Backschaft, Delfine, Spatzen und mehr

Datum: 27. Oktober 2017
Position: 47°47,4’N, 007°03,6’W
Etmal: 80 NM
Wetter: Wasser 14°C, Luft 15°C, Wind 5 Bft.
von Tamina

Abspülen, Pfannkuchen machen, Sachen aus der Trocken-, Dosen- und Kühllast holen… so verlief der gestrige Nachmittag von Verena, Rosa und mir. Schon zum dritten Mal hatte ich nun inzwischen Backschaft. Dank Verena und Lukas konnten wir in der Kombüse mithilfe der Musikboxen eine „Mädchenbackparty“ schmeißen. Von Nena über die Toten Hosen bis zu Whitney Huston war alles aus den 80igern dabei. Nachdem wir das Abendessen erfolgreich zubereitet und ausgegeben hatten, gönnten Rosa und ich uns dann den Pfannkuchen, den wir uns vom Kaffee und Kuchen am Nachmittag aufgehoben hatten. Während des Abwaschens gab es noch eine kleine Überraschung: Es wurden Delfine an Steuerbord gesichtet. Delfine hatten wir zwar die letzten Tage schon häufiger gesehen, diesmal war aber die Besonderheit, dass die Delfine einen „Leuchtschweif“ hinter sich hergezogen haben. Dieses Leuchten ist das „Meeresleuchten“, das ist Plankton, welches neongrün im Wasser leuchtet.

„Tamina! Aufwachen! Du hast gleich Wache.“ Das waren die ersten Worte, die ich heute um 3:30 Uhr morgens gehört habe. Nachdem ich mich dann also fertig gemacht hatte, stand auch gleich der Wachwechsel an. Da es allerdings nichts zu tun gab, hockten wir uns auf die Brücke und Jürgen erklärte uns etwas über das Aussetzen des Dinghis, da das gestern beim „Mann-über-Bord-Manöver“ noch nicht so gut geklappt hatte. Wie jeden Morgen haben einige von uns danach !Semmeln! geformt und Heike hat später noch etwas über die Sternenbilder erzählt, z.B. wo man welche Sternenbilder sieht und dass man den „Großen Wagen“, den „Nordstern“ und die „Cassiopeia“ bei uns immer sieht. Je weiter südlich man fährt, desto näher sind der „Nordstern“ und die beiden „Sternzeichen“ am Horizont. Irgendwann sind sie dann gar nicht mehr zu sehen. Außerdem kann man in Nähe des Äquators das „Kreuz des Südens“ sehen. Als ich Ausguck hatte, habe ich dann noch einmal Delfine gesichtet, ebenfalls wieder mit dem Meeresleuchten. Aufgrund der Tatsache, dass ich gestern nicht allzu früh ins Bett gegangen bin, habe ich mich nach dem Wachwechsel und dem Frühstück erst einmal hingelegt und bis 12:30 geschlafen. Dann wurde ich allerdings geweckt, da die dritte SBF-Theorie-Stunde (Sport Boot Führerschein) diesmal mit Heike stattfand. Heike hat uns einiges über die Gezeiten erzählt und uns Begriffe, wie „Tidenhub“, „Springzeit“, „Nippzeit“ und „Mittzeit“ erklärt.

Inzwischen haben wir nicht nur menschliche, sondern auch tierische Freunde gefunden, wie zum Beispiel den blinden Passagier Günther (ein Spatz), dem Will heute das Leben rettete, indem er ihm Brotkrümel und Wasser gegeben hat. Da stellt sich einem schon die Frage, wie kommt ein Spatz darauf, den Atlantik überqueren zu können bzw. was macht er so weit weg von der Küste? Auch sind wir endlich in der Biskaya angekommen und wurden überraschenderweise mit Sonne, einem wolkenlosen Himmel und angenehm warmen Temperaturen begrüßt! Delfine gehören immer mehr zu unserem Alltag dazu: Heute Nachmittag beim Kuchenessen waren abermals unglaublich viele Delfine zu sehen. Langsam wird es Zeit für den ersten Wal, wie Heike neulich meinte!
Liebe Grüße an meine Familie, hab euch lieb!
Tamina

P.S.
1. Verena sendet liebe Grüße an Mama, Papa und Hartwig von den sanften, sonnigen Biskayawellen!
2. Rosa umarmt ihre Oma, Edelbraut, ihren Opa Ahlrich + Insa und ihren Opa aus der Schweiz + Mexel.
3. Yara grüßt die beste Oma der Welt, Annett, Basti, Livi und Roi.
4. Ganz liebe Grüße und Küsse an Mama-, Papa- und Bruder-Beer. (Katharina)
5. Katharina grüßt ganz herzlich die Lietz-Klasse 9 sowie Katja, Lennard – und natürlich GRETA!!!!

