3 Monate in beide Richtungen

Datum: 24. Januar 2019
Position: Longo Mai, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: k.A.
von Johanna

Liebe Grüße von einem weiteren Tag in Longo Mai. Wir genießen es hier alle, auch einmal mit anderen Leuten als nur mit unseren Reisegefährten vom Schiff zu interagieren und in einem kleinen Dorf mit Kirche, Kiosk, Spielplatz und natürlich der Bademöglichkeit am Fluss zu wohnen. Gleichzeitig bietet uns der Aufenthalt hier auch viel Zeit für Reflexion: Heute ist der 24.01. Einen ganzen Monat ist unser Weihnachtsfest auf Grenada also schon her. „Wie die Zeit vergeht“ würde ich jetzt sagen, wenn es nicht zu kitschig klingen würde. Aber es ist eben auch wahr. Vor ein paar Tagen haben wir noch Bergfest gefeiert und von nun an sind es weniger Tage bis zum Einlaufen in Bremerhaven als Tage seit dem Auslaufen in Hamburg vergangen sind.

Ich habe heute einmal die Gelegenheit genutzt, mich bei einigen anderen Schülern umzuhören. Kommt ihnen unsere gemeinsame Zeit bislang kurz oder lang vor? Freuen sie sich auf Zuhause oder würden sie am liebsten noch lange so weiterreisen? Das Ergebnis meiner kleinen Umfrage war ziemlich eindeutig: Auf der einen Seite teilen wir das Gefühl, schon sehr lange unterwegs zu sein und so viel miteinander erlebt – so viele Seemeilen, Kilo- und Höhenmeter gemeinsam überwunden – zu haben, gemeinsam und gleichzeitig auch jeder auf ganz individuelle Art und Weise.

Andererseits können wir uns wohl alle nicht vorstellen, dass drei Monate unserer Reise nun bereits um sein sollen. Hier in Longo Mai kommen wir übrigens gerade mal so richtig zur Ruhe. Wir haben hier einen weniger straffen Zeitplan als auf dem Schiff und das tut nach unseren drei Monaten auf See auch mal richtig gut. Außerdem kommt man – wie ihr vermutlich anhand unserer Tagesberichte merkt – mal ganz anders zum Nachdenken… bald werden wir schon auf Kuba sein und danach sind es dann wirklich nur noch 6 Wochen, bis wir einerseits endlich Freunde und Familie wiedersehen können (große Vorfreude an dieser Stelle!) und andererseits doch wieder aus unserem inzwischen vertrauten Leben rausgeworfen werden. Nun gut, wir haben ja noch drei gemeinsame Monate, um unser Abenteuer auch weiterhin so unvergesslich fortzusetzen wir bisher. Ich bin gespannt!
Mit lieben Grüßen, Johanna

Über Kaffeebohnen und Wanderpalmen

Datum: 23. Januar 2019
Position: Longo Mai, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: k.A.
von Robin

Hallo liebe virtuelle Reisemitverfolger, habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, wo denn eigentlich der Kaffee herkommt, den viele von uns jeden Tag trinken? Heute haben wir es anhand einer Kaffeeplantage aus der Region von Longo Mai selbst erfahren: Angeleitet von unseren Spanischlehrern und von einem älteren Herrn namens Domingo wanderten wir zu einer Kaffeeplantage, um dort Kaffeebohnen zu pflücken. Hierfür lernten wir zunächst, welche Bohnen wir pflücken sollen (die roten Bohnen) und welche wir an den Sträuchern hängen lassen sollen (die grünen).

Anschließend wurden wir jeweils zu zweit auf die Reihen an Sträuchern aufgeteilt, sodass sich immer zwei Personen durch eine Reihe arbeiten konnten. Die gepflückten Bohnen warfen wir dann in die Körbe, die sich jeder von uns um den Bauch geschnallt hatte. Nach etwa 90 Minuten warfen wir dann einmal alle von uns gesammelten Bohnen zusammen: Sie füllten gerade einmal einen Korb bis zum Rand, was einem Arbeitslohn von etwa 4$ entsprechen würde!

Nach einer kurzen Pause an einem Fluss wanderten wir dann noch weiter zu einer zweiten Plantage, auf der wir unsere Körbe noch einmal neu füllten. Kurz vor der Mittagszeit beendeten wir unsere Arbeit und traten den Weg zurück zum Dorf an. Auf diesem Weg machte uns Michi auch noch auf eine sogenannte Wanderpalme aufmerksam, die sich mithilfe mehrerer „Stämme“ von ihrem Platz wegbewegen und dem Licht „entgegenwandern“ kann. Erstaunlich! Habt ihr zuvor schon einmal von Wanderpalmen gehört?

Zurück bei meiner Gastfamilie verschlang ich dann unser geliebtes Mittagessen aus Reis und Bohnen. Danach duschte ich und verbrachte Harry Potter lesend einen entspannten Nachmittag. Am Abend gab es dann nach unserem abendlichen Treffen noch einen kleinen Tanzkurs für uns, bei welchem wir einige lateinamerikanische Tänze lernten. Mit lieben Grüßen an meine Familie,
Robin.