Nach Longo Mai

Datum: 30. Januar 2017 (Tag 115)
Position: Longo Mai, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: wechselhaft
von Lea

leaHeute stieg von Stunde zu Stunde die Spannung und die Vorfreude auf die Gastfamilien. Der Tag begann wie immer in La Gamba mit einem coolen Frühstück: Früchte, Jogurt und Müsli. Das war der Ansporn für den Tag. Dann ging es ans Packen und das schnell, weil diejenigen, die fertig waren, ihr Handy bekamen. Jeder versuchte sich für die nächsten zwei Wochen zu verabschieden und noch die ganzen Schulkurse für die Oberstufe mit den Eltern zu besprechen. Um 10:00 Uhr kam dann  unser Bus und wir mussten uns leider von La Gamba und unseren coolen Betreuern Flo und Felix verabschieden. Es war eine geile Zeit, aber es kommt eine weitere geile Zeit und da haben wir uns dann auch so um ca. 10:15 Uhr hinbewegt. Die Fahrt nach Longo Mai dauerte ungefähr zwei Stunden. In Longo Mai angekommen, kamen nach und nach die Mütter und haben uns abgeholt. Sie waren am Anfang sehr zurückhaltend, sind aber nach einer Weile aufgeblüht. Die Häuser sind sehr einfach, doch einfach schön.

Wir bekamen dann noch mal zwei Stunden Zeit, um uns einzuleben und dann haben wir uns alle in einem Gemeinschaftsraum des Ortes getroffen. Man nennt ihn auch Rancho. Es ist der Raum, in dem auch unser großes Kulturfest stattfindet. Unsere Spanischlehrer kamen dann auch und wir wurden ihnen zugeteilt. Es gibt fünf Lehrerinnen. Ein paar von ihnen können etwas englisch und ein paar nur spanisch. Doch genau das ist das Tolle daran, weil wir keine andere Chance haben Spanisch zu lernen und das motiviert einen, um sich mit andern Menschen des Ortes zu unterhalten. Nach dem Kennenlernen gab es Essen. Doch am späten Abend haben wir alle noch den Ort ein bisschen durchforscht und unser Endziel war der Spielplatz. Um 22:00 Uhr haben sich die Gruppen getrennt und es ging ins Bett, um morgen wieder gut in den Tag zu starten.
Lea

P. S.: Servus Papi! Ich wünsche dir alles Liebe zum Geburtstag. Ich weiß, du wirst ihn nicht feiern, aber nur dass du es weißt, ich denke an dich. Doch ich denke auch an dich meine Mami und meine restliche Familie, wie auch meinen lieben Freund und Freunde.

Ein Tag, viele Projekte!

Datum: 29. Januar 2017 (Tag 114)
Position: La Gamba, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: sonnig
von Immanuel

immanuelJa, heute war der Tag, an dem wir alle an unseren eigenen kleinen Projekten forschen durften. Nach Tessas Referat über den tropischen Regenwald durften wir uns ein Thema aussuchen – die Projektvorschläge gingen vom Libellenfangen über die Tiere im und am Fluss zu erforschen und beobachten bis hin zum Beobachten vom Ameisenverhalten in verschiedenen Stresssituationen. Maike, Sonja, Johanna, Claire, Hannah und Zora erforschten das Fressverhalten von Fischen – Ihr Ergebnis: Fische mögen Ameisen, haben aber Angst vor Tausendfüßlern! Außerdem isst immer nur der große Fisch die Ameisen, also können kleine Fische eigentlich gar nicht überleben! Pia und Karla machten ein ähnliches Projekt, gaben den Fischen aber Tortillas zum Essen. Lara und Simin versuchten ihr Glück im Beobachten von Kolibris, saßen dafür den ganzen Tag vor einer Blume und haben in der ganzen Zeit (immerhin :)) EINEN Kolibri gesehen. Der war aber leider so schnell wieder weg, wie er gekommen war, dass sie es nicht mal mehr geschafft haben ihn zu fotografieren. Da hatten Damaris, Tessa und Amira sogar mehr Glück – obwohl sie gar nicht darauf aus waren Kolibris zu sehen, haben sie in der gleichen Zeit sechsmal so viele gesehen.

Jesko und Leo haben zusammen mit Floraforscher Florian erforscht, wie eine Biene auf verschiedene Gerüche reagiert. Johann, Niko, Bishal, Tatsumi, Jaron und Anton fingen ein paar Ameisen und versetzten sie in Stresssituationen. Einmal ließen sie zum Beispiel eine Spinne mit ins Ameisennest, welche dann sofort von ein paar Ameisen zerstückelt wurde! Ihr Ergebnis des Projekttages: Ameisen sind nur aggressiv, wenn sie etwas zu verteidigen haben, wie zum Beispiel in diesem Fall ihre Larven.

Tabea, Carlo und ich haben uns zusammen mit Felix, dem Libellenspezialisten der Tropenstation auf die Fahrräder geschwungen und sind in einer halbstündigen Fahrt, bei der man mal wieder gemerkt hat, dass man das letzte viertel  Jahr keinen Sport mehr gemacht hat, zu einem Fluss gefahren, um dort an einem bestimmten Flussabschnitt so viele verschiedene Libellenarten zu fangen wie möglich!  Nach einer kurzen Einweisung von Felix konnte es auch losgehen. Wie kleine Kinder liefen wir mit unseren Keschern den farbenfrohen Insekten hinterher. Mit ein bisschen Übung gelangen uns auch richtige Glückstreffer: Carlo fing zum Beispiel eine sehr seltene Art mit einem eleganten Kescherschwung IM FLUG! Insgesamt fingen wir ca. 15 Libellen, die von Felix an der Station dann schockgefrohren wurden, um sie anschließend unterm Mikroskop anzuschauen.

Am Nachmittag sind wir auch nochmal los an einen Tümpel, um dort andere Libellenarten zu fangen. Wieder gelangen uns richtige Glückstreffer und ich denke, Felix war mit uns sehr zufrieden. Unser Ergebnis: an verschiedenen Orten haben sich Libellen an die Umstände angepasst und wir haben am Tümpel keine einzige Libelle gesehen, die es am Fluss gegeben hatte. Ich denke, ich kann zusammenfassend für alle sagen, dass uns der Tag allen total viel Spaß gemacht hat und möchte mich nochmal bei unseren Guides Flo und Felix bedanken, für die Geduld, die sie mit uns hatten und mit welchem Geschick sie uns die wissenschaftlichsten Sachen in normales Deutsch übersetzt haben. Danke dafür!
Immanuel