Das Geburtstagsmanöver

Datum: 26. Oktober 2017
Position: 49°05,8’N, 006°07,1’W
Etmal: 89 NM
Wetter: Wasser 14°C, Luft 13°C, Wind 4 Bft.
von Lydia

„Zum Geburtstag viel Glück, lieber Jerit, zum Geburtstag viel Glück…“ mit diesem schönen Lied wurde der Wachwechsel von der 8-12- und der 0-4-Wache heute Nacht musikalisch eingeleitet, denn wir haben heute unseren ersten Bordgeburtstag gefeiert. Nachdem wir also sehr … ähm … „schön“ für Jerit gesungen hatten, gab es für alle Geburtstagskuchen. Als Jerit und der Rest seiner Wache in die Kojen verschwunden waren, hat meine Wache (also die 0-4-Wache) begonnen. In unserer Wache gab es gestern nicht so viel zu tun und wir saßen alle zusammen fast „nur“ auf der Brücke. Man könnte jetzt meinen, dass es schnell langweilig wird, vier Stunden in der kalten Nacht zu sitzen und „nur“ hin und wieder ein bisschen etwas zu tun, aber es ist immer sehr lustig! Oft werden während solcher Wachen Spiele gespielt, Klatsch und Tratsch ausgetauscht – bei uns wird vor allem gesungen. Obwohl die Wache Spaß gemacht hat und die Zeit deswegen auch sehr schnell vergangen ist, habe ich mich am Ende dann doch auf meine warme Koje gefreut, in die ich mich dann nach einer Zahnputzparty mit Isa gekuschelt hab.

Heute Morgen wurde ich pünktlich um 11:30 Uhr zum Mittagessen (für mich also Frühstückszeit) geweckt. Dann hatte ich wieder Wache. Andreas (mein Toppsgast) hat uns gerade etwas über die Rahen und ihre Tampen erzählt, als Heike plötzlich „Boje über Bord“ schrie. Keine Angst! Es war natürlich nur eine Übung. Nach kurzer Zeit waren alle an Deck und das Rettungsmanöver konnte beginnen. Segel wurden gebrasst und geborgen und das Dinghi wurde ausgesetzt, die über Bord geworfene Boje wurde gerettet. Das ganze passierte innerhalb weniger Minuten und ich habe wieder einmal gemerkt, dass es echt sehr wichtig ist, dass jeder weiß, was er im Ernstfall zu tun hat. Nachdem das Dinghi und die Boje wieder sicher an Bord waren, habe ich den Platz der Boje im Dinghi eingenommen und den Geretteten gespielt. Ich wurde in Decken eingewickelt und zum Spill getragen. Damit war die Übung beendet und ich hatte wieder „normale“ Wache. Außerdem hatten wir wieder Besuch von Delfinen, die neben der Roald schwammen, das ist immer sehr schön. Wie immer gab es nach meiner Wache Kaffee und Kuchen und zur Feier des Tages gab es Pfannkuchen. Ich habe mich mit meinem Pfannkuchen nach draußen gesetzt und die Sonne genossen. Heute war nämlich richtig gutes Wetter! Um die letzten Sonnenstrahlen noch einmal intensiv zu erleben, sind Isa und ich auf den Klüverbaum geklettert. Es war wunderschön da oben – der perfekte Abschluss für einen schönen Tag.
Lydia

1. Trixi gratuliert ihrer Cousine im Wendland zum Geburtstag.
2. Greetings to my bestie – hier ist alles klärchen, ich hoffe, auf der anderen Seite des großen Teiches in den USA auch. (Laurine)
3. Janik & Theo wünschen Maggy alles alles Gute zum Geburtstag.
4. Anouk grüßt ihre Familie, Freunde und alle, die den Blog mitverfolgen! Mir geht“s gut.
5. Das Geburtstagskind grüßt und vermisst seine Familie!