1. Advent

Datum: 27. November 2016, (Tag 51)
Position: 24° 27,’ N, 044 °25,4’ W
Etmal: 167 sm
Wetter: Luft 25°C, 1014 hPa, sonnig, Wind NNE 4-5 Bft.
von Niko

nikoAdvent, Advent ein Lichtlein brennt. Oder auch nicht… Naja, vielleicht das Toplicht heute Nacht, da Kerzen und offenes Feuer an Board ja verboten sind. Irgendwie kann man hier an Board nicht recht glauben, dass es bald Weihnachten ist. Ich habe mich heute morgen auch stark gewundert, als ich aufgewacht bin. So wirkliches Weihnachtsfeeling kommt hier nicht auf, wenn man in kurzer Hose und T-Shirt bei ca. 26 Grad an Deck chillt und aufs weite Meer hinausschaut. In Berlin würde ich jetzt langsam die ersten Weihnachtsmärkte besuchen, mit meinen Eltern den geschmückten Ku`damm entlang fahren und noch viel mehr von solchem vorweihnachtlichen Kram machen. Und ziemlich kalt wäre es jetzt auch, aber das vermiss ich eher nicht so. Auf jeden Fall wäre ich jetzt schon in ganz guter Weihnachtsstimmung, was ich jetzt gar nicht wirklich von mir behaupten kann. Trotzdem war heute ein ganz schöner 1. Advent.

Nachdem wir heute morgen nach dem Frühstück wieder einmal alle Segel gesetzt hatten, also Klüver 1, Baumfock, Schoner, Schonertop und Großsegel, ging es für mich erst einmal zu einer eher ruhigen 8-12-Uhr-Wache. Nach dem Mittagessen habe ich dann mit Claire, Lara und Jaron ein paar Blumen gebastelt und Sonja, Maike und Lara haben Manuel und Immanuel die Haare geschnitten. Bei Immo sieht es eigentlich noch ganz in Ordnung aus, ein wenig kurz vielleicht. Manuel hingegen läuft jetzt mit einem sehr stylischen Vokuhila *) herum. Als autoritäre Lehrkraft ist er jetzt eher nicht mehr ernstzunehmen, aber wir finden es alle sehr lustig und versuchen ihn jetzt ein wenig zum Assi zu erziehen. Bester Mathelehrer mit Abstand auf dem Atlantik.

Nach dem Abendessen gab es dann auch noch eine Schülerversammlung, um die kleinen und großen Probleme an Board zu klären und ein paar Sachen zu besprechen. Somit wünsche ich meiner Familie, meinen Freunden und allen anderen einen frohen 1. Advent und eine fröhliche Weihnachtszeit.
Viele Grüße, Niko

P.S.:

  • Sonja wünscht den Merzoug-Gangstas einen schönen ersten Advent!
  • Claire: Liebe Familie Bertheau macht hoch die Türen und hebt die Gläser!
  • Schönen ersten Advent an Maikes Familie
  • Liebe Grüße an meine Lieben hab euch lieb Lea
  • Fröhliche Advntsgrüße an Familie Dori/Matlubi
  • Hannah wünscht ihrer Familie und ihren Freunden einen schönen 1. Advent <3
  • Tabea wünscht ihrer Familie und Freunden einen schönen 1. Advent. Esst für mich einen Lebkuchen!
  • Tessa sendet herzliche Adventsgrüße an ihre Familie, Oma und Opa
  • Zora wünscht ihrer Familie einen schönen 1. Advent und hat sie sehr lieb
  • Grüße zum 1. Advent von Immo an seine Familie und Freunde
  • Amira grüßt ganz herzlich ihre Familie und wünscht eine schöne Weihnachtszeit.

*) Gegendarstellung von Manuel: Es handelt sich nicht um eine Vokuhila, sondern um eine Seikumila (Seiten kurz, Mitte lang). Kurz: Irokese

Arbeitsunfall an Bord

Datum: 26. November 2016, (Tag 50)
Position: 25° 35,0’ N, 041° 51,’ W
Etmal: 147 sm
Wetter: Luft 25°C, 1013 hPa, sonnig & bewölkt, Wind NE 3-4 Bft.
von Johanna

johannaJohann weckte mich heute morgen ausgesprochen herzlich um 6:00 Uhr zur Backschaft. Eine halbe Stunde später standen Tabea, Zora und ich dann top motiviert in der Messe um aufzudecken. Nachdem das Frühstück und Tee à la Tabea blitzschnell flashartig an das hungrige Volk serviert wurden, fingen wir auch schon gemeinsam an, die gefühlten Tonnen an Kartoffeln für das Mittagessen zu schälen. Mit fleißiger Unterstützung von Uwe, unserem Maschinisten und einigen Pfadfindertricks, waren wir ruckzuck nach ca. 45 min fertig und begaben uns zurück in die Kombüse, wo Antonia schon den Rest des Mahles vorbereitete. Auf dem Speiseplan stand Carlos selbst gefangener Fisch. Es ist Bonito-Zeit, deswegen gab es Mahi-Mahi.

Auch dieses mit sehr viel Liebe zubereitete Mahl, wurde von dem Volk mit offenen Armen empfangen und es dauerte nicht lange, bis wir wieder in der Kombüse standen und uns selbst beim Abwaschen zusahen (Man muss hierzu jedoch sagen, dass ich mich zu Hause oft genug mit meiner Schwester über den Abwasch gestritten habe, wobei die Aufgabe eigentlich nur darin lag, Geschirr für 4 Personen in die Spülmaschine zu räumen, was ich im übrigen deutlich besser konnte als sie, was aber nicht unbedingt heißen musste, dass ich es auch machen werde), naja, auf jeden Fall wasche ich hier liebend gerne und mit relativ viel Spaß das Geschirr für 36 Personen ohne Spülmaschine ab, denn mit richtiger Musik und den richtigen Leuten um dich herum, ist Abwaschen nämlich eine relativ lustige Sache. Grüße an Locke.

Jetzt zur eigentlichen Besonderheit an diesem Tag:  Wir waren gerade dabei den Kaffee für die ,,16:00-Uhr-Kaffeepause“ zu kochen, als Norbert zum ,,All Hands“ rief. Die Segel mussten innerhalb von 7 Minuten gesetzt werden. Beim Schonersetzen erklang plötzlich ein dramatisches ,,Stoooopppppppppp“. Alle Steuermänner inklusive Norbert schauten auf und wiederholt wurde der heulende Schrei wahrgenommen.  Gemeinsam rannten sie Richtung Stimme und da sahen sie es…

Claire hatte sich doch tatsächlich beim Gaffelgei-Fieren den Finger zwischen Klampe und Tampen eingequetscht. Die komplette Stammcrew zog mit vereinten Kräften an dem Gaffelgei-Tampen, um Claires Finger zu befreien. Nachdem sie Claires Finger erfolgreich befreit hatten, rannte die Verletzte schreiend in die Kombüse und suchte verzweifelt Hilfe bei Antonia, unserer Bordärztin. Zum Glück wurden sofort kaltes Wasser und Ibuprofen 400 herbeigezaubert und nachdem Schock und Schmerz sich verringerten, erschien schon wieder ein kleines aber feines Lächeln auf ihrem Gesicht. Da es heute Abend aber auch nicht geregnet hat, geht es Claire jetzt wieder Bombe (keine Sorge Familie Bertheau und Happy Birthday an Papa Bertheau).
Liebe Grüße Johanna, mir geht es super!