Von Wellenbrechern und Nebelgeistern

Datum: 19. März 2021
Position: 15°03.440’N, 061°06.462’W, Martinique
Wetter: sonnig, vereinzelt Schauer
von Jan

Moin und da bin ich wieder. Wir liegen ja im Moment noch in Martinique im Hafen und hatten gestern unseren Ausflugstag. Zwei Gruppen waren unterwegs. Eine Gruppe unternahm eine Wanderung auf den Vulkan Montagne Pelée und eine andere Gruppe, zu der ich gehörte, genoss eine Rundtour über die kunterbunte Insel. Ich erzähle so ein bisschen über die Rundtour, weil ich ja dabei war und danach kommen ein paar kleine Fragen, die ich an die „Wanderer“ gestellt hab, damit ihr (und natürlich auch ich) auch einen kleinen Eindruck davon bekommt, wie es dort war.

Genau, also wir sind im Gegensatz zu denen, die wandern waren, morgens ganz normal aufgestanden. Die „Vulkangruppe“ wurde nämlich um 5:45 Uhr geweckt. Wir haben dann morgens entspannt gefrühstückt und haben die Messe noch etwas aufgeräumt und Anselm durfte noch ein bisschen malen. Wir wurden dann um 8:30 Uhr mit zwei Bussen abgeholt und sind losgefahren. Als ersten Stop sind wir zu einer sehr schönen Kirche gefahren, von der man auch einen sehr schönen Ausblick aufs Wasser hatte und auf ein kleines Dorf. Dann sind wir weiter gefahren mit einigen ganz kurzen Zwischenstops, sodass uns z.B. Kaffeebäume am Straßenrand gezeigt werden konnten. Nach einiger Zeit sind wir inlandig in den Regenwald gefahren, wo wir einen Stop an einem kleinen Bach gemacht haben, wo wir von den Guides Saft und Chips bekommen haben (YYYaaaiiiii…!!). Nach so ca. 15 Minuten sind wir dann weitergefahren zu einem lokalen Restaurant, zu dem ein Weg zu einem Wasserfall gehört. Bis auf vier Leute, die gesundheitlich bedingt nicht den Weg entlanglaufen konnten, ist der Rest aufgebrochen. Der Weg bestand aus einer sehr langen „Treppe“, die quer durch den Urwald führte. Nach den ersten ca. 200 Treppenstufen kam ein kleiner Bach, an dem ich wieder umdrehen musste, weil ich Probleme mit meinem Knie habe und ansonsten den Weg nicht zurück geschafft hätte.

Aber naja, dafür haben Robert, Niko und ich uns mit einem der Fahrer sehr viel unterhalten, was sehr interessant war, denn er hat ein bisschen über die Beziehungen zwischen Martinique und Frankreich erzählt. Das war schon echt sehr sehr cool, einen Local darüber reden zu hören, wie er sich fühlt. Nach einiger Zeit sind die anderen wieder zurückgekommen und sie haben erzählt, dass es super schön war und dass man durch eine Höhle laufen musste, in der man bis zur Hüfte im Wasser stand. Als alle dann wieder da waren, sind wir ein Stück zu einem Eiswagen gefahren, an dem es superleckeres, selbst gemachtes Eis gab und dort haben wir dann alle ein Eis bekommen. Von dort sind wir weiter nach Saint Pierre gefahren. Dort haben wir uns die Ruinen eines alten Theaters angesehen, welches, wie das gesamte alte Dorf, bei dem Ausbruch des Montagne Pelée weitgehend zerstört wurde. Von dem Theater konnte man auch das Gebiet des alten Gefängnisses sehen, indem der einzige Überlebende des Unglücks war. Nach der Besichtigung sind wir noch ein Stück in das Dorf reingefahren und hatten dann eine halbe Stunde freien Landgang, da sind wir dann ein wenig durch die Straßen geschlendert.

