Uns zieht es einfach ans Meer

Datum: 21. Januar 2016
Position: Tropenstation La Gamba, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: warm und feucht
von Anton

Heute stand die Durchwanderung auf dem von Flocoloco (Florian) für uns geschriebenen Plan. Gegen 6:00 Uhr morgens starteten wir mit Badesachen im Gepäck in Richtung Golfo Dulce. Wir liefen durch den Regenwald, vorbei an Pumakot und wieder einmal vielen Ameisenstraßen und durchquerten ca. 20 Mal den selben Fluss bis wir an der Rangerstation ankamen, bei der wir unser Wasser auffüllen. Wieder im tiefen Wald sahen wir dann den Ceiba, einen riesigen Baum (ca. 30m Umfang!), vor welchem wir ein Gruppenfoto schossen. Wir erinnerten uns später alle wieder an die Besteigung des Teides, denn wir mussten die steilen Hänge der Fila Cal, des Gebirges, das uns vom pazifischen Golf trennte, hinaufwandern. Nachdem unsere Augen nun stundenlang ewiges Grün gesehen hatten, tauchte am Horizont endlich eine blaue Wand auf. Nach guten fünf Stunden Wandern erreichten wir einen wunderschönen Steinstrand, wo wir natürlich alle baden gingen. Dies war aufgrund vieler heißer Quellen nicht sehr erfrischend, was wiederum ausnahmsweise nicht auf menschliche Ursachen (dies ist für unsere Gruppe eher Regel als Ausnahme), sondern auf die tatsächliche enorme Aufheizung durch die hier fest senkrecht stehende Sonne (ja, ich hab in Erdkunde zugehört) zurückzuführen ist.

Nach ein paar Stunden holte uns ein Boot ab und brachte uns in eine nahegelegene Bucht zum Schnorcheln. Beim Ablegemanöver zeigte Ole, dass er zugleich Anker hieven, spülen, zeigen und stauen kann. Dazu meine höchste Anerkennung. Begleitet von Pelikanen fuhren wir weiter nach Golfito, einem kleinen Örtchen mit einem kleinen Supermarkt, in dem wir uns teilweise für die Expis versorgten (Meine Expigruppe entschied sich für den besonders nahrhaften Babybrei). Dann hieß es ab in die Taxis und wir fuhren zurück in unsere neue Bleibe, die Tropenstation.

Nach dem Abendessen versammelten wir uns zu einem Feedbackgespräch, bei dem sich herausstellte, dass wir in gut einer Woche schon nach Hause kommen (gemeint ist die Roald). Wir betonten vor allem, dass wir einen echt guten Gruppenzusammenhalt haben und diesen Monat Ferien in den Ferien sehr genießen. Tjaa… jetzt will ich schlafen. Achja, heute ist eine besondere Nacht: Es schwimmt nicht nur sehr salziges Wasser im Golfo Dulce (für alle die es nicht gecheckt haben: dulce ? süß), nein: heute ist HSHS-Halbzeitsnacht, ab morgen sind es nur noch dreieinhalb Monate bis Kiel. Viele Grüße!
Anton

P.S.: Svenja grüßt ganz herzlich die ganze Familie. Ich habe jetzt schon mindestens 10 Mal angebadet und hoffe, dass ihr nachzieht. Argumente á la „aber bei dir ist es warm“ zählen nicht 😉

My heart is beating like jungle drum

Datum: 20. Januar 2016
Position: La Gamba, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: k. A.
von Saskia

Heute sind wir alle ausgeschlafen wie immer in der doch eher ungewohnten Umgebung (man muss sich vorstellen, die Zimmer hier haben die 4-fache Größe unserer herzallerliebsten Kammern auf der Roald) aufgewacht und zum Frühstück gegangen. Wobei einige Schüler sogar dem Drang auf Toilette zu gehen widerstanden haben, nur um erster am Buffet zu sein. Aber mal ehrlich, wer würde das für Rührei, Müsli und frische Früchte nicht auch tun. Auf dem Weg zurück ins Zimmer gab es dann die nächste SEHR ungewohnte Sache zu sehen. Die Bettdecken, die wir selbstverständlich gemacht aufs Bett gelegt haben (wobei sich einige das Motto „weniger ist mehr“ wohl etwas zu sehr zu Herzen genommen hatten), fanden wir nun als feinsäuberlich gefaltetes Häufchen am Ende der Betten vor.

Aber zurück zum Tagesgeschehen: Wohlgestärkt machten wir uns nun alle auf den Weg zu einem der nahegelegenen Wasserfälle. Auf dem Weg zeigte uns Florian eine Ölplantage und erklärte uns das Wiederbewaldungsprojekt des Vereins „Regenwald der Österreicher“ und wir durften das hauseigene Schwein besuchen, das immer fleißig mit unseren Essensresten gefüttert wird. Danach erreichten wir alle etwas erschöpft den Wasserfall. Während sich die einen erstmal an das kalte Wasser gewöhnen mussten, kletterten die anderen schon weit den Wasserfall hinauf. Auch die plötzlich ausbleibenden Wassermassen erklärten sich durch einen Blick in die Höhe, da man dort einige von unseren Mitschülern einen Staudamm bilden sah, der anschließend geflutet wurde. Nachdem wir dann also alle das erfrischende Wasser genossen und uns anschließend in der Sonne aufgewärmt hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Allerdings machten wir noch einen Zwischenstopp bei einem älteren Herren, der uns einige einheimische Lieder vorspielte, während wir die Aussicht auf die Fila Cal genossen und somit auch den auf der Straße stehenden Viehtransporter sahen – unser ‚Taxi‘. Was ich anfangs für einen schlechten Scherz hielt, entpuppte sich dann doch als bitterer Ernst. So schlängelten wir uns in gemächlichem Tempo zwischen Schlaglöchern, Brücken und unter Palmen hindurch zurück zur Tropenstation. Während anfangs die Gefühle bei jeder engeren Kurve zwischen Vorfreude und Angst hin und her schwankten, war es am Ende doch schon ganz normal. Zitat Hannah: „Ist doch wie Bus fahren in Deutschland, nur halt mit offenem Dach.“

Zu Hause angekommen gab es erst einmal Spaghetti mit Tomatensauce, was auf allgemeine Begeisterung stieß. Danach ging’s für einige von uns noch auf die langersehnte Nachtwanderung, bei der man sich zuerst fühlte wie im Disneyland, bis uns erklärt wurde, dass das idyllische Funkeln auf dem Boden keine Diamanten, sondern Augen von Spinnen waren. Trotzdem kämpften sich alle erstaunlich gelassen weiter durch den Regenwald, vorbei an Fröschen, Schlangen und einer pinkelnden Schnappschildkröte. Das Highlight waren wohl aber die Kaimane, die wir zum Ende der Wanderung sehen konnten. Tja an dieser Stelle muss ich aber Schluss machen, da wir bereits 22:00 Uhr haben und es morgen um 5:30 Frühstück gibt, damit wir pünklich um 6 zur „Durchwanderung“ aufbrechen können. Liebe Grüße nch an meine Familie und Freunde
Saskia