Datum: 26. März 2017 (Tag 170)
Position: Bermuda
Etmal: –
Wetter: Luft 19°C, 1015 hPa
von Sonja
„Sonja, straff dich, jetzt steh endlich auf!“ So wurde ich heute morgen um halb eins von Zora zur Hafenwache geweckt. Zügig kletterte ich aus meiner Koje, um Maike in der Brücke vorzufinden, natürlich nicht ohne meine Kuscheldecke, die übrigens von der Stammcrew an Deck verboten wurde, weil sie anscheinend „die Schiffssicherheit gefährdet“. Aber das merkt ja keiner um diese Zeit, muhahahaha. Nach circa fünfzig Seiten „Harry Potter and the deathly hollows“ und zwei Tassen Hagebuttentee war es an uns, wecken zu gehen. Die diesmaligen Opfer: Hannah und Niko. Als sie verschlafen zur Wache erschienen, verkrochen Maike und ich uns zurück in unsere Kojen und verschliefen aufgrund unserer „superaktiven“ Nachtwache das Frühstück. Dabei hatten Johanna und Claire sich beim Wecken so viel Mühe gegeben. Weiterschlafen konnte ich aber trotzdem nicht, weil ich noch Grünen Plan mit Johanna machen musste. Top!
Dann, um viertel nach neun, ereilte uns Schüler das Grauen… DIE DEUTSCHARBEIT!!!, für die die meisten am vorigen Abend gelernt hatten. Es dauerte schrecklich lange: 1 1/2 Stunden und als alle abgegeben hatten, besprachen wir, wie man das auch zuhause in der Schule macht, unsere Ergebnisse. Und worauf wir uns jetzt schon alle „freuten“: Feuerrolle. Klar, wir verstehen alle, dass es notwendig ist alles durchzugehen und zu üben, aber wenn Leute, wie Hannah, die eigentlich Rudergängerin ist, und weil wir im Hafen sind, nichts zu tun hat, eine Stunde lang am Steuer stehen und einfach nur chillen, geht man nicht mit gaaanz so viel Motivation an die Sache. Nach einer kleinen Besprechung, bei der unser Schülermaschinist Carlo mit uns geschimpft hat, gab es Mittagessen. Dann wurde der Abwasch gemacht, Geld abgehoben, Kojen aufgeklart und schon gaben die Lehrer uns das „Ok“ für Landgang.
Die meisten Schüler begaben sich in den total überteuerten Supermarkt oder auf den Platz mit freiem WLAN, aber Immo, Maike Lara, Tatsumi und ich wollten die Insel ein wenig erkunden und bechlossen, einfach mal drauf loszugehen. Wir sahen erstaunlicherweise sehr viel: coole Straßenschilder (nicht wahr Maike? Tatsumi?), eine halbfertige Kirche, und einen Strand mit türkisblauem Wasser. Zurück an Bord gab es zum Abendessen Nudelauflauf à la Simin und als die Backschaft mit Abspülen fertig war, schauten noch einige beim Filmabend „How i met your mother“, wenn auch einige in der Messe, wie immer, einschliefen (*hust* Maike). Liebe Grüße von der Jonny
Sonja
BeimWecken wurde uns quasi schon das Kopfkissen, die Bettdecke und das Bettlaken weggerissen und zum Waschen gebracht. Das hatte es auch echt mal nötig… 🙂 Mit ein paar Leuten sind wir mit der Wäsche dann in großen Müllsäcken durch die gesamte Altstadt gelaufen und haben dafür ein paar komische Blicke geerntet. Nach einer guten Stunde hatten wir alles gewaschen und mas o menos getrocknet und der ganze Weg wieder zurück. In der Zwischenzeit haben die anderen die Last ausgeräumt ZUM LETZTEN MAL :(, denn der Kojentausch stand an – AUCH ZUM LETZTEN MAL. Aber eigentlich kann man darüber ganz froh sein, denn das Ganze ist immer eine riesige Aktion. Vor allem, weil wir jetzt (leider) die luftigen Sommersachen gegen dicke Wintersachen tauschen mussten. Denn bei den für uns jetzt eisigen Temperaturen (so um die 20 Grad) reicht der eine Pulli nicht mehr… Das heißt aber auch, dass wir jetzt noch weniger Platz in unseren sowieso schon Minischubladen haben. Generell ist es nicht so einfach auf knappen 10 m² mit 12 Mädchen den ganzen Kram in eine andere Koje zu verfrachten. Bis alle ihre Kojen bezogen, Schubladen eingeräumt haben, gesaugt und gewischt wurde, dauert das Ganze schon mal 4 Stunden.