Als alle wieder da waren sind wir in Richtung eines Vulkansandstrandes aufgebrochen. Als wir angekommen waren, war es ein sehr bizarres Bild, denn der Strand war tief schwarz, was sehr ungewohnt aussah. Die Wellen allerdings, die dort waren, kamen uns sehr bekannt vor. Wir haben uns alle umgezogen und sind ins Wasser gelaufen, nur um wieder von einer Welle umgeschmissen zu werden. Es war sehr lustig. Wir sind dann knapp 1½ Stunden dort schwimmen gewesen und haben einfach die Zeit genossen. Als Stefan uns dann aus dem Wasser geholt hat, haben wir uns schnell umgezogen, damit wir noch freien Landgang in Fort de France bekommen. Das haben wir dann auch geschafft. In der Hauptstadt sind wir dann zu einem Frozen-Joghurt-Laden gegangen. Der war zwar teuer, aber echt sehr, sehr lecker. Anschließend sind wir dann ganz entspannt zurück zum Schiff gelaufen. Dort haben wir die andere Gruppe wiedergesehen und ein bisschen herumgescherzt, wessen Ausflug nun besser war. So, das war mein Tag und jetzt kommt noch das Interview mit der anderen Gruppe.

Wie war die Aussicht von dort oben?
Wahnsinn…sehr geil, richtig wilder Nebel…!!!!!! Ronja meint, da waren richtig geile Berge aus Nebelbänken und wenn man es geschafft hatte im Sprühregen die Augen auf zu machen, konnte man die Nebelschwaden beobachten, wie sie vorbeizogen.

War es dort angenehm zum Wandern?
Gemeinsame Meinung von Ronja und Raphael: Am Anfang war es sehr angenehm, weil es schön kühl war und nicht zu heiß. Sie meinten aber auch, dass es am Ende angefangen hat zu schütten, wie sonst was und das anfangs sehr unangenehm war. Letztlich hat es jedoch gute 1½ Stunden durchgehend geschüttet, sodass wir ziemlich schnell bis auf die Haut komplett durchnässt waren, es jedoch so warm war, dass das dann auch nichts mehr ausgemacht hat.

Gab es Besonderheiten?
Lara meinte, dass die gesamte Wanderung sehr besonders war. Die Strecke und die Natur um sie herum waren einzigartig, besonders und unglaublich schön.

Wie war das Gefühl auf einen Vulkan zu steigen?
Als ich Clara gefragt habe, sagte sie, dass sie nicht richtig darüber nachgedacht hat und es einfach für sie eine ganz normale Wanderung war, bis auf die Zeit, wo sie an der Abbruchkante entlanggelaufen sind. Das fand sie sehr beeindruckend.

Wie war die Flora und Fauna?
Raphael hat drauf geantwortet, dass der gesamte Berg über und über dicht mit Pflanzen bewachsen war und nur der schmale Weg nicht grün war. Außerdem gefielen ihm die uralten Baumfarne, die überall am Wegesrand standen. Zur Fauna meinte er, dass er in einem Gebirgsteil ein sehr interessantes Vogelgezwitscher gehört hat, was ihn an das Vogelgezwitscher im Film „Die Tribute von Panem“ erinnert hat, da es irgendwie bedrohlich, aber eben auch extrem schön war. Außerdem schloss Ronja an, dass überall dicke, braune, haarige Raupen waren.

