Tags im Museum …

Datum: 22. Oktober 2017
Position: 49° 39’ N, 001° 37,3’W
Etmal: 0,5 NM
Wetter: Wasser 15°C, Luft 14°C, Wind 5 Bft.
von Tom B.

Hallo ihr da draußen, wir liegen immer noch, bei etwas ruhigerem Wind, vor Cherbourg. Heute Morgen wurden alle schon um 7:00 Uhr von dem schönen Song „Walking on Sunshine“ geweckt. Nach dem Frühstück haben wir uns dann erst einmal alle zu einem „Info-All-Hands“ versammelt und den groben Tagesablauf besprochen. Ab 10 Uhr hat uns dann Trixi mit dem Dinghi hinüber zum Festland gebracht, wo wir anschließend ins Museum, „La Cité de la Mer“, gegangen sind. Dort sind wir dann alle in Kleingruppen durch das Museum gelaufen. In dem Museum wurde unter anderem ein riesiges U-Boot ausgestellt, das sich als ein Atom-U-Boot entpuppte. Zusätzlich wurde über die Geschichte der Titanic und die Unterwasser- oder Tiefseeforschung informiert. Aber bis es endlich alle von der Roald ins Museum geschafft hatten, war bestimmt eine Stunde vergangen. Ich war mit Paul und Lukas in einer Kleingruppe, und wir sind zuerst in das U-Boot gegangen, das sehr interessant war, da die Innenausstattung für ein U-Boot ziemlich luxuriös war.

Viele waren besonders von der Größe des U-Bootes beeindruckt. Anschließend sind wir in die Unterwasser- und Tiefseeforschungsabteilung gegangen, in der wir als aller erstes auf alte Taucherausrüstungen getroffen sind. Dort wurden darüber hinaus auch die ersten Tauchgänge mit verbesserten Technologien sowie verschiedene Meerestiere beschrieben. Außerdem gab es dort Aquarien und Wissenschaftsstationen mit Videoausschnitten zu verschiedenen Tiefseekreaturen. Die Ausstellung der Titanic informierte neben dem Leben auf diesem Schiff auch über dessen technische Details. Es gab eine große Leinwand, an der der ganze Ablauf des katastrophalen Untergangs der Titanic mit Geräuschen dargestellt wurde. Nachdem Lukas, Paul und ich den Rundgang beendet hatten, gab es um 12:30 Uhr noch eine Führung zum Tiefseeleben der Meere. Nach dem Aufenthalt im Museum gab es noch einmal freie Zeit für alle in der Stadt. Ich zum Beispiel war mit Laurine, Anouk, Lydia, Janis, Lukas und Paul eine Pizza essen.
Anschließend sind wir zurück zum Hafen gelaufen und wurden vom Dinghi wieder zur Roald gebracht.
Tom B.

PS.
1. Ich grüße und bedanke mich bei allen Werdener, die sich so verstärkt nach mein Wohlergehen
erkundigt haben. Zusätzlich grüße ich Maren und Anna.
2. Milena grüßt ihre Familie und Lotte, Tatiana, Jule, Isabell, Anna, Stella.
3. Theo M. grüßt seine Familie.
4. Andy grüßt seinen Vater.
5. Carlotta grüßt Mucki.
6. Zusätzlich grüßt die ganze Roald-Crew ihre Freunde und Familien.

Landaufenthalt in Cherbourg

Datum: 21. Oktober 2017
Position: 49° 39,2 N, 001° 37,6 W
Etmal: 0 NM
Wetter: Wasser 16°C, Luft 14°C, Wind 6 Bft.
von Milena

Hallo an alle, bonjour à tous…. Heute Morgen durften wir bis 08:30 Uhr ausschlafen. Beim „All-Hands“ an Deck gab es zunächst ein paar Informationen zum weiteren Tagesablauf. Um 10:30 Uhr wurden wir dann von unserem Fahrer Jürgen per Dinghi nach Cherbourg ans Festland gebracht. Da es sehr windig war, zogen wir alle brav unser Ölzeug an, damit wir nicht zu nass am Festland ankommen. Da wir pünktlich um 12:30 Uhr wieder an der Pier zur Stelle sein sollten, mussten wir uns flott auf die Socken machen. Ich war in einer Landganggruppe mit Carlotta und Isabelle. Weil wir uns in unserem Ölzeug dann eigentlich ganz cool fanden, ließen wir es beim „Flanieren“ durch die Innenstadt und Geschäfte einfach an. Die Leute schauten uns an als kämen wir vom Mond, was daran gelegen haben könnte, dass wir vielleicht wirklich ein wenig so aussahen.

