Schmuck aus Kokosnussschalen

Tag: 17. Januar 2018
Ort: Longo Mai, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: k. A.
von Janik

Der Tag startete nicht so gut, da das Baby von unserer Gastfamilie um 4:30 geschrien hat. Unser Gastfamilienvater versucht das Baby immer zu beruhigen, doch das gelingt ihm nur mäßig und wenn er es nicht schafft, schreit er leider lauter als das Baby selbst. Später aßen Theo (mit dem ich zusammen in einer Gastfamilie bin) und ich ein hervorragendes Frühstück: Bananen-Pancakes, Tucks mit Butter und dazu einen leckeren Zitronensaft. Um 8:00 Uhr gingen wir dann zu unseren Spanischklassen, die verteilt sind über das Dorf. Meine Klasse besteht aus Rosa, Rasmus, Benedict, Arthur und mir und meiner Lehrerin Olga. Zuerst haben wir Tic Tac Toe gespielt, aber anders als normalerweise. Man musste mit einem spanischen Verb, das sie sagt (z.B. jugar), einen Satz bilden, z.B. Jugar = Die Kinder spielen. Den Rest vom Unterricht haben wir durchgearbeitet. Zwischendurch hatten wir eine 20-Minuten-Pause, in der wir uns ein Eis gönnten. Nach vier Stunden hatten wir dann frei. Auf meinem Heimweg hab ich die anderen getroffen, die fröhlich erzählten, dass sie im Unterricht gekocht haben und das alles jetzt unten am Fluss essen – nur unsere Klasse hat also intensiv gearbeitet.

Mittags gab es in meiner Gastfamilie Spaghetti mit Tomatensoße. Als wir fertig waren, machten wir froh gestimmt den Abwasch, da das Essen zu lecker war – denn es gab mal kein Reis mit Bohnen. Um 14 Uhr startete der Schmuckkurs für die, die wollten. Ungefähr 20 Schüler waren dort, überraschenderweise auch viele Jungs. Jeder konnte sich zwischen dem Anfertigen eines Armbandes, einer Halskette oder Ohrringe entscheiden. Dann wurden jedem das Material gegeben, das man braucht. Alle hatten schnell verstanden, wie man die Sachen knotet und wickelt. Viele hatten Lust auf mehr – vielleicht für Zuhause? Danach hatte ich meine ersten zwei Stunden Freizeit bis zum Abendessen, in denen ich etwas schlief und bei anderen Schülern abhing.

Nach dem Abendessen stand um 19 Uhr unser allabendliches Treffen im Rancho an, wo wir klärten, was wir am Kulturfest, das am Sonntag stattfinden soll, aufführen wollen. Geplant sind ca. 30 Minuten Beitrag. Die Stimmung war geladen, denn es war sehr laut, auch weil kein Lehrer anwesend war. Deswegen hatte das Ganze ein bisschen länger gedauert als geplant. Als wir fast fertig waren, kamen die Lehrer schließlich dazu und es wurde ruhiger. Sie informierten uns über das morgige Programm.

Morgen steht endlich die Zuckerrohrernte an! Hoffentlich kommen alle mit, denn es sind zur Zeit einige Dank einer Erkältung angeschlagen und schlapp… Theo und ich freuen uns mega, dass wir morgen mit den Macheten das Zuckerrohr ernten können, da man da seine ganze angestaute Wut und Energie rauslassen darf. Am Abend gehen wir früh schlafen, da morgen ein anstrengender Tag wird. Da wir zurzeit unsere Handys haben, kann man abends schön mit Musik einschlafen.
Janik

Kaffee, Kakao, das was ihr jeden Morgen trinkt – in Real Life

Datum: 16. Januar 2018
Ort: Longo Mai, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: k. A.
von Laurine

Der heutige Tag startete um 6.00 Uhr mit einem Frühstück bei Martha (die Gastmutter, bei der Anouk und ich zusammen wohnen). Um 7.00 werden wir uns heute bei der Pulperia treffen, um dann gemeinsam zu der Kaffeeernte zu gehen. Das Frühstück bestand überraschenderweise mal wieder aus Reis mit Bohnen („arroz con frijoles“). Die letzten drei Tage hat bei Martha auch noch eine Studentin aus Österreich gewohnt, die nun schon seit 2 Monaten durch Costa Rica reist. Dass die Welt klein ist, haben wir dann gemerkt, als sie meinte, dass sie heute noch weiter nach La Gamba reisen wird, um dort Flo (auch bekannt als der „Floraforscher Flo“) zu besuchen, den wir ja erst letzte Woche kennengelernt haben. Nachdem Anouk und ich eine Weile überlegt haben, was wir in einen Brief schreiben würden – und nichts Richtiges zustande gekommen ist – lassen wir nun mündlich und im Namen von allen einen lieben Gruß an die gesamte Tropenstation, aber insbesondere an Flo und Steffen, ausrichten.