So, damit verabschiede ich mich für heute von See und hoffe, dass es allen, die das hier lesen, gut geht und dass euch nicht zu langweilig zu Hause wird. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass uns hier wahrlich nicht langweilig wird. Außerdem grüße ich meine Familie und hoffe, dass wir uns bald wiedersehen!
Jan


20. März: Neue Bilder von der HSHS – Die HSHS 20/21 auf Kuba

Von Krebsen und Regen

Datum: 15. März 2021
Position: 14°32,08’N, 061° 01,9‘W, Fort de France, Martinique
Wetter: sonnig
von Anabel (mit Selmos Hilfe)

Guten Morgen, Mittag, Nacht, oder wann auch immer ihr den Blog hier lest! Holen Sie sich Popcorn und etwas Gekühltes zu trinken! Das hier könnte vielleicht etwas länger dauern. Also bitte lehnen Sie sich zurück und genießen Sie es, in unser kleines Universum einzutauchen! Herzlich Willkommen zum längsten Tagesbericht in der Geschichte der Tagesberichte! Warum das der längste Tagesbericht werden soll, erkläre ich gleich. Aber erstmal ein großes Dankeschön an Leo, der für mich gerade Backschaft macht und an Selmo, die mir beim Blog hilft, da ich bisher noch keine Zeit hatte irgendwie mit dem Blog anzufangen. Das könnte eventuell daran liegen, dass mir erst vor dem Abendessen eingefallen ist, dass ich heute wieder für den Tagesbericht an der Reihe bin.

Warum das hier der längste Tagesbericht werden soll/wird: An einem Nachmittag saß ich mit Raphael, Fritzi, Julius, und noch ein paar anderen (aber ich weiß nicht mehr wer genau, sorry) im Seegarten und Raphael hat den Blog-Beitrag von einem/einer anderen Schüler*in durchgelesen. Wir wollten dann alle noch Grüße schreiben und Raphael hat den Laptop, mit der Warnung: „Passt auf den Stick auf“ weitergegeben. Darüber haben wir uns lustig gemacht, da der Stick „nur“ vier Gigabit hat und wir meinten, dass da ja so gut wie nichts draufpassen würde. Raphael hat eingeworfen, dass wir ja nie so lange Berichte schreiben, mit denen der Stick voll werden würde. Ich meinte dann aus Spaß, dass mein nächster Blog so lang werden wird, dass die 4 GB voll sind. Später ist uns aufgefallen, dass nicht einmal ein Buch über ein Gigabit braucht. Aber ich bemühe mich dennoch so detailliert wie möglich Vergangenes zu schildern. Wir werden ja sehen, wie weit ich mit der Idee komme. Also viel Spaß beim Lesen!


20. März: Neue Bilder von der HSHS – Die HSHS 20/21 auf Kuba


Also fangen wir mit Decksarbeiten und Landgang am Samstag, den 13.03. an: Nachdem auch die letzten Schlafmützen aus ihren Kojen gekrochen kamen, war es endlich Zeit für´s Frühstück. Allerdings gab es nichts nennenswert Besonderes zum Fuddern. Beim Essen wurde uns dann noch eröffnet, dass wir doch noch an Land können (natürlich mit Corona Test vorher), worüber wir uns alle unglaublich dolle gefreut haben! Direkt nach dem Frühstück wurden wir von Tim und Siggi zu Decksarbeiten und Großreinschiff eingeteilt. Wir bemühten uns, die anstehenden Arbeiten so schnell wie möglich zu erledigen, da wir alle sehr motiviert waren, endlich Martinique zu erkunden. Die Steuerbordgruppe sollte unter Deck vorne und achtern putzen. Die Backbordgruppe (also meine und Selmos Gruppe) wurde für Decksarbeiten eingeteilt. Anselminsky und ich haben gemeinsam den Bootsmannstore aufgeräumt. Für alle Landratten, die nicht wissen, was damit gemeint ist: Der Bootsmannstore ist ein Raum, in welchem alle Ersatzteile wie Schäkel, Stagreiter, Blöcke etc. aufbewahrt werden. Haha, jetzt kann es natürlich sein, dass ihr auch nicht informiert seid, was Schäkel und Stagreiter sind, aber was soll´s… Dazu hat uns Siggi erläutert, was wir alles machen sollten.

