemeilen unserer Reise gebrochene Beine wünscht.

Doch wir wissen uns zu helfen, damit die Ostertraditionen auf dem Nordatlantik nicht den Bach runter gehen. Heute startete die versprochene Bemalungsaktion der ausgepusteten Eier. Dabei wurden die verschiedensten Techniken verwendet. Dani hatte es sich unter Mayas Anleitung zur Aufgabe gemacht, die Eier mit eingeweichtem Krepp-Papier einzufärben und sich dabei gleichzeitig die Hände farblich zu individualisieren, während die Schüler sich mit Filz- und Buntstiften ans Werk machten. Die Kreativität schlug bei einigen mehr, bei einigen weniger aus. Die Ungeschickteren unter uns (also auch ich) schafften es, die Eier mitten im Prozess zu zerbrechen, um dann von Maya mit Kindergartenkindern verglichen zu werden. Zusätzlich kam bei mir ein bisschen Nostalgie auf, musste ich doch an das alljährliche Eierbemalen denken, zu dem meine Oma mich jedes Jahr irgendwie überredet, das Klassikradio im Hintergrund nicht zu vergessen.

Die fertigen Werke ließen sich jedoch sehen. Unter zahllosen bunten Eiern gab es welche mit detaillreichen Mustern, einige mit der Aufschrift HSHS 19/20, andere, die mit Ankern und Kompassrosen überzogen waren. Eins trägt die Aufschrift: HSHS 19/20 sagt: Fck Corona. Das kann man jetzt werten wie man möchte. Ein anderes wurde sehr kreativ mit „Ei“ beschriftet. Wie gesagt, wir geben uns Mühe, die Osterstimmung mit unserer Kreativität aufrechtzuerhalten. In den nächsten Tagen sollen noch mehr Aktivitäten folgen. Die gesamte Crew wünscht allen Familie und Freunden zu Hause ein schönes Osterfest!
Bis bald, Lara

Grüße:
Tjorven grüßt endlich mal wieder ihre Familie und Freunde, besonders die drei J´s
Luki grüßt alle Ahoi’s. Ich freue mich so sehr auf euch! Habt schöne Ostertage.
Ilka grüßt besonders ihren Opa:,, Gute Besserung, halt die Ohren steif. Ich hab dich ganz doll lieb<3“
Lara grüßt ihre Familie und Freunde, ich vermisse euch und wünsche euch Frohe Ostern <3 f
Philippe grüßt seine Eltern und seine Schwester
Calotti grüßt ihre liebe Familie und Freunde und wünscht heute Luni und Robert alles Gute zum Geburtstag! Ich freue mich auf euch!
Eike grüßt seine Kollegen und bedankt sich für die von euch für mich und die Firma geleisteten Arbeiten ;).
Hrmph!!!!