Ruhe in Nassau

Datum: 5. März 2018
Position: 25°04,8’N, 077°20,33’W
Etmal: 0 NM
Wetter: Wasser 23°C, Luft 25°C, Windstärke 4
von veRena

Während wir in den letzten Tagen von bis zu fünf Kreuzfahrern zugeparkt wurden und Tausende von Touristen an unserem „Piratenschiff“ vorbeiflanierten, liegen wir heute alleine im Hafen von Nassau. In der Ferne können wir erahnen, woran das liegt: Brecher jagen meterhohe Gischt über die Molen. Wir haben unsere Ruhe, die Pier gehört uns. Unter den Pavillons an der Pier, die sonst die Kreuzfahrtgäste vor der subtropischen Sonne schützen, sitzen unsere Schüler und schreiben ihre Geschichts-Klassenarbeit. Es ist so ruhig, dass eine Taube mitten durch das „Klassenzimmer“ spaziert. Die Schüler arbeiten so konzentriert, dass sie sie nicht einmal wahrnehmen. Einzig und alleine die Roald „bockt“ an der Pier, zerrt an ihren Leinen, stampft mit dem Klüverbaum auf und ab und schüttelt sich wie ein wildes Pferd. Sie will ganz offensichtlich raus auf See. Einen Tag lang muss sie sich aber noch gedulden.

Wir räumen die Kammern leer, stapeln unfassbare Mengen an Gepäck an Deck, fegen und feudeln und kramen für den nächsten Reiseabschnitt die langen Hosen wieder heraus.Herausgeputzt und mit frisch bezogenen Kojen begrüßen wir am Abend die Neuen von der Stammcrew an Bord. Einige nutzen noch einmal das WLAN in der Stadt, die ansonsten einfach zu hat, weil die Kreuzfahrer fehlen. Geisterstadt. Wir lassen den ruhigen Tag ruhig enden, um morgen beschwingt in neuen Wachen die Roald aus ihren Leinen und Springs zu befreien und endlich, endlich wieder raus aufs Meer zu fahren.
veRena

P.S.:
1. Liebe Mama, alles Gute zu deinem Geburtstag! Denke an dich und HDGDL! (Greta)

Was ein „Struggle“!

Datum: 4. März 2018
Position: 25°04,8’N, 077°20,33’W
Etmal: 0 NM
Wetter: Wasser 23°C, Luft 25°C, Windstärke 4
von Carlotta

Stellt euch folgende Situation vor: Man wird mit einem „All-Hands-an-Deck-in-30-Minuten“ geweckt. Nun liegt man in seiner Koje, hat die Augen noch zu und ist manchmal noch total müde, während man überlegt, ob man jetzt noch 10 Minuten weiterschlafen oder direkt aufstehen soll. (Was ein „Struggle“!) Das Problem, wenn man noch liegen bleiben würde, wäre, dass man dann so lange warten müsste, bis eine Toiletten frei würde, dass man eventuell zu spät zum All-Hands käme. (Was ein „Struggle“!) Wenn man sich in solch einer Situation dazu „entscheidet“, noch „kurz“ liegen zu bleiben, kann es ziemlich stressig werden, noch pünktlich zum All-Hands zu kommen. (Was ein „Struggle“!) Aber irgendwie kriegt man es dann doch meistens pünktlich hin! Oben an Deck angekommen, bemüht man sich dann, sich anständig und gerade in Wachaufstellung aufzustellen, wobei man in die noch verschlafenden Gesichter der restlichen 29 Schüler sieht. (Was ein „Struggle“!)

Heute waren wir alle sehr froh, als wir erfahren haben, dass wir auch vormittags Landgang bekommen werden, damit wir nach Hause telefonieren können, da wir abends aufgrund der Zeitverschiebung von 6 Stunden das nicht machen können. Deshalb nannte der Stamm das dann auch nicht Landgang, sondern „Kommunikationszeit an Land“. Auf den Bahamas haben wir alle natürlich kein Internet und telefonieren ist auch sehr teuer. (Was ein „Struggle“!) Das bedeutet für uns, dass wir immer in ein Internetcafé oder zu McDonalds oder Dunkin Donut gehen müssen. So stellt man sich vor jedem Landgang die Frage, ob man jetzt zu McDonalds oder doch zu Dunkin Donut gehen soll.

Das wichtigste Kriterium für diese Entscheidung ist, zu klären, wo das WLAN besser ist. (Was ein „Struggle“!) Bis jetzt lief es fast immer auf McDonalds hinaus. Mittlerweile kennen uns die Türsteher auch schon! Als wir wieder an Bord waren, gab es für alle Mittagessen und im Anschluss stand Schiffserhalt, Hafenwache und Lernen für die bevorstehende Geschichtsklassenarbeit auf dem Plan. Jeder sollte mindestens eine Stunde etwas für das Schiff leisten, zum Beispiel Zeiser spleißen und Taklinge nähen oder sämtliche Arbeiten im Rigg erledigen. Die restliche Zeit konnten wir zum Schlafen nutzen oder man hat vorbildlich für die Klassenarbeit gelernt. (Was ein „Struggle“!) Abends bekamen wir noch einmal Landgang. So ging ein weiterer Tag auf den Bahamas zu Ende!
Carlotta

P.S.:
1. Viele Grüße an Klari Oma und Opa Bercì, Onkel Poppel und Jutta Oma! Melinda ich wünsche dir viel Glück und Erfolg beim Abitur! (Carlotta)
2. Melinda ich wünsche dir kein Glück und Erfolg beim Abitur! (Der Ex-Wiesbadener)
3. Arthur grüßt Pumuckel!
4. Viele Grüße an Michelle und Kathinka! (Andy)
5. Liebste Anna, liebster Flo, alles, alles Gute (nachträglich) zum Geburtstag. Küsschen, Harry.