Zunächst haben wir den kompletten Bootsmannstore ausgeräumt. Los ging das fröhliche Hochwerfen von Tauwerken und Segelsäcken. Irgendwann hat Anselm mir ein „komisches Holzteil“ hochgegeben. Nachdem wir Siggi gefragt haben, weiß ich nun, was das „komische Holzteil“ ist. Siggi meinte, dass man das Holzteil benutzt um Löcher im Schiff zu stopfen. Falls wir doch nicht so perfekt Ausguck gehen und einen Eisberg rammen (habe gehört, Dinge passieren…), können wir diese Löcher dann notdürftig flicken. So beugen wir dem vor, nicht zu sinken. Also nix mit Panic on the Titantic! Praktisch oder? Wir mussten dann erstmal die ganzen Taue neu aufschießen und den Boden sowie die Oberflächen von Staub und Dreck befreien. Dort unten im Bootsmannstore ist es jedoch unglaublich stickig und heiß, weshalb wir leicht (ähmmm…sehr sehr dolle…) ins Schwitzen gekommen sind. Irgendwann sind wir auf die Idee gekommen, dass eine Person oben stehen könnte und der anderen Luft zufächeln könnte, was wenigstens ein bisschen geholfen hat.

Während wir da unten am Schwitzen waren, haben die anderen aus unserer Gruppe u.a. die Bulleyes der Messe ausgebaut und diese dann poliert. Sobald der Bootsmannstore von Siggi abgenommen worden war, haben wir geholfen, die Bulleyes zu polieren. Das war eine unglaublich anstrengende und zeitaufwendige Aufgabe, da wir die Bulleyes von grün (also der ganze Grünspan) auf golden (also das blanke Messing) poliert haben. Damit hat Jonne angefangen, obwohl eigentlich nur geplant war den gröbsten Dreck weg zu machen. Aber jetzt sehen die aus wie neu! Der erste Tag Arbeit an den Bulleyes hat schon 3-4 Stunden beansprucht und wir sind noch lange nicht fertig.

Nach dem Mittagessen haben wir uns alle für den allerersten Landgang fertig gemacht – zum ersten Mal auch wieder auf europäischem Boden! An Land angekommen, haben uns Noah und Fredo zu der Praxis geführt, in der wir die Corona Schnelltests machen sollten. In der Praxis mussten wir erstmal warten und warten und warten. Irgendwann ging es dann langsam los und wir sollten, nach Alphabet geordnet, zu den Dottores unseres Vertrauens Dr. Jo (Johannes) und Merlo in den Untersuchungsraum. Dr. Jo kam dann mit dem Stäbchen in unsere Nase und hat ein bisschen an unserem Gehirn gekratzt…also so hat es sich jedenfalls angefühlt. Aber ich muss sagen, dass das meiner Meinung nach bisher der angenehmste Test war. Wenden Sie sich in Zukunft also immer an den Dottore unseres Vertrauens, Dr. Jo. Obwohl man von Robert was anderes gehört hat, der ist nämlich schreiend aus dem Zimmer rausgekommen und meinte „Die wollen mich umbringen!“, was natürlich ein Spaß von ihm war. Dass hoffe ich zumindest… Nachdem alle getestet wurden und natürlich alle mit dem Ergebnis: NEGATIV aus dem OP kamen, haben wir uns erstmal alle zusammengesetzt und besprochen, was wir so in den nächsten Tagen unternehmen wollen. Es gab Ideen, wie zum Beispiel eine Wanderung auf den Vulkan, ein Strandtag oder eine Tour durch die Mangroven, wovon Harald schon geschwärmt hat. Dann wurde noch besprochen wie der folgende Landgang aussehen sollte. Dilera hat uns jeweils 15 Euro gegeben, mit denen wir uns Abendessen kaufen durften. Anfangs war geplant, mit allen zusammen Pizza zu essen, jedoch konnten wir nirgendwo eine Pizzeria scouten, die diese für uns liefert. Deshalb die Idee mit den 15 Euro. Bevor es los ging, haben wir uns so wie immer in den Landgangsgruppen von Fritzi fotografieren lassen.

