Datum: 19. Oktober 2016, (Tag 12)
Position: 47° 13,5’ N; 006° 14,5’ W
Etmal: 108 sm
Wetter: Luft 15°C, 1028 hPa, wolkig, Wind NW 3 Bft.
von Tatsumi
„…Es ist nachts. Es schlägt 3 Uhr. Die Delfine begleiten uns rechts und links. Da passierte es. Bei einer Halse reisst die Schot mitsamt dem Steuermann über Bord. Sofort schreit der Ausguck der Z-Wache „Mann über Bord!“ und zeigt auf den hilflosen Steuermann. Die kleine, tapsige Wachfrau sprintete sofort zur Kapitänskammer und versuchte den schlafenden Kapitän zu wecken. Der panische Rudergänger riss das Steuer herum und nahm Kurs auf den verlorenen Sebastian. Die Wachführerin griff den Rettungsring und schmiss ihn auf den Steuermann. Doch sofort kam eine ca. 3 Meter hohe Welle und riss nun auch die letzte erwachsene Person von Deck ins kalte Meer. Die Z-Wache wusste sich nicht mehr zu helfen. Doch da kam endlich der Retter, der Kapitän, gefolgt von unserem Maschinisten und den zwei legendären Steuermännern der anderen Wachen. Sie schätzten die Situation sofort richtig ein. Der Maschinist schmiss die Maschine an. Bei voller Kraft voraus warf der erste Steuermann den Rettungsring direkt auf den schwimmenden Steuermann, fast wie beim Hufeisenwerfen. Von Achtern ertönte die Stimme des zweiten Steuermanns: „Ja! 100 Punkte!“. Dieser hatte mittlerweile das Ruder übernommen. Der Kapitän fischte die Wachführerin anschließend wie ein Eisbär mit seiner Pranke aus der stürmischen Biskaya…“
Dies ist ein fiktiver Text. Die nur wenig spektakuläre Wahrheit ist, dass wir die Breitfock samt neuem Toppsegel gesetzt haben.
Von Tatsumi
(mit freundlicher Unterstützung von Lea, Sonja, Karla und Maike)
Heute begann der Tag für uns alle um 07:00 Uhr. Pünktlich um 09:00 Uhr sollte die letzte Leine los sein, denn wir wollen schon am Freitag in La Coruña in Spanien sein. Der Motor wurde fleißig repariert, sodass dem auch nichts mehr im Wege stand. Auch der ordentliche Wellengang sollte uns nicht an der Weiterreise hindern. Die eine Hand diente zum Festhalten und die andere Hand zur Vorbereitung des Klüversegels. So haben wir die Bucht von Brest verlassen. Wir wurden diesmal nicht von oben nass, sondern von unten, rechts und links. Die Wellen peitschten uns ins Gesicht und die Jonny tanzte auf den Wellen. Die ersten haben schon die Seepflaster rausgeholt und sich den Horizont angeschaut.