Segel setzen

Datum: 21. Oktober 2019
Position: Portsmouth/Englischer Kanal, 50°47.7’ N, 001° 06.5’E
Etmal: – nm
Wetter: Luft 13 °C, 1019 hpa, Wind NE, 3 Bft., Bed. 6/8
von Luisa

22:00 Uhr – Frisch von der Royal! Vor einigen Minuten standen wir noch 34 Meter überm Wasser / 36 Meter überm Kiel / 80 Meter überm Grund, um die Segel der Royal zu packen. Vollgestopft mit Adrenalin und Endorphinen sitzen wir nun in der Messe und wollen versuchen die Hochgefühle, ausgelöst durch den beeindruckenden Sternenhimmel und die unglaubliche Weite der Nacht um uns herum, zu verarbeiten. Schade, dass es sich unter Deck besser schreiben lässt. Gerade kommen nämlich so einige aus den Kammern getapert, um dem Schauspiel beizuwohnen.

Aber fangen wir mal von vorne an… Am Morgen des heutigen Tages sind wir gegen 11:00 Uhr Bordzeit und 10:00 Uhr britische Zeit aus dem Hafen Portsmouth ausgelaufen. Nach 20 Minuten Maschinenfahrt, haben wir angefangen die Segel zu setzen. Mit vereinten Kräften haben wir Außenklüver, Innenklüver, Vorstengestag, Fock, Vor-Untermars, Vor-Obermars, Vor-Bram, Vor-Royal, Groß-Stengestag, Groß-Untermars, Groß-Obermars, Groß-Bram, Groß-Royal und Briggsegel gesetzt. Am Ende waren es 13 von 17 Segeln (Rekord!). Nach einem stärkenden und megaleckeren Süßkartoffel-Curry wartete die eine oder andere Theoriestunde auf uns. Angefangen mit Segel packen, Segel setzen, über Schiffsaufbau bis hin zu Navigation vom Kapitän höchstpersönlich. Spätestens jetzt weiß jede/r hier, wie man eine Seemeile errechnet und wie man die Kompass-Verfälschung erfasst. Das war ein Hörbuch von Oetinger Audio UND DAS WARS – TSCHÜSS…!
Luisa und das kleine Wichtelein

Schiffsarbeiten

Datum: 20. Oktober 2019
Position: Portsmouth, 50°47.7’ N, 001° 06.5’E
Etmal: – nm
Wetter: Luft 13 °C, 1009 hpa, Wind NW, 3 Bft., Bed. 5/8
von Nils & Chris

Heute Sonntag in Portsmouth schien die Sonne auf unser stark durchfeuchtetes Deck und auch die Besatzung erfreute sich an den wärmenden Strahlen. Nach einem opulenten kontinentalen Frühstück trafen wir uns zur sonntäglichen Arbeitsbesprechung an Deck. Es galt heute ausgiebige Instandhaltungsarbeiten im Rigg durchzuführen, denn einer der ständigen Feinde neben der UV-Strahlung und dem Abrieb ist die Korrosion, wie unser Riggwächter Mike, the special one, dozierte. Schnell waren die Arbeiten verteilt. Das Highlight bildeten unsere Bootsmannsstuhl-Fahrer, die mit den Fallen an den Stagen in luftige Höhen gezogen wurden, wo sie unserem Feind No.1 mit Labsal begegneten. Langsam abfierend pinselten sie die Masse auf die Stagen und genossen den herrlichen Ausblick, so dass wir sie hin und wieder aus ihren Träumereien zurück holen durften.

Nach getaner Arbeit – und wir übererfüllten sie – machten sich die Nachwuchscrew zur körperlichen Ertüchtigen auf dem Weg zum Strand, um dort bei Spiel und Spaß sich ihrem altersgerechten Spieltrieb hinzugeben. Neben Frisbee und Fußball wurden auch Weit- und Zielwurf geübt. Manche trafen ins Schwarze! Nach Rückkehr und Kaffee und Kuchen bot sich noch einmal die Gelegenheit, die wunderschöne Hafenstadt Portsmouth auf individuelle Art zu erkunden. In Kleingruppen wurden Imbissbuden, Supermärkte und Kleingeschäfte nach nahrhaftem, nützlichem und anderweitig verwertbarem durchforstet und ggf. „geplündert“. Vorbereitend auf den frühen Ableger am nächsten Morgen war um 22 Uhr Bettruhe.

Weisheiten der Wache 1: ….diesmal keine, denn der richtige Wachbetrieb beginnt erst wieder am Montag. Für die Wache die Wache 1
Nils und Chris

P.S.: Ganz liebe Grüße an Hannah und Malte und alle Lieben an Land