Ich bin mit Selmo, Leni, Lari, Jasminchen und Johanni los gegangen. Nach kurzem Spaziergang haben wir neben einer Kirche einen Mann getroffen, den wir nach der nächsten Pizzeria gefragt haben. Während wir der Wegbeschreibung des netten Franzosen gefolgt sind, haben wir lauter schöne Häuser gesehen und ganz viele Palmen. Noch vor der Pizzeria haben wir ein Café gefunden, wo auch schon so gut wie alle HSHSler an Tischen saßen und Baguettes, Macarons, Croissants und andere Leckereien gefuttert haben. Nachdem die Gebäcke nach und nach in unseren Mägen verschwanden, haben wir direkt neben dem Café einen kleinen Shop gefunden, wo es Postkarten, Schmuck, Räucherstäbchen und noch ganz viel anderen Kram gab. Zwei Häuser weiter hat man auch schon die Pizzeria gesehen, von der uns der nette Franzose erzählt hat. Also aufi aufi Pizza essi essi! Wir mussten aber erstmal entscheiden, welche der leckeren Pizzen wir jetzt essen wollten. Die Bestellung haben Lari und Johanni mit souveränem Französisch für uns übernommen, auch wenn Selmos Latein und Altgriechisch natürlich immer hilfreich ist (Arg, leider nein, hat sich rausgestellt, „war gar nicht unerwartet“…) ??!

Während wir auf unsere Pizzen gewartet haben, haben wir uns immer zu zweit eine Cola geteilt und uns auf unsere Pizza gefreut. Sobald diese dann fertig war, haben wir uns vor dem Restaurant auf den Bordstein gesetzt und die Pizza genossen. Da wir noch Geld übrig hatten, haben wir uns dazu entschieden, unser Geld im Supermarkt zu lassen und natürlich nur gesunde Lebensmittel einzukaufen. Auf dem Weg zum Supermarkt liegt eine wunderschöne Bucht, die man direkt von der Straße aus bewundern kann. Die Johnny haben wir aber leider nicht sehen können. Geplant war mit den geshoppten Sachen ein Sonnenuntergangs-Picknick zu machen. Als wir voll beladen aus dem Laden wieder heraus gestolpert kamen, ging die Sonne auch schon langsam unter. So saßen wir dann da mit der wunderschönen Aussicht und waren super froh und dankbar darüber, nun doch an Land zu sein.

Um 20:00 Uhr ging es dann für die ersten zurück zu unserem Dinghi „Olga“ und damit zur Johnny. An Bord wurde auch schon der Casino-Abend vorbereitet. Dafür haben sich alle ihre protzigsten Sachen angezogen, dunkle Sonnenbrillen wurden heraus gekramt und jede Menge Gel in die Haare geklatscht. Die Messe wurde in ein Casino verwandelt. Es war komplett dunkel und an zwei von drei Tischen wurde gespielt. An einem Tisch wurde Poker gespielt, am anderen Black Jack. Dazwischen war eine Bar mit Säften und Limetten und jede Menge Eis aufgebaut. Wer etwas trinken wollte, ist zu den Barkeepern Selmo und Jasminchen gegangen und hat sich die mit Zuckerrand verzierten Gläser einschenken lassen. Jedoch kamen die Pokerspieler irgendwann zu dem Punkt, zu Black Jack zu wechseln, weil Leni beim Pokern alle abgezockt hat. So saßen wir dann noch ein Weilchen spielend und Säfte von unserer Bar trinkend in der Messe und hatten unseren Spaß. So langsam sind wir dann aber auch schlafen gegangen und haben von den ersten Eindrücken auf Martinique geträumt.

