Fliegende Fische

Datum: 4. Dezember 2015
Position: 18°56,0’N, 041°47,9’W
Etmal: 51 nm
Wetter: Wasser 26°C, Luft 28°C, Wind 4 Bft.
von Anton

Heute begann wieder ein neuer Tag auf dem wunderschönen blauen Atlantik. Ich stand auf und stellte fest, dass es heute wieder ein sehr anstrengender Tag wird. Ich kam an Deck und meine Befürchtung bewahrheitete sich: Unser Schiff rollte mal wieder im Seegang. Ich ging in die Messe und erfuhr von meiner Wache, dass wir beim täglichen Reinschiff den Bereich „Messe-Gänge-Niedergänge“ zu putzen hatten. Als wir damit fertig waren, haben wir mit dem Unterricht begonnen. Wir hatten zwei Stunden Erdkunde und eine Stunde Spanisch. Danach gab es wieder mal ein sehr leckeres Mittagessen und danach ging es auch schon los mit dem Schiffserhalt. Ich habe heute die Schwanenhälse gefettet (Die Dinger an denen die Rahen befestigt sind).

Nun ging es los mit Bio. Wir haben heute das Glück gehabt, Fliegende Fische, die an Deck geflogen und dort verendet sind, zu sezieren, was sehr cool war. Anschließend hat Luisa in unserer Unterrichtsgruppe ihr Referat zum Thema Plankton vorgetragen. Nun ist der Tag auch schon fast zu Ende und neben mir sitzt eine Gruppe um einen Steuermann, der uns terrestrische Navigation beibringen will. Deshalb mache ich auch an dieser Stelle Schluss, um auch noch ein bisschen davon mitzubekommen.
Anton

„Sweet“ 16 zwischen Amerika und Europa

Datum: 3. Dezember 2015
Position: 19°32,2’N, 039°95,7’W
Etmal: 149 nm
Wetter: Wasser 26°C, Luft 28°C, Wind 5 Bft.
von Melinda

Um die erste Frage zu beantworten, die Ihr Euch jetzt wahrscheinlich alle stellt: „Wieso schreibt man an seinem Geburtstag Tagesbericht?“ Um ehrlich zu sein, ich weiß es auch nicht. Zugegeben habe ich mir den 3.12 selbst als Tag ausgesucht, an dem ich Tagesbericht schreibe, da ich dachte, es würde für Euch da draußen ganz interessant sein, wie es ist, auf dem Atlantik Geburtstag zu feiern. Ursprünglich hatte ich (meinen „Rechnungen“ nach) geplant, in der Karibik 16 zu werden, was ich bei meinem Vorstellungstext auch groß verkündet habe. Wie ich jetzt sehe, haben meine Rechenkünste da leider versagt.

Aber jetzt zu meinem Tag… Wie fang“ ich an? Logischerweise um 00:00. Da ich immer von 0-4 Wache habe, wurde ich pünktlich um 23:30 von Saskia mit einer Kakao-Kaffee-Mischung (zur Aufklärung: Der Kaffee schmeckt nur im Verhältnis 2/3 Milch und 1/3 Kaffee oder 2/3 Kakaopulver und 1/3 Kaffee, vor allem wenn Saskia ihn gekocht hat?) geweckt. Ich glaube, das war die erste Nachtwache seit Tagen, bei der ich sofort kerzengerade in meiner Koje aufgerichtet war und 20 Minuten vor Wachwechsel an Deck erschien. Ihr müsst wissen, 16 zu werden ist etwas Besonderes und vor allem in den „jungen Jahren“ freut man sich um jedes Jahr, das man älter wird, weil einem mit jedem Jahr neue Freiheiten zustehen. Aber ich kann mir vorstellen, dass es ab den 30igern mit der Freude, älter zu werden, bergab geht. Ich weiß aber auch, dass ich in den Augen meines Vaters mein Leben lang ein Kind bleiben werde. Sogar noch mit 30.

Naja, als die 20 Minuten an Deck dann auch vergangen waren und ich ja eigentlich nach UTC-Zeit schon 16 war, fingen sowohl die abziehende als auch meine Wache an, für mich zu singen. Lisa, Saskia und Ana haben mich dann mit einem Schokokuchen und einer total süßen Bilder-Collage überrascht. (Danke nochmal) Als ich den Kuchen angeschnitten hatte, und nach zwei Stücken ziemlich satt war, entschied ich ein drittes zu essen. Nach meiner Wache habe ich mich dann schlafen gelegt. Naja ok, „schlafen“ ist gut. Nach zwei Stunden bin ich von dem Reinschiff der Unterrichtsgruppe aufgewacht. Gleich nach dem Aufstehen habe ich Briefe und Geschenke geöffnet und das Heimweh kam leider wie auf Knopfdruck hoch.

Ich glaube, „sweet“ 16 ist eigentlich kein passender Ausdruck für einen Geburtstag auf einem Segelschiff, da ich darunter eher „Partymachen“ verstehe. Ich allerdings durfte Bratkartoffeln essen, obwohl diese zum Vegetarier-Menü gehörten, und das nenne ich schon Luxus. Im Gesamten kann ich es aber wirklich empfehlen, auf dem Atlantik Geburtstag zu feiern. Ich grüße von ganzem Herzen meine Familie und möchte mich noch mal für die lieben Worte und Briefe bedanken. Ich vermisse euch so sehr, aber ich habe euch jetzt immer in meinem Medaillon bei mir.
Melli

Grüße: TOP fürs nächste Team: Kollegiale Grüße vom atlantischen Rücken! –Robin
Liebe Grüße nach Hause und nette Kalte Tage von Vitus
Softschubibubi denkt an die ganze Einhornfamilie und knuddelt Wetcrazycandy. Und die Oma, die alle Manöver alleine fährt. Ich hab Spaß im Rigg und auf Wache, Stimmung ist gut.
Der Passat zeigt sich von der schönsten Seite , 03.12. 21:00, gut 5 Bft. von hinten und die Roald seit der Abfahrt in Teneriffa ohne eine einzige Stunde mit „Unterwasserbesan“ (Moto) geht in Richtung Rauschefahrt mit max 7,5 kn die Topen voll bestückt bis auf die beiden Royals, die zur Nacht schlafen gelegt und am Morgen von der 4-8 wieder ausgepackt werden… die Nacht ist noch lang mit 25 Grad mollig warm und der Wind soll noch mehr werden. … Liebe Grüße von Kurt, der nicht knurrt und nicht murrt… ;o) aber manchmal schnurrt ,o*… auch wenn den letzten Satz von den Schülern keiner glaubt , aber wie heißt es so schön… you can`t win them all… ;))