8ter-Fischen…

Datum: 5. November 2017
Position: 36°43,7’N, 011°52,5’E
Etmal: 155 NM
Wetter: Wasser 20°C, Luft 19°C, Windstärke 5-6
von Bene

Die neuen Informationen, die wir erhielten, betrafen die ersten zwei Unterrichtstage sowie die Zeitplanung für eine effektive Kombüsenarbeit. Udo, unser Koch, verkündete, dass er sich langsam aus dem Kombüsenalltag zurückziehen wird, da jetzt wir, die Trainees, zunehmend mehr die Verantwortung für die Planung und das Zeitmanagement des Essens übernehmen sollen. Der Kapitän verriet uns auch, dass wir in den nächsten Tagen optimalen Wind zum Segeln haben werden. Das haben wir heute schon erleben dürfen: Günstige Winde sorgen für ein schönes und schnelles Segeln auf unserer Roald. Trotz atemberaubenden Sonnenaufgang und perfektem Segelwetter hatten wir heute aufgrund unserer Geschwindigkeit allerdings keine optimalen Bedingungen zum Fischen.

Doch soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass wir in der Vergangenheit schon mehr Erfolg und damit am Haken hatten: Wir (Kjell, Eike, Tom und ich) nennen unseren kleinen, aber feinen „Fischerreibetrieb“ hier an Bord der Roald das „8ter-Fischen“, weil wir unsere Angelleinen hinten am Schiff, in Fachsprache „achtern“, aussetzten. Unser erster Fang waren Makrelen in Cherbourg und in britischen Gewässern haben wir unsere Ausrüstung und unser Können getestet: Wir wollten anhand eines Segel-Manövers das Einholen der Leine vereinfachen, doch biss nur eine Alge an. In Vigo ging es dann weiter mit unseren Fangversuchen: Um 3:00 Uhr morgens, parallel zu meiner Ankerwache, hatten Tom L. und ich eine merkwürdig kreischende Kreatur an der Schnur. Diese Kreatur war ein einäugiger Aal, jedoch stellte sich im Fischmarkt dann später heraus, dass es sich nur um einen „billigen“ Fisch handelte, der wohl nicht besonders gut schmeckt…. Sonst haben wir schon Wale, Mondfische und lauter Delphine gesichtet, wir warten aber weiterhin geduldig auf den Gelbflossenthunfisch. In diesem Sinne mit Grüßen von 8tern!
Bene

P.S.:
1. Grüße an alle Gelbflossenthunfische dort draußen.
2. LG an L. in L. von A² und L.
3. Kjell grüßt die Berliner und Christine.
4. En grues and Lissie, d´Mama, Anna and to Stuart, Karine and Nan.
5. Verena grüßt alle Lieben daheim. Hab den ersten Umschlag aufgemacht – seufz! Danke Lotti!

 

8. November
Neue Fotos online!!!
„Von Kiel nach Vigo“

Ein Stückchen Normalität

Datum: 4. November 2017
Position: 39°16,4’N, 012°01,8’E
Etmal: 155 NM
Wetter: Wasser 20°C, Luft 18°C, Wind 5-6 Bft.
von Rasmus

„All-Hands!“- So wurde ich aus meinem Schlaf gerissen. Als ich endlich als Letzter an Deck war, teilte der Kapitän uns mit, dass wir versuchen werden, vor Teneriffa noch Porto Santo und die unbewohnte Insel Selvagem Grande – ein Nationalpark – anzulaufen, weil wir bisher schnell vorangekommen sind. Nach dem All-Hands hat Verena uns die Reader für den Unterricht ausgeteilt und den Stundenplan erklärt. Es gibt eine Luv-Klasse und eine Lee-Klasse, die jeweils abwechselnd Unterricht haben oder segeln werden. Zunächst finden versuchsweise zwei Probeunterrichtstage statt: Montag ist die Luv-Klasse dran und Dienstag die Lee-Klasse.

Der Tagesablauf dafür sieht wie folgt aus:
07:00 Uhr – Schüler und aufziehende Wache stehen auf
07:30 Uhr – Frühstück Schüler und aufziehende Wache
08:00 Uhr – Reinschiff Schüler, Frühstück Wache 2
08:30 Uhr – Aufräumen, Fegen und Wischen der Messe
08:45-11:15 Uhr – Unterricht (2 Stunden Spanisch für Anfänger bei Christine, 1 Stunde Deutsch bei Katharina)
11:15-12:00 Uhr – Messe aufräumen und Mittagessen
12:50-15:15 Uhr – Unterricht (2 Stunden Geografie bei Verena, 1 Stunde Physik bei Martin)
15:15 Uhr – Pause
16:00-17:00 Uhr Unterricht (1 Stunde Spanisch für Fortgeschrittene bei Christine)

Das mit Spanisch läuft folgendermaßen: Während die Spanischanfänger Spanisch haben, machen die Spanischfortgeschrittenen Stillarbeit und umgekehrt. In der Luv-Klasse sind Will, Eike, Anouk, Paul, Ly, Theo M., Theo B., Benedikt, Laurine, Rosa, Arthur, Carlotta, Lukas, Kjell und Freyja. In der Lee-Klasse sind Jerit, Max, Andy, Milena, Yara, Nico, Janis, Tom L., Vroni, Tamina, Isa, Janik, Greta, Tom B. und Rasmus. Auch wenn wir uns jetzt noch nicht vorstellen können, wie wir den Unterricht in Zeiten von 15-Grad-Krängung, 3-Meter-hohen-Seegang und verzweifelnder Backschaft in unseren Tagesablauf quetschen sollen, freuen wir uns (manche mehr, manche eher weniger bis gar nicht) auf dieses bisschen Normalität in unserem außergewöhnlichen „Alltag“. Apropos außergewöhnlicher „Alltag“: Seit gestern ist das Wetter wieder windiger, mit mehr Welle, wodurch einige von uns wieder seekrank wurden. Aber dafür war wenigstens sonniges und windiges Segelwetter bei konstant 7 Knoten Geschwindigkeit.

Bei unserer nächtlichen 8-12 Wache haben wir den Vollmond genossen und um 23:00 Uhr dann die Uhren eine Stunde zurückgestellt, so dass wir in dieser Nacht ausnahmsweise insgesamt 5 statt 4 Stunden Wache gegangen sind. Zum Zeitvertreib haben wir uns Witze erzählt, weil Wache 2 bei der Wachablösung damit angefangen hatte. Um 24.00 Uhr durften wir endlich in unsere gemütlichen Kojen.
Rasmus

P.S.:
1. Rosa und Rasmus grüßen Mirjam und Stella, wir vermissen euch ganz doll.
2. Rasmus grüßt die Pangäa C und wünscht ihnen viel Spaß beim Unterricht.
3. Yara grüßt ihre Familie in Hamburg. Ich hoffe, dass Papa gut nach Hause gekommen ist. Ich vermisse euch.
4. Max wünscht Max alles Gute nachträglich zum Geburtstag!
5. Bubilo, wie ist die Lage in Hannover? Ich denk´ an dich!! Ich ruf dich mal aus dem nächsten Hafen an. Stell dich schon mal auf ein längeres Gespräch ein.