Sundays are for BAGUETTE and for AUSSCHLAFEN!!! Und nicht zu vergessen…: For Krebse 😉
Gutennnnn Morgen! Ausnahmsweise durften wir mal ausschlafen. Es gab erst um 9.00 (!) Uhr Frühstück und nicht wie sonst um 7.30. Leider waren wir alle trotzdem total müde, weil wir abends wieder mit unserem HSHS-Motto argumentiert haben: „Schlafen kannst du, wenn du wieder zuhause bist!“. Naja, selber schuld… Noch vor dem Frühstück sind ein paar Schüler*innen mit Stefan zusammen an Land gefahren um gaaaannzzz viel Baguette zu kaufen. Die haben, wie erwartet, sehr lecker geschmeckt und waren eine tolle Abwechslung zu dem Brot, das wir immer essen. Nach dem Fuddern hatten wir dann erstmal etwas Freizeit. In dieser Zeit haben ein paar zusammen mit Harald an den Bulleyes weitergearbeitet. Wir haben die so lange poliert bis wir geblendet wurden ;). Wir mussten das Polieren dann kurz unterbrechen, um schwimmen zu gehen. Das hat sich aber echt gelohnt, weil das Wasser total erfrischend war. Nach der Erfrischung ging es weiter mit den Bulleyes, damit sich die anreisende Stammcrew auch wohl bei uns fühlt. Laut der jetzigen Stammcrew waren die Bulleyes aber noch nie so golden wie jetzt. Gegen 14:30 Uhr sind wir wieder an Land geshuttelt worden, um von dort eine Tour durch einen Mangrovenwald zu starten. Wir wurden von den Tourguides mit zwei Booten abgeholt und sind an der Johnny vorbei in einen Mangrovenwalde hineingefahren. Dort angekommen sind wir durch einen ganz langen „Tunnel“, den die gebogenen Äste der Mangroven gebildet haben, gefahren. Unser Guide hat uns die ganze Zeit sehr interessante Dinge über die verschiedenen Arten von Mangroven (rot, schwarz und weiß) und die Tiere, die dort leben (Krebse, Vögel oder Opossums, …) erzählt. So sind wir dort lang getuckert und Stefan hat immer wieder versucht Krebse zu fangen, während diese an den Mangroven hochgeklettert sind. Er hat sogar einen gefangen, den wir dann auf die Hand nehmen durften. Da wir immer so nah an den Bäumen waren, auf denen die Krebse saßen, hatten wir echt Angst, dass die auf uns runterfallen.

Auf dem Rückweg haben wir einen Stopp an einer kleinen Insel gemacht, wo uns auch noch was zu den dortigen Pflanzen erzählt wurde. Die beiden Tourguides haben sogar Getränke für uns mitgebracht und haben jedem ein Glas Saft gegeben. Dazu gab es noch Kuchen. Den Kuchen haben wir jedoch zum Teil an die Hühner und ihre Küken gespendet, weil die so süß waren. Die Boote haben uns praktischerweise direkt an der Johnny abgesetzt. Wir haben unsere netten Guides noch mit einem Hupen verabschiedet und uns vorher natürlich sehr für die Tour bedankt. Eine halbe Stunde später hat auch schon die Tauschbörse auf dem Vorschiff gestartet. Alle, die Klamotten oder andere Dinge hatten, die sie nicht mehr gebrauchen konnten, haben sie auf dem Vorschiff ausgelegt. Wenn einem eine Sache gefiel, war Überzeugungskunst gefragt und es wurde fleißig getauscht. Hose gegen T-Shirt oder Armband gegen Schokoladentafel. Die Leute wurden immer kreativer und sind lustige Deals eingegangen. Glücklich waren die, die mit neuen Klamotten aus dem Tausch raus gehen konnten. Die Stimmung war heiter und wie auf einem Basar. Im Anschluss gab es auch schon Abendessen und schon bald sind alle müde vom Tauschrausch in ihre Betten gefallen und haben von Krebsen geträumt…