Da wir uns am Abend zuvor eine Einkaufsliste geschrieben hatten, wussten wir genau, was wir brauchten. Wir haben alles geschafft, doch wir hatten nur 2 Stunden Zeit für eine Liste, die gefühlt mehrere Kilometer lang war, und wir keinen Plan hatten, wo genau in der Stadt wir uns befanden und wo sich die entsprechenden Geschäfte befinden. Unser Motto: „Einfach drauf los“. Wir fanden dann doch einigermaßen gut ein Einkaufscenter, in dem wir dann Prioritäten setzten mussten. Wehleidig gingen wir an allen Shoppingmöglichkeiten vorbei und blieben bei unserem Kurs auf den Carrefour (ein französischer Supermarkt für alles). Ohne Plan rannten wir von Regal zu Regal, um unsere Besorgungen zu erledigen, wie zum Beispiel Shampoo und andere diverse alltägliche Dinge. Nicht weil wir es vergessen haben einzupacken, sondern weil wir alle nach der ersten Woche merkten, dass 7 Monate doch ganz schön lang sind, und ein Shampoo vielleicht doch nicht ausreichend ist. Nachdem wir den größten Teil der Liste abgearbeitet hatten, machten wir noch ein wenig „sight seeing“ – bis wir einen Bäcker fanden… Dort kamen wir dann in den typisch französischen Genuss von Macarons und Eclairs. Wir hatten uns bei unseren Einkäufen so beeilt, dass wir noch genug Zeit hatten, um entspannt zurück zur Pier zu gehen. Zurück auf dem Schiff hatte die Backschaft für uns alle Nudeln und Curry gekocht. Nach einer kleinen Mittagspause wurden wir noch einmal mit ein paar alltäglichen Dingen bezüglich der Regeln des sozialen Lebens an Bord vertraut gemacht. Danach gab es dann schon einmal eine kleine Schnupperstunde in Verenas Erdkundeunterricht, der uns dann im „regulären“ Unterrichtsbetrieb nach Teneriffa erwarten wird. Morgen dürfen wir uns auf einen neuen tollen Tag in Cherbourg freuen und auf einen gemeinsamen Museumsbesuch mit der ganzen Bordgemeinschaft (Schüler, Lehrer und Schiffsstammcrew).
Milena

P.S.:
1. Trixi sendet viele Grüße an den großen Bruder.
2. Andy grüßt seine Mama.


Hier noch ein Nachtrag zum 19.10.:
19.10.2017 – Sturmnacht (von Annika)

Der Himmel ist dunkel, kein Stern weit und breit – eine schwarze Nacht. Bis auf eine lange Lichterkette an backbord – ein 400 m langer Frachter, der so breit ist wie wir lang sind – ist kaum etwas zu sehen. Ich stehe am Mastgarten des Großtopps, gesichert am Strecktau, und verfolge gebannt das andauernde Naturschauspiel. Nieselregen benetzt mein Gesicht und spült das Salz aus meinem Ölzeug. Der Wind saust mit 8 bis 9 Windstärken übers Meer und durch unser Rigg, ein lautes Dauerdröhnen. Der Bug der Roald stampft in den rauschenden Wellenbergen beständig auf und nieder. Manchmal klingt das Landen auf den Wellen wie ein lautes Krachen. Im Schein der Positionslichter sieht man, wie das aufgespritzte Wasser über die Bordwand kommt. Die teilweise meterhohen Wasserwolken verteilen ihren salzigen Sprühregen übers Deck. Meine Lippen schmecken salzig. Strahlende Augen, ein breites Grinsen, tiefgreifende Freude und Faszination durchströmen mich. Ich fühle mich lebendig und dankbar. Beeindruckende Naturgewalten und wir mittendrin, sicher auf unserem Schiff.

Auf der Brücke hinter mir sitzt der Rest der Wache. Ich höre fröhliches Stimmengewirr. Trotz des Seegangs und Regens geht es dem Großteil heute sehr gut. Den meisten sind wohl schon Seebeine gewachsen. Sie feilen an einem Lied für den Wachwechsel zur Melodie von „Alle Jahre wieder“. Heute Morgen um 4 Uhr hatte uns schon die Wache 1 mit einem Ständchen zur Wachübergabe begrüßt. Das könnte eine schöne Tradition werden. Währenddessen steuern uns die verschiedenen Rudergänger und unsere Steuerfrau hochkonzentriert und kompetent durch das Unwetter. Unser Ziel ist der Hafen von Cherbourg, wo wir die vorhergesagten schwereren Unwetter sicher abwarten wollen.

Natur, Schiff, Menschen – genau wegen solcher Momente bin ich hier.
Annika