Die touristische Taxifahrt

Datum: 23. Dezember 2016, (Tag 77)
Position: True Blue Bay (Grenada) vor Anker
Etmal: 0 sm
Wetter: Luft 26°C, 1011 hPa, sonnig bis wolkig, E 2-3 Bft.
von Karla

karlaGestern haben Gruppe 1 und Gruppe 2 erfolgreich die Tauchgänge absolviert und haben jetzt, passend zu Weihnachten den Tauchschein bekommen, deshalb hatten wir heute Landgang. Wir wollten alle gemeinsam nach St. Georg´s Town fahren und uns die Muskatnussfabrik angucken. Gerade als wir auf die Straße gegangen waren, hat ein Taxi neben uns gehalten. Schnell wurde der Preis verhandelt und wenige Sekunden später hatten wir uns zu siebzehnt in einen Kleinbus gequetscht. Es war keine normale Taxifahrt wie in Deutschland zum Beispiel, von einem Ort zum anderen, sondern es war schon fast eine Touristentour. Wir waren natürlich die Touristen.

Auf der Fahrt nach Gouyave haben wir viele kleine Stops gemacht. Der eine Taxifahrer hat uns immer wieder Bäume gezeigt, wo die verschiedensten Früchte dran hingen. Wir haben Kakao-Fruchtfleisch gegessen und Grapefruits vom Baum gepflückt. Weiter ging es mit der Besichtigung von einem Friedhof und dem örtlichen Stadion. Dies alles wäre in Deutschland schon lange nicht mehr inklusive bei der Taxifahrt gewesen.

Irgendwann kamen wir dann doch in Gouyave an, wo wir schnelle und kurze Informationen über die  Herstellung der Muskatnüsse bekommen haben. Dort konnten wir dann auch den Frauen beim Sortieren zugucken. Anschließend wurden wir wieder von dem gleichen Taxi in das höher gelegene Dorf Dougaldston Estate gefahren. Dort wurden uns viele verschiedene Gewürze gezeigt und wir durften überall dran riechen. Tatsumi hat schnell eine neue Beschäftigung gefunden und viele Gewürze fanden den Weg in den kleinen Bus.

Natürlich wurden wir auch wieder mitgenommen zu unserem eigentlichem Ziel St. Geoge´s town. Dort wurde dann direkt die Zeit ausgemacht, wann wir wieder abgeholt werden sollten. Es war für die Taxifahrer selbstverständlich, dass sie uns wieder zum Schiff fahren. Wir durften dann erst einmal in 3er Gruppen den Ort unsicher machen. Nach 2 1/2 Stunden sind wir also wieder zurück zum Schiff gefahren. Auf dem Rückweg wurden allerdings keine Stops mehr gemacht mit Obstpflücken oder Fotos machen, da alle geschafft von dem Ausflug waren und im Bus geschlafen haben. Wir haben heute wieder einmal gemerkt, wie offen und freundlich die Einheimischen hier in der Karibik sind. Wir schätzen das hier sehr und haben für morgen schon das Taxi bestellt für unser spezielles HSHS 16/17 Weihnachtsfest auf Grenada.
LG Karla

P.S.: Ich wünsche meiner Familie, meiner Schwester und meinen Großeltern einen schönen 24. Dezember. Feiert den Heiligabend schön und esst für mich einen Karpfen mit. Ich habe euch ganz doll lieb. Auch viele Grüße an Leo, Alia, Stine, Soff und Sophie. Genießt die freien Tage und lasst euch reich beschenken.

P.P.S.: Merry X-Mas an Familie Flammersfeld von Johanna

P.P.P.S.: Lara wünscht ihrer Familie und ihrer Oma ein leckeres Weihnachtsessen.

P.P.P.S.: Frohes Fest an Großlohe.

P.P.P.P.S.: Jaron wünscht Familie Liekfeld ein schönes und frohes Weihnachtsfest.

Vorweihnachtsstress

Datum: 22. Dezember 2016, (Tag 76)
Position: True Blue Bay (Grenada) vor Anker
Etmal: 0 sm
Wetter: Luft 28°C, 1015 hPa, sonnig, cloudy NE 5 Bft.
von Melanie

t_melanieWenn ich an die letzen Tage vor Weihnachten denke, erinnere ich mich an hektische Tage. Die Warenhäuser haben extra lange Öffnungszeiten, damit auch die Menschen, die seit 365 Tagen wissen, dass dieser Weihnachtstag auch im nächsten Jahr stattfindet und es erfolgreich verdrängt haben, ihre Geschenke und weitere diverse Weihnachtseinkäufe, erledigen können. Dies erzeugt Stress und Unzufriedenheit, sowohl bei denen die einkaufen, als auch bei denen, die in den Geschäften stehen.

