Tag 2 auf Teneriffa

Datum: 9. November 2016, (Tag 33)
Position: Santa Cruz, Teneriffa
Etmal: –
Wetter: Luft 22°C, wolkig teilweise Regen
von Claire

claireHeute wurden wir liebevoll von Damaris und Jesko mit zwei aufeinander geschlagenen Topfdeckeln geweckt. Nach einem genüsslichen Frühstück fing ein Drittel der Gruppe an, den täglichen Putztrip zu erledigen und der Rest von uns packte mit Ulli und Andreas das neue Großsegel ein. In der Zwischenzeit klärte das Landgangs-Team, ob die Leute von Klassenzimmer unter Segeln und die von School at Sea mit uns grillen möchten. Danach wurden wie immer die Kojen aufgeklart und dann hatten wir alle bis 17:00 Uhr Landgang. Ich bin mit einer kleinen Gruppe in einen schönen Park gegangen. Dort haben wir uns hingesetzt und Musik gehört. Nach einer halben Stunde haben wir dann beschlossen aufzubrechen und die Stadt zu erkunden.

Zum Mittagessen gab es Burger, aber nicht von McDonald’s, sondern von einem schönen kleinen Café. Außerdem sind wir heute Nachmittag einkaufen gegangen und haben ein Eis gegessen. Als ich wieder an Bord war, habe ich meine Eltern mal wieder angerufen. Um 19 Uhr war das Treffen auf der Pier vor der Regina Maris (dem niederländischen Schiff des Projektes School at Sea), das wir gegen 18 Uhr schon anfingen vorzubereiten… Es war eine sehr entspannte Stimmung: Wir haben Musik gehört, die anderen Schiffe beäugt, uns mit den anderen Schülern unterhalten und natürlich gegessen. Niemand weiß so genau, wie es angefangen hat, aber auf einmal stand da ein Eimer, der mit Wasserbomben gefüllt war, und irgendjemand fing an, diese zu schmeißen. Jeder stürzte sich auf den Eimer, um welche zu erbeuten. Als diese verbraucht waren, fingen kurz danach die Ersten an, ihre leeren Flaschen (mit teilweise zwei Litern) zu füllen und andere nass zu machen. Am Ende wurden sogar unsere Putzeimer von Bord gefüllt und zum Nässen genutzt.

Die KuS-Schüler mussten leider schon um 9 Uhr gehen, weil sie morgen auf den Teide gehen (wir wünschen euch viel Spaß!), aber mit den Holländern haben wir bis 23 Uhr noch draußen gesessen, geredet und getanzt. Danke an beide Gruppen! Wir hoffen, wir treffen euch zwischendurch nochmal!
Claire

Sternschnuppen

Datum: 6. November 2016, (Tag 30)
Position: 29° 12,9′ N, 016° 06,3′ W
Etmal: 118 sm
Wetter: Luft 24°C, 1014 hPa, bedeckt, Wind NW 1
von Melanie

t_melanieHeute hatte ich zwei wunderschöne Wachen bei Nacht bzw. im Dunkeln. Die Dunkelheit wird umrahmt von Sonnenuntergang und Sonnenaufgang gepaart mit dem Hissen und Bergen unserer Flaggen. Sie sind nicht vergleichbar mit den wenig bewusst beobachteten Tageszeitwechseln daheim. Abgesehen davon, dass sie lange nicht so wunderschön in der Stadt zu betrachten sind, nimmt man sich im Alltag auch nicht die Zeit dafür, hat noch Termine, sitzt am Schreibtisch oder geht anderen Tätigkeiten nach. Hier bekomme ich die Zeit diese Naturspiele in aller Ruhe wahrzunehmen. Der nächtliche Sternenhimmel ist so klar und voll, wie man es sich nicht vorstellen kann, wenn man es nicht erlebt hat. Die Beobachtungsgabe wird immer größer und ich erkenne Sternenkonstellationen wieder, die ich dann in einem Buch der Bordbibliothek nachschlage.

So viele Sternschnuppen, wie ich hier in einer Nachtwache zähle, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Sollte das so weitergehen und addiere man die daraufhin erfolgten Wünsche aller Sternschnuppenjäger, dann dürfte es keine Probleme mehr auf dieser Welt geben. Diese Nacht wurde der Sternenhimmel durch regelmäßiges Erleuchten am Horizont erhellt – sogenanntes Wetterleuchten. Die Sicht war so klar, dass wir ein Gewitter sehen konnten, welches so weit entfernt war, dass es hinter dem Horizont lag. Es ist faszinierend, dass man hier etwas wahrnehmen kann, das durch die Erdkugelform eigentlich nicht sichtbar sein kann. Die Erdkrümmung an sich, die man daheim nie sieht oder wahrnimmt, war auch deutlich letztens zu sehen, als wir von einer der Anhöhen bei klarer Sicht auf Madeira aufs Meer schauten. Daheim kann man gerade mal vor das nächste Haus schauen oder aus der Stadt heraus einige Kilometer.

Herzliche Grüße an alle, die diesen Block verfolgen. Insbesondere an meine Familie und an Jessica.
Eure Melanie