Datum: 21. Februar 2017
Position: 19°51,7’N, 075°75,6’W
Etmal: 115 NM
Wetter: Wasser 26°C, Luft 26°C, Windstärke 5
von Christian
So viele nette Leute
wünschten mir zum Geburtstag heute
alles Gute, viel Glück und viel Segen!
Mal schief, mit fünf Liedern,
Brötchen, Pudding und Bananenshake
im schönsten Wellenregen!
Das erste Lied empfing mich zu früher Stunde beim Wachwechsel. Ganz unerwartet zwischen Wellen am mittleren Niedergang wurde ein Gesang angestimmt, der alle Erwartungen erfüllte: Krumm und schief, aber mit viel Hingabe! Die erste Überraschung gab es zum Frühstück: Frischer Bananenshake!! Das ist ja der Wahnsinn! Außerdem bekam ich (begleitet von einem weiteren Lied) zwei Brötchen in Form meines Alters (ja ratet mal), schon witzig. Gespannt wartete ich, was der Tag noch so bringen sollte, und ging schlafen…
Siehe da, noch ein Lied! Diesmal dirigiert vom Kapitän persönlich zur Mittagszeit. Ich vermute ja, es wurde heimlich geübt. Tagsüber trudelten weitere Glückwünsche ein. Die Backschaft tat ihr bestes, den Teller voll mit Schnitzel und Pommes zu laden. Zum Kaffee und Kuchen wurde noch ein Schokopuddinggedeck präpariert. Damit war es dann auch genug der Köstlichkeiten.
Ein Wehmutstropfen bleibt, dass wir in der Wache leider wiederholt keine Segel setzen konnten aufgrund des Kurses hoch am Wind. Glücklicherweise verbleibt mir noch einige Zeit auf dem Schiff, da wird sich sicherlich noch die ein oder andere Möglichkeit der Kletterei und Segelsetzerei ergeben. Wie sich rausstellte, war es bereits um 1.30h in der Nacht so weit: Verfrühtes Wecken, ab ins Rigg, eine Rolle verlangte Aufmerksamkeit und beschäftigte mich und weitere noch bis zum Mittagessen.
Christian
P.S.:
Christian wünscht seinem Zwilling alles Gute zum Geburtstag und eine schöne Zeit auf Kuba! (Wir fahren grad um den Südspitz). Schöne Grüße natürlich an die Familie, die nicht müde wird, jede einzelne Tagesmeldung nach Grüßen abzusuchen. Ein liebes Hallo außerdem an die Crew des Törn 0606 von/nach Colón (u.a. Feli, Nik, Bruno, den Ulis, Nico, usw.). Über einen Monat auf See: Super Sache!
Christian grüßt Caro und fragt sich, ob er etwas von ihr hört.
Rasmus wünscht seiner Mama alles Gute zum Geburtstag!
Vier Monate und sechs Tage sind wir nun schon unterwegs. Ehrlich gesagt, habe ich noch nie so richtig darüber nachgedacht, wie lang das eigentlich ist. Denn hier auf dem Schiff merkt man das gar nicht so richtig, weil man so viel erlebt. Das heißt nicht, dass man nicht auch mal Heimweh hat, und ganz ehrlich: ich glaube, dass hatten selbst die ganz Harten unter uns schon auch. Denn es gibt immer mal Momente, in denen man besonders an zu Hause denkt, vielleicht ja genau gerade jetzt. Es sind nur noch zwei Monate und gefühlt sind wir praktisch gerade auf dem Rückweg, eben nach Hause. Man fängt an darüber nachzudenken, wie toll es sein wird wieder zu Hause zu sein, was wird man als erstes machen und einige freuen sich auf ihren ersten Schultag, an dem sie alle Freunde wiedersehen, das erste Mal wieder zum Sport gehen, wieder einen ganz normalen (Schul-)Alltag haben … Doch was ist mit dem Alltag den wir dann sechs Monate lang an Bord hatten?