Um 6.40 Uhr haben wir dann noch schnell den Abwasch gemacht – was nach unserem suuuuper Training auf der Roald ja überhaupt kein Problem mehr darstellt – , unser Lunchpaket eingepackt, dem Bad einen kurzen Besuch abgestattet und ich hab meinen super-stylischen gärtner-grünen Arbeitsoverall angezogen. Als wir dann wieder auf die Uhr schauten war es schon 6.55 und Theo und Janik haben uns im Vorbeigehen versucht mitzuteilen, dass wir uns mal ein wenig beeilen sollten. Als wir dann wirklich alles (!) hatten, haben wir einen kleinen Morgensprint eingelegt, um dann feststellen zu müssen, dass noch über die Hälfte gefehlt hat. Christine hat sich auch sehr gefreut, dass sie nicht die Einzige in einem Arbeitsoverall war. In der kurzen Wartezeit habe ich noch einmal überlegt, was man alles für eine Kaffeeernte braucht:

  • el canasta (hier canasto genannt) (der Korb, den man vor dem Bauch trägt, um die gepflückten Kaffeebohnen direkt hineinzulegen)
  • mucho agua (viel viel viel Wasser)
  • Lunchpaket
  • eine Kopfbedeckung
  • lange Kleidung (z.B. einen Arbeitsoverall 😉 )

Als alle eingetrudelt sind, wurden noch kurz ein paar Dinge von Charlie gesagt und dann sind wir ca. 15 Minuten durch den Wald, mit der Überquerung eines Flusses (die Challenge war es, nicht reinzufallen) zu den Plantagen gelaufen. Dort angekommen, haben wir direkt nach einer kurzen Einweisung (welche Bohnen wir pflücken dürfen – rote und schwarze ja, die sind schon reif; und welche wir nicht pflücke dürfen – grüne) durch unsere jeweiligen Spanischlehrer, gestartet. Die Kaffeepflanzen sind in Reihen gepflanzt. Jeder Reihe wurde eine Spanisch-Klasse zugeteilt. Wir haben alle schnell gemerkt, wie anstrengend diese Arbeit ist und wie unfassbar wenig die Menschen dafür verdienen. Für 16kg Bohnen bekommt man ca 1500 Colones (=ca. 3 Dollar). Wir alle zusammen haben in guten 2 Stunden ca. 4 Säcke á 45 kg gepflückt.

Um 9.45 haben wir eine kurze Pause für das Lunchpaket gemacht. Meins bestand aus einem Toast mit Ananas-Marmelade und einem kleinen Kuchen. Andere hatten wiederum Obst oder wie Andy eine halbe Wassermelone mit – oder ganz standardmäßig: arroz con frijoles. Bis um kurz vor 11.00 Uhr haben wir noch weiter Bohnen gepflückt und sind anschließend mit ein paar Verwirrungen, welcher Weg jetzt der richtige sein könnte, doch tatsächlich wieder im Dorf gelandet. Da um 14.00 schon der Schokoladenworkshop begann, hab ich mich völlig erschöpft nach dem Mittagessen ( mit arroz con frijoles) hingelegt und noch eine Stunde geschlafen. Als ich wach wurde, um zum Workshop zu gehen, hatte ich 38,5 Grad Fieber und mir war eiskalt… Na toll!! Trotz meines ausdrücklichen Protestes haben mich am Ende Anouk und Theo M. gezwungen liegenzubleiben, zu schlafen und Traubenzucker & Oreos zu essen – und sie würden mir natürlich auch Schokolade mitbringen, mir alles gaaaaanz genau erzählen und Anouk würde mir sogar ihren Pulli hierlassen (Jahaa – St. Pauli ist toll, Anouk). Ich hab den beiden viel Spaß gewünscht und mich geärgert, dass ich das verpasse, denn ich schreib ja die Tagesmeldung und brauche die Infos… Um jetzt an ein paar Informtionen zu kommen, hab ich Theo und Janik kurz verpflichtet mir zu erzählen, wie das da so ablief 🙂

