Datum: 22. Januar 2021
Position: 12° 29,6‘ N und 61°28,8‘ W, Sandy Island bei Carriacou
Wetter: Luft 28,5°, sonnig
von Emil
Also gestern 14:00 Uhr war der letzte Zeitpunkt für alle außer der letzten Tauchgruppe an Bord zu sein. So wurde es morgens für viele, zu mindestens für mich, sehr überraschend angesagt, dass wir ein nicht fernes, dennoch neues Ziel ansteuern wollen. Carriacou hieß das neue Ziel, eine kleine Insel unweit nördlich von Grenada. 14:00 Uhr: Schiffsarbeiten oder auch die Johnny für den Schlag nach Carriacou seeklar machen. Auf dem Plan stand das erste Reff für den Schoner, die Sonnensegel runter, die Beiboote aus dem Wasser holen sowie sichern und zuletzt natürlich die Persenning, oder auch Segelkleider genannt, entfernen. Gegen 16:30 Uhr also kamen auch die letzten Taucher zurück, dann wurde die Maschine angeschmissen und der Anker gehoben. Direkt nachdem der Anker oben war, haben wir noch in der Bucht die Segel gesetzt und wie immer zuerst Groß, dann Schoner und dann die Vorsegel, d.h. Fock und Klüver. Nach einer sehr spaßigen Kurbelei an der Höllenmaschine durfte ich auch schon den Anfang von Lana’s Block berichtigen. So weit so gut war es auch schon wieder 18:30 Uhr, das heißt Abendessen. Viel mehr war dann auch nicht mehr an diesem Tag, also Zähne putzen und ab in die Heia.
Um 07:00 Uhr erscheinen langsam alle sehr verschlafen beim Frühstück. Das einzige Besondere an dem Morgen war, dass man Platz am Tisch hatte, da endlich wieder Wache gegangen wurde. Das heißt, dass die stehende Wache sowie die 00:00 Uhr – 04:00 Uhr Wache nicht da waren. Nach dem Frühstück mussten wir die Segel also wieder bergen. Das ging natürlich ratzfatz. Also fuhren wir den Rest der Strecke mit Maschine, weil der Wind leider genau aus der Richtung kam, wo wir hin wollten. Die ersten Blicke auf die Inseln, die langsam am Horizont erschienen sind, sind nur WOW. Und die ersten Gedanken waren vermutlich: das ist das Paradies. Das kleine Atoll „Sandy Island“ war wunderschön, mit weißem Strand, Palmen im Hintergrund und dem in der Sonne strahlendem türkisfarbenem Wasser. Ich habe das Gefühl, spätestens jetzt hat jeder von uns realisiert, dass wir in der Karibik sind. Anker werfen und wir liegen.
Und schon ist es 12:00 Uhr und was heißt das? Genau, Mittagessen… Nach dem Mittagessen wurden Jobs für Schiffsarbeiten verteilt und, ja, natürlich habe ich die ehrenvolle Aufgabe, wieder in den Ankerkasten zu klettern, um diesen zu säubern. Meine Mitstreiter bei dieser Aktion waren Selma und Jonne von den Schüler*innen und Sigi als Steuermann. Die Aktion war schmutzig, aber zum Glück schnell vorbei. 13:30 Uhr: noch eine halbe Stunde, in der man die Beiboote wieder ins Wasser ließ und alle sich auf Sandy Island vorbereiten.
Sandy Island: ein wunderschönes, in die Länge gezogenes Atoll, welches mit vielen Palmen bewachsen ist. Natürlich war der Wunsch eines Besuches sehr hoch, aber nicht nur unter den Schülern*innen, auch Steuermänner, Lehrer und der Kapitän wollten mit. Also brachen wir gegen 14:30 Uhr mit dem schwarzen Beiboot zum paradiesischen Strand auf. Mit dem Dinghi-Bug direkt auf den Strand kam die erste Gruppe an und genauso die zweite und die dritte. Alle hatten genau diesen Vibe mit der langsam untergehenden Sonne und der im Hintergrund laufenden Musik. Und was natürlich nicht fehlen durfte war Volleyball und Schwimmen, Schnorcheln und dabei die Unterwasserwelt bestaunen, in der Sonne liegen, Einsiedlerkrebse bewundern, Muscheln, Korallenreste und Seeigelgehäuse finden. Für all das hatten wir genug Zeit und diese wurde natürlich auch ausgiebig genutzt. Gegen 17:30 Uhr hat auch das letzte Boot die Insel wieder verlassen. Und so ging auch dieser Tag mit einem entspannten Abendessen vorbei.
Emil
Grüße:
Hippolyt grüßt seine Omama die am Sontag Geburtstag hat. Er wünscht ihr alles Gute, und freut sich, sie in drei Monaten in den Arm zu nehmen!
Mahdi und Anton, wie ist es so ne Winterjacke zu tragen
Caspar grüßt Catherine und Paul Vincent

24 Stunden stellt man sich extrem lang vor. Aber wenn man den Scheiß dann zusammenfassen soll, fällt einem nichts ein. 14.00 Uhr war der Pool zu Ende, in dem wir auf die gefährlichsten Situationen und Eventualitäten vorbereitet wurden. Nach diesen wirklich anstrengenden 3 Stunden ging’s dann in die Mittagspause. Man hat das Brot, dass man sich am Morgen geschmiert hat, gegessen. Danach ging’s raus mit dem frisch erhaltenen Equipment. Dazu gehörten ein Nassanzug, eine Sauerstoff-Flasche, eine BCD-Weste (Buoyancy Compensator Deliverer), das Versorgungssystem (Schläuche mit Atemgerät, Druckanzeige, Anschluss ans BCD und ein Notfallatemgerät, Flossen sowie eine Taucherbrille mit Schnorchel. Nun hieß es nur noch an Bord der Salsa und dann „Heide Yallah Abfahrt“. Mit Vollspeed erreichen wir unseren Tauchplatz, an dem wir eine kleine Besprechung machten und dann die Ausrüstung tauchtauglich aufbauten. Dazu gehören den Tank an die BCD-Weste anschließen, dann das Versorgungssystem so zu verkabeln, dass man Luft bekommt, was nicht ganz unwichtig unter Wasser ist. Man sollte darauf achten, dass der O-Ring (Gummi Dichtungsring) überhaupt im Anschlussventil der Flasche sitzt. Anschließend sollte man den Druck checken. Dabei muss man darauf achten, das Barometer mit der Glasseite an die Flasche zu halten, da das Glas zwar extrem selten zerspringt, dies aber dennoch passieren kann, wenn das Ventil der Sauerstoffflasche geöffnet wird und der schlagartig hohe Druck plötzlich auf das Versorgungssystem einwirkt. Der Druck sollte mindesten auf 200 bar sein und nicht sichtbar sinken, wenn man über das Mundstück einen Test-Atemzug nimmt. Ein wenig später ging es schon in die Tiefe.