So, kommen wir nun zum heutigen regnerischen Montag: „Das Leben ist hart, aber Backschaft ist härter“ lautete unser Motto heute in der verschlafenen Backschaft, bestehend aus Julius, Clara und mir. Dazu muss man noch anmerken, dass es gar nicht soo schlimm war, aber wir sehen das einfach als literarische Hyperbel ;). Es gab noch mehr Baguette von gestern und es wurde „en masse“ gefuttert. Julius und ich wollten dann Kartoffeln fürs Mittagessen holen, aber leider fanden wir nur noch letzte drei Kartoffeln. Wäre schwierig gewesen, die auf 37 Leute aufzuteilen, dann lieber Reis mit „Scheiß“. Da der Reis seine gute 40 Minuten zum Kochen braucht, haben sich die Meisterköche (Julius und ich) erstmal schlafen gelegt. Währenddessen haben die Backborder fleißig die Johnny auf Vordermann gebracht und die andere Gruppe hatte die Ehre mit dem Kleingärtner Unterricht zu gießen ähhh zu genießen, hehe…

Meine Backschaft musste die französische Siesta-Pause wieder reinholen und deshalb wurde erstmal gehustelt. Wir mussten Veggie-Patties, Würstchen und Reis anbraten. Spontan hatte ich die Chefkoch-Idee und habe eine Zwiebelsauce mit allem möglichen aus dem Hut gezaubert. Ich weiß nur noch, dass Zwiebeln drinnen waren HUCH… Es hat aber gut geschmeckt. Beim Abwasch haben uns ein paar fleißige Helferleins geholfen, damit wir so früh wie möglich Landgang bekommen. Durch die Hilfe waren wir dann auch relativ fertig obwohl die Kombüse vorher katastrophal aussah. Im strömenden Regen ging es dann rüber an Land. Angekommen am Steg konnten Selmo und ich schon nichts mehr sehen, weil unsere Brillen voll mit Regentropfen waren. Jaja, es lebe das Leben der Brillenträger. Wie immer durften wir in kleinen Gruppen los und haben Martinique erkundet. Lari hat für uns auf Französisch eine nette Frau nach einem Secondhand-Laden in der Nähe gefragt. Wir haben dann versucht der Wegbeschreibung zu folgen, auch wenn das eine kleine Herausforderung war, da wir uns nicht mehr ganz sicher waren, was auf Französisch links und was rechts ist. Sorry an alle lesenden Französischlehrer*innen unter euch!

Nachdem wir ein Stück gelaufen waren, wurden wir von einer Frau angesprochen, die, wie sich im Anschluss herausstellte, die Ladenbesitzerin war. Sie hat uns ein paar Sachen rausgegeben, die wir uns angucken konnten. Anschließend ging es mal wieder zum Supermarkt, wo wir uns mit genug Schokolade für die nächsten Wochen eingedeckt haben. Wie am Samstag haben wir ein kleines Picknick gemacht. Mit Blick auf die Bucht haben wir uns einen Brownie geteilt, Musik gehört und über Martinique geredet. Da um 18:00 Uhr das erste Dinghi zurück ging, mussten wir uns ein wenig beeilen, um noch pünktlich zu sein. Die Chefköche Julius, Clara und ich sollten als erstes wieder hinüber zur Johnny, um das Abendessen vorzubereiten. Im Kühlschrank hatten wir noch unglaublich viele Reste vom Mittagessen. Also haben wir alles auf den Herd gestellt und gewartet bis es köchelt. Sehr viel mehr mussten wir auch nicht machen, nur ein bisschen Brot und Gurken schneiden. Das wars auch schon fast mit Montag. Ich habe mich nach dem Essen mit Selmo zusammen in die Brücke gesetzt um diesen Bericht anzufangen. Leider sind wir aber noch lange nicht fertig.

