Rosinenstollen

Datum: 24. Dezember 2018
Position: Grenada
Etmal: –
Wetter: weihnachtliche 28 °C
von Phil

Den Vortag verbrachte ich hauptsächlich mit Rosinenstollen, gell? Heilges Blechle, des war a Sauerei. Pfui daibl, da stand ich glatt bis 3:00 Uhr in da früh bis i ma Stolle für des Christkindl fertig hatte. Leider gab es keine Brezn zum Frühstück und von a Maß kann i nur träumen. Upsala, jetzela red i normal. Da kam kurz der Bayer raus. Auf jeden Fall war ja heute Weihnachten und wie vielleicht alle fleißigen Blogleser und -leserinnen mitbekommen haben, befinde ich mich im Moment nicht Zuhause im gemütlichen Niederbayern, sondern genieße meine Zeit auf einem Segelschulschiff, der Johann Smidt, welche gerade an der karibischen Insel Grenada vor Anker liegt.

Weihnachten wird hier etwas anders gefeiert und das Feeling leidet vor allem wegen des fehlenden Schnees. In der Hotelbar am Meer laufen zwar karibische Weihnachtssongs in Dauerschleife, aber das ist natürlich trotzdem was anderes als zu Hause. Das ist außerdem das erste Weihnachten, das ich ohne meine Familie verbringe und vor allem jetzt wird mir klar, dass ich die Crew dieses Schiffes als meine neue „Familie“ akzeptieren sollte. Und das fällt bei unserer meistens guten Stimmung an Bord glücklicherweise nicht so schwer.

Und wer macht eigentlich schon an Heiligabend seinen ersten Freiwassertauchgang in karibischem Gewässer? Ich absolvierte diesen nahe „Glover Island“. Das ist ein cooler Tauchspot, zu dem meine Tauchgruppe und ich vorher mit einem Motorboot gefahren sind. Bunte Fische, Korallen und sogar ein paar Rochen verbreiteten weihnachtliche Unterwasserstimmung und sorgten bei mir für Lust auf mehr Tauchgänge. Zurück daheim auf der Johnny fingen meine Backschaftskameraden und ich an, ein Weihnachtsmenü zu zaubern. Hierbei hatten wir einige fleißige Helfer in der Kombüse, die uns halfen, einen schmackhaften Traum auf den Tisch zu bringen. Unser Kapitän Norbert höchstpersönlich schob für uns beispielsweise köstliche Weihnachtstruthähne in den Ofen.

Mit vollen Mägen empfingen wir anschließend eine richtig tolle Überraschung: die Stimmen unserer Eltern im Radiobeitrag „Gruß an Bord“ vom NDR! Die ganze Besatzung wurde dort von fünf Eltern unserer Schüler gegrüßt. Es war toll, eure Stimmen in unserer Messe abzuspielen! Anschließend nahmen wir dann sogar noch ein Megageschenk der Elternschaft entgegen: ein SUP-Bord, das wir natürlich schon am nächsten Tag austesteten. Außerdem gab es noch Wichtelgeschenke und Flo schenkte mir eine selbstgemachte Backschürze, auf der in epischen Lettern das Wort „BACKFISCH“ stand. Danke Flo! Das Weihnachtsfeeling wurde von Weihnachtssongs und von weihnachtlicher Post von der Family unterstützt.

Obwohl dieses Weihnachten a bissl anders war, habe ich es genossen und freue mich über die Briefe und Geschenke von zu Hause! Grüße gehen raus an Lara, Lutz und Scholz und natürlich an die Familie. Frohe Weihnachten!
Phil

P. S.: Michi grüßt alle, die an ihn denken, freut sich auf seine Weihnachtskekse und denkt an alle.
Hannes grüßt Norderney und wünscht frohe Weihnachten an alle, die an ihn denken!
Robin grüßt den Ballermann und vor allem grüßt er seine Familie und freut sich über die Geschenke.
Jonathan grüßt alle.
Justus grüßt Hamburg und vor allem die, die er kennt.
Robert grüßt alle Freunde der Seefahrt

Bald nun ist….

Datum: 23. Dezember 2018
Position: True Blue Bay, Grenada
Etmal: 0
Wetter: vorfreudig sonnig
von Linqui

Heute wurden wir um 6:30 Uhr geweckt, da die meisten von uns – mich ausgenommen – auf ihren ersten Tauchgang gehen sollten. Morgen ist nun also Heiligabend. Vielleicht kennt ihr das: Normalerweise fühlt man sich nicht nur wohl, wenn man ein Fest feiert, sondern auch davor schon. Genauso wie man sich am Freitagnachmittag schon wohlfühlt, obwohl erst am Samstag Wochenende ist. Nachdem ich für die Taucher heute den „Grünen Plan“ übernommen habe, hatte ich quasi frei. Am Vormittag habe ich mich einfach in das direkt am Meer befindliche Restaurant gesetzt und zusammen mit Nathalie und Claudi ein kühles Getränk getrunken. Später bin ich dann mit Alex zusammen in die Stadt gefahren. Während der Fahrt habe ich die Stadt unter dem Blickwinkel des morgigen Weihnachtstages beobachtet. Im Vergleich zu Deutschland ist gar nicht so viel von Weihnachtsstimmung zu sehen. Einige Menschen haben Weihnachtshüte auf und insgesamt herrscht eine gute Stimmung.

Nach etwa einer Viertelstunde kamen wir am Supermarkt an. Dort kauften wir Wein, um zu Heiligabend Glühwein (ein halbes Glas/Schüler) zubereiten zu können. Außerdem haben wir es tatsächlich geschafft, Truthähne zu ergattern! Anschließend sind wir dann wieder zurück zum Schiff gefahren. Ich weiß nicht, ob sich die anderen auf Weihnachten freuen. Es ist wie in der Stadt, deren Menschen ich heute beobachten durfte: Es gibt Schüler, die sich auf Weihnachten freuen und Schüler, die sich nicht darauf freuen. Die Gründe dafür sind wiederum unterschiedlich und individuell. Aber zumindest auf eine Sache bleibt Verlass: Das Leben ist hart, (Weihnachts-) Backschaft ist härter 🙂 Fröhliche Weihnachten!
Linqui