Datum: 31. Oktober 2017
Position: 42°04,2’N, 009°01,3’W
Etmal: 100 NM
Wetter: Wasser 17°C, Luft 25°C, Wind 0 Bft.
von Theo M.
Der heutige Tag begann für mich mal wieder mit der 0-4-Wache: Das Highlight war, dass ein oder zwei Wale neben uns aufgetaucht sind. Wir mussten dann auch wieder die bereits gesetzten Segel bergen, weil wir einfach zu schnell waren. Außerdem konnte man an den Sternbildern erkennen, wie weit wir schon in den Süden gefahren sind. Als ich dann heute Morgen um 11:00 Uhr zu meiner nächsten Wache geweckt wurde, wollte ich mir erst einen Pullover anziehen, aber dann habe ich auf das Thermometer geschaut und gemerkt, dass ich bei 23 Grad keinen Pullover mehr brauche. An Deck liefen alle in kurzer Hose und T-Shirt herum.
Später wurde mir dann ein spektakuläres Erlebnis aus der 4-8-Wache erzählt: Und zwar hat Heike (unsere 2. Steuerfrau) eine rote Fallschirmleuchtrakete gesehen. Sie hat sofort eine Funkleitstelle angefunkt. Es mussten alle Segel geborgen werden und die Roald machte sich auf den Weg Richtung Leuchtrakete. Inzwischen hatte sich ein Hubschrauber auf den Weg gemacht, der an uns vorbeiflog. Nach einer Weile kam dann die Benachrichtigung per Funk, dass es eine Segelyacht mit Mastbruch war, die unsere Hilfe aber nicht mehr benötigte. In meiner Wache haben wir dann ab 12:00 Uhr unser Reinschiff erledigt und als ich Rudergänger war, ist Jörg (unserem 1. Steuermann) aufgefallen, dass wir rückwärtsfahren. Da haben wir beide Toppen so gebrasst, dass wir keine Fahrt mehr machten. So konnten wir heute einen ausgiebigen Badestopp machen. Währenddessen fuhr die „Alexander von Humboldt II“ mit ihren grünen Segeln an uns vorbei und grüßte freundlich.
Nach dem Badestopp gab es ein „All-Hands“ und wir mussten die Segel noch vor dem „nachmittäglichen“ Kaffee & Kuchen bergen. Hinterher wurden wir in Gruppen eingeteilt, um alle Segel hafenfein zu verpacken. Jetzt ankern wir zwischen spanischen Inseln vor Vigo und werden gleich bei schönem Sonnenuntergang draußen an Deck Abendbrot essen, um einen kleinen Teil der Stammcrew zu verabschieden, der uns leider morgen in Vigo verlassen wird. Wir sind schon sehr gespannt auf die neuen Crew-Mitglieder!
Theo M.
P.S.:
1. Sara, heute ist Halloween – mach´ den Spielplatz unsicher!! Ich denk´ ganz doll an dich!! (Laurine)
2. Will grüßt Mama und Papa – euch einen schönen Hochzeitstag!
3. Ganz feste Umarmungen XXXX und dicke Knooootschaaaa OOOO an Familie Stockmar in Berlin:
Rosa, Hugo, Ati und Björn! Denk an dich, Ati!!! (Katharina)
Gestern um 15:00 Uhr haben sich alle Schüler in der Messe zur ersten Schülervollversammlung getroffen. Zu Beginn der Versammlung hat Verena uns kurz zurückgemeldet, was gut läuft und in welchen Bereichen wir uns noch verbessern könnten/sollen. Ein Problem ist zum Beispiel, dass wir immer noch zu viel Wasser verbrauchen … Wenn das im Atlantik immer noch so wäre, müsste man dann irgendwann das Wasser in den Duschen ganz abdrehen. Dann hat Verena uns noch erklärt, dass wir jetzt unterschiedliche Ämter übernehmen dürfen: So gibt es ein Wasserteam, das den Wasserverbrauch beaufsichtigt, Duschpläne und Ähnliches machen soll. Des Weiteren gibt es den Schiffserhalt. Das sind zwei Personen, die den Überblick behalten sollen, ob alles noch funktioniert, und wenn etwas nicht funktionieren sollte, es dann reparieren. Zwei andere Schüler sollen Lilly (Deckshandanwärterin) beim Konsum unterstützen. Der Konsum ist so etwas wie ein „Kiosk“ an Bord, bei dem sich alle Mitfahrenden Süßigkeiten oder Getränke kaufen können. Dann werden zwei weitere Schüler von Verena (Deckshand und Lehrerin) darin angeleitet, die Waschmaschine zu bedienen und für alle an Bord Wäsche zu waschen. Es gibt noch das sogenannte „Doku-Team“, was den HSHS-Blog 2017/18, ein Jahrbuch, Fotos, Filme und Texte erarbeiten bzw. organisieren soll. Das wollten mehrere Schüler machen, so dass es dort nun sechs Leute im Team gibt.