Jasmin, Leni, Lara und Emil haben für uns zusammen einen Spieleabend vorbereitet. Beim ersten Spiel sollten wir in Gruppen Werbeslogans sammeln und diese dann reihum vorsagen. Das Ganze ging auf Zeit und hatte eine Gruppe nix Passendes mehr parat, ist sie ausgeschieden. Schon ging es weiter mit dem nächsten Spiel namens „Michelin“ bei dem wir alle gaaaannnnzzz viele Klamotten holen sollten und diese, innerhalb von einer Minute, einer Person aus unserer Gruppe überziehen sollten. Wer am Ende am meisten Klamotten an hatte, der hat gewonnen. Dann wurde Mehl auf den Tisch gestellt… Eine Person sollte erst mit einem Messer in einem Mehlhaufen nach einem Bonbon suchen und dieses dann mit dem Mund herausfischen. Wer als erstes ein Bonbon im Mund hatte, hat gewonnen. Die Gesichter von den Auserwählten für das Spiel waren anschließend voll mit Mehl, was sehr lustig aussah. Das letzte Spiel war eine Art Verkleidungsspiel. In den Gruppen sollte sich jeder unterschiedlich verkleiden, zum Beispiel als Müllabfuhr, Skilehrer*in, Oma, Bademeister*in und so weiter. Wir hatten schließlich 10 Minuten Zeit, um uns etwas zu überlegen. Nach und nach wurden dann die Outfits auf einem Catwalk präsentiert. Es wurden Besen als Gehstöcke für die Omas verwendet, Taucherbrillen als Skibrille und noch viele andere lustige Sachen. Für unsere Kreativität haben wir von Emil und Jasmin Punkte bekommen. Schon war es Zeit für die Siegerehrung. Alle drei Gruppen haben als Preis Schokolade bekommen, die dann auch sofort aufgeteilt wurde. Der Spieleabend war also ein voller Erfolg. Vor allem war es sehr schön, dass wir wieder Mal als Gruppe fast alle was gemeinsam gespielt haben. Das wars dann auch mit dem verregneten Montag.

Ich hoffe euer Popcorn hat bis zum Ende gereicht, das alles hier jetzt nicht zu langweilig war und ihr einen guten Eindruck von den letzten drei Tagen bekommen habt. Übrigens ist das hier wirklich der längste Tagesbericht geworden. Ob ich dafür eine Tafel Schokolade bekomme? Immer fröhlich Krebse fangen und im Regen tanzen! Mit freundlichen Grüßen, Tschüsli Müsli!
Anabel

GRÜÜÜÜßEEE:
Ich grüße meine Eltern, meine nervigen Geschwister und meine Großeltern, hab euch alle lieb. Und Grüße an Yuna, Emma und Miri freu mich darauf euch bald wieder zu sehen.
Der Kapitän grüßt Anabelchen und ernennt sie zur „QUEEN OF THE BULLEYES“ weil sie mit Abstand das perfekteste Bulleye abgeliefert hat.
Selmo und A.B. grüßen Tim, den absolut herausragenden Steuermann, der uns des öfteren auf Brücke besucht hat und so ein kleiner Teil unseres Blogs geworden ist, weil er quasi bei der Entstehung dabei war.
Außerdem grüßen wir zwei „EL CAPITANO CHRISTIANO“: „War ne echt wilde Zeit mit dir und du fehlst hier auf der Johnny!“
Raphael grüßt ganz herzlich Pa: Sende dir ganz besondere Geburtstagsgrüße aus der Karibik und wünsche dir einen schönen Tag nach deinem Geschmack!
Hannes grüßt ganz besonders seine Mutter: „Alles Gute zum Geburtstag (16.03), außerdem Christian B., Papa, Noah, Clara, Sven, Mario, Moritz K. und seine Familie, die 6b, und die restliche Verwandtschaft, hervorzuheben Paul.
Ganz besonders den „El Capitano“ Christian und den „El Maschino Assistente“ Maxi Schu
Clara grüßt Monsieur. „Jetzt wird wohl mein Französisch auf die Probe gestellt.“