Hier auf Grenada ist davon nichts zu spüren. Die Menschen sind entspannt und freundlich. Lange Öffnungszeiten gibt es hier nicht. Im Gegenteil: Viele Geschäfte und Firmen schließen, sowohl am 23., als auch am 24. Dezember bereits gegen Mittag. Dies hat unsere Ausflugsplanung für diese Tage hier auf der Insel sehr erschwert, sind es leider die einzigen Tage, die wir durch den Tauchkurs noch frei haben. Auf der Suche nach Informationen, traf ich heute eine gebürtige Irin, die nicht nur seit einigen Jahren auf Grenada lebt, sondern zuvor viele Jahre in Deutschland lebte. Sie erzählte mir bereitwillig und freundlich (wie mir hier alle Einwohner bisher begegnet sind), dass die Menschen auf Grenada diese Zeit nutzen, um in aller Ruhe in den Familien das große Fest vorzubereiten.

In den Weihnachtsfeiertagen wird dann (ähnlich wie in vielen Familien in Deutschland) viel gegessen und gemeinsam Zeit verbracht. Die gemeinsame Zeit in der Familie scheint hier jedoch viel mehr im Zentrum zu stehen, als das Weihnachtsgeschäft mit all den Geschenken. Die Zeit vor Weihnachten scheint sich hier von der allgemeinen ruhigen karibischen Mentalität nicht irritieren zu lassen. Dagegen spiegelt der Vorweihnachtsstress bei uns durchaus auch die gehetzte Lebensweise des Alltags wieder: Wer von uns blickt denn wirklich entspannt in die Zukunft, weiß wo er wie mit wem und wann genau hin will? Die Orientierungslosigkeit in unserer Gesellschaft ist höher denn je und auch ich schließe mich davon nicht aus. Daher hier mein durchaus utopischer Weihnachtswunsch:

Lebenskompass

Ich wünsch‘ mir einen Kompass,
der mich durchs Leben führt,
der mir den Weg weist,
wenn ich nicht weiter weiß,
wenn ich nicht weiß, ob oben oder unten,
recht oder links, vorne oder hinten.

Ich wünsch‘ mir einen Kompass,
der mich durchs Leben führt,
der ausschlägt Richtung Herz oder Verstand,
wenn ich mich nicht entscheiden kann.
wenn ich nicht weiß, ob Freiheit oder Sicherheit,
ob eigenes Glück gegen allen Widerstand.

Ich wünsch‘ mir einen Kompass,
der mich durchs Leben führt,
der mir den richtigen Kurs anzeigt,
wenn ich an einer Kreuzung steh‘
wenn so viele Wege toll erscheinen.
und ich eigentlich alle gehen will.

Ich wünsch‘ mir einen Kompass,
der mich durchs Leben führt,
der einen Ausweg aus der Dunkelheit kennt,
wenn ich im eigenen Tränenmeer versink‘,
der zeigt, wenn ich am Boden liege,
wie ich siege –
gegen mich und dich und im Notfall die ganze Welt.

Ich wünsch‘ mir einen Kompass,
der mich durchs Leben führt,
der nicht meinen derzeit innigsten Wunsch besingt,
wie Captain Jack Sparrows Kompass,
sondern den Weitblick besitzt,
der mir häufig verborgen bleibt.

Ich wünsch‘ mir einen Kompass,
der mich durchs Leben führt,
der mir zeigt, wo meine Zuhause ist,
wenn ich einen Ort festlegen muss:
Das Meer, die Berge, die Großstadt, das Land.
Ich liebe sie alle. Das ist doch krank.

Ich wünsch‘ mir einen Kompass,
der nicht nur mir den richtigen Kurs anzeigt,
der die Welt in eine Zukunft lenkt,
in der ich gerne weiteres Leben schenk‘.
Ich wünsch‘ mir einen Kompass,
dessen Richtung bitte immer Frieden heißt.

Ich wünsche allen eine wunderschöne, besinnliche Weihnachtszeit mit vielen lieben Menschen um euch herum, sei es die eigene Familie, oder seien es Freunde.
Eure Melanie