Ich: „Also wie war das jetzt mit dem Schokoladenworkshop? Ihr wurdet ja in zwei Gruppen aufgeteilt, die einen waren bei Edith und die anderen bei Marie zu Hause, oder?“

Janik: „Ja, genau. Theo und ich waren beide bei Edith – Anouk auch. Am Anfang wurden die Kakaobohnen ca. 20 Minuten in einer Pfanne über dem Feuer geröstet, bis die ganze Feuchtigkeit draußen war. Dann wurden die heißen Bohnen immer wieder von einer Schale in eine andere geschüttet, damit sie abkühlen.“ (Janik hat mir gerade mit extremen Gesten versucht zu erklären, was dort genau passierte – das war extrem witzig )

Theo: „Nach diesem Schwenken haben wir diese (ich weiß nicht, wie das heißt … haha), also das, was außen um die Bohne drum ist….abgemacht.“

Ich: „Schale?!“

Theo: „Ja, wir haben die Bohne sozusagen gepellt…dann war ich kurz bei dir und du hattest immer noch Fieber und als ich wiederkam, wurden die Bohnen in einer Maschine gepresst.“

Janik: „Nee stopp! Zuerst, als du noch nicht wieder da warst, das war ja der Witz, durften wir die Maschine, in der die Bohnen gepresst werden per Handkurbel bedienen… Nachdem die Bohnen dann in kleine Stücke gehackt waren, wurden sie in eine Maschine (die anscheinend ziemlich groß und zudem elektrisch betrieben wurde) getan, mit der die kleinen Stückchen wiederum zu einer Paste gemahlen wurden.“

Theo: “Ja okay, dann kam da noch Zucker rüber und für alle, die wollten, wurde da noch Milchpulver untergemischt. Wir haben den Teig dann mit der Hand geknetet und alles zusammengemischt.“

Janik: „Irgendwie haben alle mega darauf gegeiert, den Teig zu kneten, aber keine Ahnung warum…“

Theo: „Dann haben wir die Schokolade in der Hand geformt und jeder hat drei Stück davon in einer kleinen Tüte bekommen. Dann waren wir fertig.“

Ich: „Und wie hat die Schokolade eigentlich geschmeckt?“

Janik: „Es hat interessant und eigenartig geschmeckt…man kann sich das nicht, wie zum Beispiel Milka-Schokolade vorstellen, da die Schokolade davor nicht flüssig war. Und wenn man abbeißt zerbröselt das komplett. (Theo stimmt zu und ich, nachdem ich eben probiert habe auch.)

Abends bin ich noch mit Anouk, Theo, Janik und Nico durchs Dorf gegangen, um mal wieder aus unserem Zimmer herauszukommen und nachdem wir bei dem Kiosk hier ein Eis gegessen haben (oder auch zwei… höhö), haben wir noch mal eben das Wlan genutzt. Nachdem der Tag mit einem Abendessen (Ja – genau: arroz con frijoles) beendet wurde, hatten wir nur noch um 20.00 Uhr unsere kleine Tagesbesprechung im Rancho und danach habe ich geschlafen.
Laurine

P.S..: Anouk und ich haben noch kurz über unsere EXPI nachgedacht. Unser erstes Motto: „Wir haben einen groben Plan, wird bestimmt irgendwie klappen…“ hat sich geändert in: „Okay, den ersten Tag haben wir immer noch nicht fertig geplant…“. Zum Glück haben wir in den nächsten Tagen ein kleines Zeitfenster, in dem wir uns als ganze EXPI-Gruppe zusammensetzen und noch mal im WLAN genauer recherchieren können.

Grüße:
1. Ich grüße meine ganze Familie, besonders Mama und Papa!! Ich vermisse euch beide, aber mir geht es bis auf 2 Tage Fieber sehr gut! 😉
2. Ich wünsche meiner Patentante Andrea alles Gute nachträglich zum Geburtstag (Janis)
3. Timo, alles gute zum Gebbi nachträglich!! Auch liebe Grüße an meine Schwester, meine Eltern, Großeltern und an meine Uroma!! Bald gehen die Expis los, bin gespannt…