Seemänner kennen keine Feiertage…

Datum: 26. Dezember 2016, (Tag 80)
Position: 11° 59,3′ N, 061° 48,2′ W
Etmal: 7 sm
Wetter: Luft 30°C, 1013 hPa, sonnig, NE 2-3 Bft.
von Melanie

t_melanie…und so lichten wir heute nach dem Ausklarieren den Anker. Ja, auch an Weihnachten ist das hier kein Problem. Ähnlich wie Polizisten, Ärzte und Feuerwehrmänner haben auch viele Schifffahrtsbehörden nicht frei. Sie trugen aber nicht wie beim Einklarieren (ich war dabei) Uniform, sondern waren in Zivil und hören Reggaemusik (so Carlo, der Norbert zum Ausklarieren begleitete). Zumindest das Seewetter bescherte uns ein unglaubliches Weihnachtsgeschenk: traumhaften Wind und eine strahlende Sonne. Mit 8-10 Knoten glitten wir durch das Karibische Meer. Der ganz normale Schiffsbetrieb nahm also seinen Gang.

Die Schüler gingen Wache und auch für mich war nicht mehr an Weihnachten zu denken. Der Unterricht für den kommenden Tag wollte vorbereitet werden und auch die geschrieben Tests lagen in meiner Koje und warten auf den Rotstift. Ich hatte sehr optimistisch nur einen einzigen in meinem Gepäck verstaut und lieber einen Füller für Briefe mitgenommen, aber mittlerweile bin ich leider nicht mehr so sicher, ob der wirklich reichen wird … aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Schüler und ich werden daran arbeiten, dass er ausreichen wird.
Eure Melanie

DAS Geschenk aller Geschenke

Datum: 25. Dezember 2016, (Tag 79)
Position: True Blue Bay (Grenada) vor Anker
Etmal: 0 sm
Wetter: Luft 30°C, 1012 hPa, sonnig, Schauer
von Johanna

johannaDer Tag begann ANDERS als jeder anderer (zumindest für die meisten): Statt um 6.30 Uhr wurden wir um … – nein quatsch GARNICHT – geweckt … Ein Highlight – zumindest für die meisten -, welche dann auch mindestes bis 12, wenn nicht bis 14 Uhr geschlafen haben. Die anderen im Bunde, welche es nicht für notwendig hielten auszuschlafen, entschieden sich dafür um 10:00 Uhr in der Kirche zum Gottesdienst zu erscheinen und somit um 8:00 Uhr aufzustehen, um um 9.00 Uhr mit dem Dinghi auf die andere Seite zu fahren.

Große Enttäuschung: Der Gottesdienst begann statt um 10:00 Uhr, wie in Deutschland, um 6:00 Uhr in der Früh … Und somit waren die, welche extra dafür früh aufgestanden waren, unnötig aufgestanden. Das war zumindest die Sicht einiger Kirchengänger. Andere wiederum genossen den Anblick der doch zwar sehr kleinen, aber dafür auch sehr niedlichen schönen Kirche. Nach einer kleinen (aber feinen) Führung, entschieden sich die Kirchengänger wieder zurück zur True Blue Bay zu fahren. Zurück angekommen liefen sie sofort zum WLAN, um die bevorstehenden Expis zu planen, mit Hostels zu telefonieren und natürlich auch, um der Familie auf der anderen Seite (oder halt auch nicht) frohe Weihnachten zu wünschen und um herauszufinden ,was die Geschwister bekommen haben …

Ca. eine Stunde nach deren Ankunft, kamen die ersten der Ausgeschlafenen und auch diese stellten natürlich auf Grund des freien WLANs zuallererst einmal Kontakt zur anderen Seite her, aber begannen darauf jedoch auch zügig mit der Expi-Planung. Mit den Projekt-Handys wurden Hostels angerufen, bis die Handys glühten und das WLAN ist mindestens vier mal abgestürzt, trotz alledem waren um 17:00 Uhr, als die ersten Dinghis wieder zurück zur Johnny aufbrachen, alle Expis geplant und alle freuten sich auf das Abendessen. Manuel verbrachte den Tag in der Küche, um für das hungrige Volk Truthahn zu kochen.

Nach dem Festmal, welches sehr gut geschmeckt hat, haben sich alle zurückgezogen und in größeren, oder auch kleineren Gruppen, was gespielt, sich unterhalten oder sogar Haare geschnitten. Claire war doch so frei, mir die Haare zu schneiden und nun sind meine Haare so kurz, wie ich sie das letzte mal mit 5 hatte – vielleicht aber gar keine so schlechte Idee für Mittelamerika. Naja, so endete dann auch dieser Tag, und alle gingen mit einem guten Gewissen schlafen. Liebe Grüße an meine Familie.
Eure Johanna

P.S.: Locke, ich schicke dir ein Foto.
P.P.S.: Grüße an die Merzoug Gangstaaaaz von Sonja.
P.P.S.: Hier regiert der SCG jmg waz here, bitch i´m out.