Datum: 11. November 2017
Position: 32°49,9’N, 016°17,0’W
Etmal: 14 NM
Wetter: Wasser 22°C, Luft 22°C, Wind 6 Bft.
von Eike
Der Morgen begann durch das Wecken mit Musik. Lee durfte um 7:30 Uhr essen, Luv befestigte in dieser Zeit Tampen an Deck, die aufgrund des Lackierens der Nagelbänke am Vortag von den Nägeln genommen worden waren. Danach wurde gewechselt und die Lee Klasse bereitete ihre Kammern auf den Seegang vor, indem sie alles seefest verstaute und auch die Segel auspackte, die für das Ablege-Manöver gebraucht wurden. Dann gab es ein „All-Hands“: Wir laufen aus! Bei strahlendem Sonnenschein und 22 Knoten Wind liefen wir aus, wobei ein ehemaliger Roald-Fahrer, der zufällig mit seiner Crew auf einer Yacht in Porto Santo war, für uns das Leinenkommando an der Pier übernahm. Wir setzten die Voruntermars, die wir zuvor an Steuerbord anbrassten, damit der Wind uns nicht nur nach vorne schob, sondern auch von der Pier wegdrückte. Als wir die Leinen loswarfen war es still, kein Tuckern der Maschine. So sind wir elegant und sehr schnell unter Segeln aus Porto Santo ausgelaufen. Anbei schöne Grüße und vielen Dank an Matthias und seine Crew von der Avalon, die uns die Leinen losgeworfen haben.
Nach dem Ablegen setzten wir fast alle Vorrahsegel und gingen auf direktem Kurs zu unserem nächsten Ziel: Der Vogel-Insel Selvagem Grande. Die Backschaft, bestehend aus Lukas, Theo M. und Paul, bereitete auf dem Weg fast in Eigenleistung das Mittagessen vor. Es gab ein leckeres Curry mit Geschnetzeltem und Reis – doch leider konnten nicht alle das Essen genießen, da uns Wellen hinter der Hafenmole erwarteten. Durch den Seegang musste dann leider an einigen Stellen das MÜB-Manöver (Mageninhalt über Board) durchgeführt werden. Viele Grüße an Mama, Papa, Oma Mathilde, Opa Ludger, Opa Walter und Gisela. Und auch ganz liebe Grüße an meine Cousinen und meinen Cousin sowie an meine Tanten und Onkels sowie an alle anderen an Land. ; )
Eike
P.S.:
1. Ly grüßt Herrn Flügge, Großmama, Lisa mein Patentantchen und Familie, meine Chaoten-
Waldorfklasse (vermiss euch alle) und Fidel (wenn du den Block nicht liest, gibt’s auch keine
Postkarten!! Codewort: Trockenlast).
2. Jü grüßt Ju; jeden Tag ein bisschen mehr.
3. LG von A an L in L
4. Liebe Grüße an meine ganze Familie – ich denk an euch und hab euch lieb!! (Laurine)
5. Andy grüßt die Oberschicht der Oberschicht und die Ayse Alphas
Der erste und letzte volle Tag im Hafen von Porto Santo begann mit dem Wecken der kompletten Besatzung um 7:00 Uhr. Für alle gemeinsam gab es dann um 7:30 Uhr Frühstück mit Obstsalat und Brötchen. Ich selber hatte von 8:00 bis 10:00 Uhr Hafenwache, in der es ein „All-Hands-Info“ gab, bei dem der weitere Tagesablauf verkündet wurde: Von 9:00 bis 13:00 Uhr sollten Arbeiten für den Schiffserhalt und außerdem das Reinschiff erledigt werden. Nach dem Mittagessen durften alle bis 18:00 Uhr an Land und um 19:00 Uhr sollte es ein weiteres Referat (inzwischen das dritte Referat von dreißig auf dieser Reise) gehalten und anschließend ein „Bunten Abend“ veranstaltet werden. Für den Vormittag wurden wir also in zwei Gruppen eingeteilt: Einmal in die „Reinschiffgruppe“, die nach dem Reinschiff Landgang hatte, und in die „Schifferhaltgruppe“, die aus Freiwilligen bestand und Arbeiten wie zum Beispiel das Abschleifen und Lackieren der Belegnägel und Nagelbänke, das Ölen von Blöcken oder das Ausbessern der Fußpferde übernahm. Ich war beim Abschleifen und Lackieren der Belegnägel und Nagelbänke dabei. Wichtig dabei ist, dass man vor dem Lackieren das Holz so abschleift, dass der neue Lack problemlos anhaften kann und keine Kanten entstehen. Nachdem die Arbeiten mit Schleifpapier und Ölpinseln beendet waren, gab es recht bald auch schon Mittagessen, das bei Sonne und etwas Wind an Deck stattfand.