Meine Highlights der letzten Tage

Datum: 17. April 2020
Position: 47° 49,2′ N, 006° 55,5′ W
Etmal: 133 nm
Wetter: Wind SE, 3-4 Bft., Luft 16°, 1009 hpa
von Tjorven

Es ist schwer auf dem Atlantik jeden Tag auf´s Neue etwas Interessantes zu schreiben, deshalb habe ich meine Highlights der letzten Tage einfach zusammengefasst.

Die Leuchtdelfine
Gestern Nacht rief der Ausguck plötzlich:“Delfine an Steuerbord!“. Natürlich standen wir alle sofort vorne. Inzwischen waren die Delfine am Bug. Während die Roald durchs Wasser pflügte, bildeten sich weiße Schaumkronen, in denen leuchtende Punkte schimmerten. Immer wenn die Delfine mit den Wellen gesurft sind, hinterließen sie eine weiß-schimmernde Spur. Minutenlang standen wir am Bug und bewunderten das Spiel der Delfine mit dem Meeresleuchten. Die Delfine sahen aus, wie von Einhörnern geküsst, so Ilka. Das gehört mit zu den schönsten Erlebnissen, die ich auf der Roald bisher bei Nacht erlebt habe, einfach magisch.

Das Segelsetzen
Heute in der Wache durften wir Segel setzten, nicht nur eins oder zwei, sondern zehn. Nicht gerade das, was man sich nach dem Aufstehen wünscht. Es kann aber Spaß machen, wenn es einen Lehrer-Toppsi und eine Schüler-Steuerfrau gibt. So kommt es, dass die Obermars mit den Worten „Runter mit dem Lappen!“ oder die Fock mit „Lass fallen den Wisch!“ gesetzt wurde. Meiner Meinung nach ist da auf jeden Fall Potenzial für mehr. 😊

Der Wachwechsel
Fast jeden Morgen auf´s Neue hat sich die Wache 2 etwas Lustiges und Kreatives für den Wachwechsel überlegt. Fast jeden Morgen bekommen wir ein neues umgedichtetes Lied. Jeden Morgen hatten wir bis jetzt nichts für Wache 2. Jeden Morgen dürfen wir Segel setzen und haben deshalb keine Zeit, um uns etwas für Wache 2 zu überlegen. Vielleicht finden wir aber morgen dafür Zeit.

Da es nun schon spät geworden ist, viele Grüße von der Roald,
Tjorven

Tjorven grüßt ihre Familie und ihre Freunde
Larry grüßt die Fam at home und ihre Bimsenklasse 10Gb + Bestie Cora du ***** Bimse <3
Luki grüßt seine Familie. Ich freue mich auf euch!
Luttifee grüßt ihre liebe Familie! Hab euch lieb! <3 und die Freunde zu Hause! Bis bald!
Nina grüßt ihre Freunde & Familie und ganz besonders Emil & Ottilie
Caro grüßt ihre familie und Freunde und freut sich schon alle wieder zu sehen.
Hrmmpf!!

Geruch von Pfannkuchen

Datum: 16. April 2020
Position: 46° 26,2′ N, 009° 31,0′ W
Etmal: 129 nm
Wetter: Wind SE, 3 Bft., Luft 16°, 1009 hpa
von Constantin

Servus liebe Leser, der heutige Tagesablauf ähnelt dem meiner letzten Tage… Beginnend – wie immer – beim Aufstehen: Nachts um halb Vier wurde ich aus meinem wunderbaren Schlaf geweckt, glaube ich zumindest, doch ich kann mich nur an das Nachwecken von Tim kurze Zeit später erinnern. Der gute Schlaf ist wohl der Motorwende gestern geschuldet, denn meiner Koje (Backbord außen) gefällt Backbordbug doch deutlich eher, sodass ich nun an der Wand anstelle des Leebretts liege. Die starken Rollbewegungen haben über Nacht abgenommen und um kurz vor vier begrüßten uns an Deck ungewohnt leichte Winde. Als Schüler-Steuermann der Wache 2 beobachtete ich, wie wir uns unter Motorunterstützung dem doch bereits sehr präsenten Frankreich nähern. Während der Morgenwache verabschiedete sich die letzte Müdigkeit spätestens beim beeindruckenden Anblick des roten Sonnenaufgangs, welchen wir öfters bereits bewundern durften. Heute haben sogar Delfine das schöne Bild ergänzt. Doch spätestens der Geruch von Pfannkuchen aus der Kombüse lässt auf das Wachende hoffen, um sich diese schmecken lassen zu können.

Anders als viele verhole ich mich nach dem Frühstück nicht in die Koje, sondern nutze die Generatorzeit um in der Bootsmannslast vorbeizuschauen. Zusammen mit Jonas habe ich nämlich vor ein paar Tagen angefangen, eine Modell-Roald zu basteln und beim Schleifen und Knoten verfliegen die Vormittage schnell, bis man die Mittagsglocke an Deck unerwartet zu hören bekommt. Der restliche Tag wird dann mit Rumliegen an Deck oder Aufentern bei Sonnenschein verbracht, bis die Nachmittagswache beginnt. Heute haben wir von Conni die ersten Grundlagen der Astronomischen Navigation und die Handhabung des Sextanten erklärt bekommen. Die Erklärungen werden sich im Detail in den nächsten Tagen ergänzen, worauf ich mich sehr freue.

Nach der Wache setzten wir uns meistens noch in die Messe und spielen, oder wie Bene sagen würde, „zocken“ etwas. Während man eine der saftigen Orangen schält, kann man der ein oder anderen spannenden Schachpartie beiwohnen. Der Tag endet für mich meist in der Koje, wenn ich all das in meinem Tagebuch zusammenfasse und beim gemütlichen Motorgeräusch einschlafe. Viele Grüße an meine Familie, Bootsi und den Rest zuhause,
euer Conna

Tim grüßt seine Familie, ich hab euch lieb und hoffe, es geht euch gut