Kapuzen wieder auf

Datum: 8. April 2019
Position: 30°47,4’N, 031°04,3’W
Etmal: 142sm
Wetter: Luft 16,5°C, Wind NNE, 4 Bft.
von Linqi

Der heutige Montag startete für mich mit meiner Wache um 0:00 Uhr. Das Wetter war nicht allzu schlecht, auch wenn es nicht mehr so warm ist wie das Wetter, das wir zwischen 0° und 23,5°’N gewohnt waren. Aber das Wetter, das wir jetzt haben, hat für mich auch seine ganz eigene Besonderheit. Meine Wache begann heute mit dem Ausguck. Es war sehr windig draußen und ich habe mich in mein Ölzeug eingemummelt. Nur mein Gesicht hat noch aus der Kapuze herausgeschaut. Und während ich den Wind im Gesicht spürte, war mein Körper schön warm. Dieser Kontrast hat mir gut gefallen. Kontraste sind ja ohnehin nützlich: Gute Laune ist schön, aber wenn man vorher schlechte Laune hatte, ist gute Laune noch besser.

Mitternacht ist immer die ruhigste Zeit. Keine Menschen wimmeln auf dem Deck herum. Es gibt nur die Wache, das Meer und manchmal auch den Sternenhimmel. Ich schaue nach oben, konzentriere mich und merke, dass es sehr ruhig an Bord ist, da man Wind und Wellen deutlich hört. Der Wind heult, die Wellen schlagen. Nach der Wache bin ich schlafen gegangen und erst zum Mittagessen wieder aufgestanden. Plangemäß sind wir morgen schon auf den Azoren. Wir freuen uns schon auf Auslauf und auf die Möglichkeiten, die eigenen Süßigkeitenvorräte wieder aufzufüllen 🙂 Auf den Azoren werden wir plangemäß unseren letzten Landaufenthalt vor Deutschland haben. Und dann startet die letzte Etappe, von der ich uns erhoffe, dass wir sie uns mit guter Laune versüßen.
Linqi

Neues aus dem Maschinenalltag

Datum: 7. April 2019
Position: 35°30,2’N, 033°7’
Etmal: k.A.
Wetter: Luft 16,7°C
von Jonathan

Als ich heute um 07:30 Uhr aufstand, um Zählerstände aufzuschreiben, stellte ich fest, dass Ingo – unser Chefmaschinist hier an Bord – die Umkehr-Osmoseanlage, die ich gestern Abend um 22:30 Uhr ausgestellt und gespült habe, heute schon wieder um 06:30 Uhr in Betrieb genommen hatte. Nach einem normalen Frühstück und Vormittag nahmen wir die Hauptmaschine heute um 12:50 Uhr in Betrieb. Zu dieser Zeit nahmen wir das Reff aus den Segeln, das wir vorgestern eingebunden hatten, da die Wetterkarte etwas mehr Wind angesagt hatte. Als das Manöver beendet war, stellte ich die Hauptmaschine wieder ab. Am gleichen Abend schrieb ich noch eine To-Do-Liste mit allen Dingen, die von technischer Seite aus auf den Azoren an Bord im Seebetrieb nicht gehen. Hierzu gehört zum Beispiel das Abdichten des Magnetkompasses, der in diesem speziellen Fall staubtrocken sein muss. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass wir an diesem Abend noch ein großartiges Referat gehört haben. Josi hat uns etwas über den Sternenhimmel, über frühere Seefahrer und über einige Mythen zur Navigation mithilfe von Sternen erzählt.
Jonathan