Kurz vor Martinique

Datum: 6. Dezember 2016, (Tag 60)
Position: 15° 55,’ N, 059° 38,9’ W
Etmal: 122 sm
Wetter: Luft 29°C, 1015 hPa, sonnig/wolkig, Wind NNE 4-5 Bft.
von Mira

t_miraDie letzten Tage konnten wir schon auf der Karte beobachten, wie wir unserem Ziel Martinique immer näher kommen und auch die Möwen, die seit heute morgen wieder in der Luft zu sehen sind, deuten darauf hin, dass das Festland nicht mehr so weit entfernt sein kann. Als Norbert dann verkündete, dass wir morgen ankommen würden, wurden schon bald die ersten Stimmen laut, worauf man sich am meisten freut und was man als erstes auf Martinique machen wird. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Eis essen: Seit einigen Wochen haben wir überwiegend tollstes Sommerwetter, liegen in der Sonne oder im Pool und das einzige, das zum perfekten Summerfeeling fehlt, ist ein eiskaltes Eis. Es wurden schon diverse Versuche gestartet, mit den Mitteln an Bord Eis herzustellen, indem zum Beispiel Orangensaft, Sprite oder Wackelpudding eingefroren wurde, aber an ein richtiges Eis kommt das dann doch nicht ran.

Bewegung: Immer nur 36 Meter in eine Richtung gehen zu können, bevor man schon wieder am anderen Ende des Schiffs angelangt ist, ist auf Dauer schon ein wenig einengend. Deshalb wurden die ersten Verabredungen zu Joggen getroffen. Inwieweit die dann bei den tropischen Temperaturen auch wirklich durchgezogen werden, bleibt abzuwarten…

Einkaufen gehen: Obwohl das Essen an Bord sehr lecker ist (großes Lob an die Schüler und Antonia!), freuen wir uns dennoch darauf, mal wieder selbst einkaufen gehen zu können und genau das zu kaufen, worauf man selbst Lust hat.

Duschen ohne Wellengang: Bei bis zu knapp 30° Schiffskrängung ist das Duschen zeitweise eine Herausforderung. Shampoo und Duschgel fliegen durch die Duschkabine und die Haare kann man sich nur einhändig ausspülen, weil man sich mit der anderen Hand festhalten muss.

Essen ohne Wellengang: Ebenso ist das Essen teilweise etwas unentspannt, weil man krampfhaft versucht, Teller, Besteck und Tasse (bzw. Senfglas oder ähnliches, denn Tassen und Gläser haben wir schon fast keine mehr) festzuhalten, damit es nicht im hohen Bogen vom Tisch fliegt. Auch die leicht klebrigen Elefantenhäute, die vor jeder Mahlzeit auf den Tischen ausgelegt werden und das Rutschen von Geschirr verhindern sollen, sind wir inzwischen etwas leid…

Frisch gewaschene Wäsche: Wir haben zwar eine Waschmaschine an Bord, konnten diese aufgrund des Wellengangs auf dem Atlantik jedoch nicht benutzen. So wurden jeden Samstag sämtliche Geschirrhandtücher in einem großen Kochtopf mit etwas Waschmittel gekocht und danach über das Waschbrett gerubbelt. Trotz dieser schweißtreibenden Arbeit sieht man den meisten Handtüchern nicht wirklich an, dass sie überhaupt gewaschen wurden…

Schwimmen: Wir sehen jeden Tag das wunderschöne blaue Meer und können nicht reinspringen… Zwar haben wir einen kleinen Pool an Bord, aber bei Wasserhöhen von (je nach Neigung des Schiffes) 0 cm bis höchstens 20 cm ist das Badevergnügen ein bisschen eingeschränkt.

Am meisten freuen wir uns aber, endlich Land und Leute in der Karibik kennenzulernen! Liebe Grüße an meine Familie und Freunde! Mama und Papa, danke für den kleinen Adventskalender! Oma, alles Liebe nachträglich zum Geburtstag!
Mira

P.S.: Der Nikolaus war tatsächlich da!
P.P.S.: Tessa wünscht ihrem Opa alles Gute und Liebe zum Geburtstag!

Es neigt sich dem Ende zu

Datum: 5. Dezember 2016, (Tag 59)
Position: 17° 11,0’ N, 057° 59,6’ W
Etmal: 139 sm
Wetter: Luft 30°C, 1015 hPa, sonnig, Wind NE 3 Bft.
von Jaron

jaronIch hatte wie jeden zweiten Tag die 4-8 Wache. Dort haben wir uns mit dem Steuermann Andreas sehr amüsant unterhalten. Die Gepräche wurden am Ende der Wache häufig unterbrochen, denn es kam immer die Frage, wie lang es noch dauert, bis wir endlich in der Karibik sind. Die Brücke war immer sehr überfüllt, denn wir Schüler schauten immer wieder auf unsere digitale Seekarte, um zu gucken, wie lange und wie viele Seemeilen wir noch vor uns haben. Bald ist es so weit: Das Land kommt näher und die Karibik wartet auf uns. Die drei Wochen waren lang, abwechslungsreich und anstrengend. Die Steuermänner freuen sich, dass für sie die Reise erst mal vorbei ist, obwohl sie die Reise sehr genossen haben. Doch bevor wir ankommen, gibt es noch ein paar Sachen zu regeln. Norbert muss noch E-mails zum Einklarieren rausschicken, wir müssen die ersten Arbeiten schreiben, der Nikolaus will kommen und und und. Der Nikolaus? Wie soll denn der Nikolaus an Bord kommen. Auf jeden Fall wird am Abend noch schnell von jedem der Bootsschuh geputzt und vor die Kammertür gestellt. Ob der Nikolaus wirklich gekommen ist, hört ihr morgen. Seinen Namensvetter haben wir immerhin schon an Bord.
Liebe Grüße Jaron