Erster Landgang

Datum: 17. Oktober 2015
Position: 51°13,5’N, 002°56,0’E
Etmal: 0 NM
Wetter: k. A.
von Fanny

Der erste richtige Hafentag begann mit einem „All-Hands“. Dabei wurde besprochen, wie bis zum Mittag das „Großreinschiff“ erledigt werden sollte, bei dem die Schüler wirklich jede einzelne Ritze im Schiff putzen mussten. Zudem wurden noch Schiffsarbeiten erledigt. Ich aber hatte Glück und wurde mit einem Sonderauftrag von Bord geschickt, denn ich durfte mit vier anderen Schülern den Smut beim Einkaufen begleiten. Wir zogen also morgens direkt los zum nächsten großen Supermarkt und packten drei Einkaufswagen bis zum Rand voll, wobei wir Schüler natürlich viel Spaß hatten. Bevor wir dann auf dem Rückweg noch beim Metzger vorbeischauten, gingen wir auf einen Kaffee noch einen kleinen Umweg (wir wollten ja rechtzeitig zum Ende des Reinschiffes zurück sein). Eigentlich hatten wir uns das, bei den Mengen die wir an Lebensmitteln tragen mussten, aber auch verdient.

Das Wetter in Ostende war leider bei starker Bewölkung und Nieselregen nicht sehr angenehm. Auch der Ort hat von dem, was wir bis jetzt gesehen haben mehr unschöne als freundliche Ecken. Jedoch fuhren wir dann mit der gesamten HSHS nach einem kleinen Mittagessen mit der Bahn nach Brügge, einem Ort der bei weitem schöner ist, jedoch somit auch voller Touristen. Trotzdem hatten wir alle einen sehr schönen Nachmittag, da wir in kleinen Gruppen den Ort erkundet haben, was eindeutig eine schöne Abwechslung vom Bordalltag war. Meine Gruppe hat sich den Bauch schön mit belgischen Fritten vollgestopft und viele haben die Gelegenheit natürlich genutzt, um endlich mal wieder nach Hause zu telefonieren oder sich einen Wifi-Hotspot zu suchen.

Als wir dann abends, eigentlich noch sehr satt, wieder zurück zum Schiff kamen, gab es schon wieder Abendessen, wobei sich unsere Mägen mit reichlich Miesmuscheln füllten. Nach dem Essen hielten wir Schüler dann unsere erste Schülerversammlung ab, was ohne richtige Planung sehr laut und anstrengend wurde. Am Ende waren dann trotzdem die Schülervertreter gewählt und der Abend wurde doch schön beendet. Auch ich fiel dann todmüde in meine Koje.
Fanny

P.S.: Ganz liebe Grüße natürlich an meine Familie, an meine Queens und die ganzen anderen lieben Leute!!
Svenja grüßt die ganze Familie (insbesondere Oma und Opa), das gesamte Lacrosseteam und alle, die noch mitlesen
Robin grüßt Bärbel, Benny, Adrian, Jenny & Oliver
Olivia grüßt die Familie und insbesondere auch alle meine lieben Freunde, für die ich vor der Abreise leider viel zu wenig Zeit hatte..
Vitus grüßt seine Familie und seine Freunde.

Land in Sicht

Datum: 16. Oktober 2015
Position: 51°24,1’N, 003°05,7’E
Etmal: 37 NM
Wetter: Wasser C, Luft C, Wind 2 Bft.
von Anton

Heute war einer der spannendsten Tage seit dem letzten Sonntag, der zum einen schon bei einigen in Vergessenheit geraten ist und andererseits schon gefühlt Monate hinter uns liegt. Erstmals konnten wir heute „ausschlafen“, was bedeutet, dass wir erst um halb acht geweckt wurden. Nach dem Frühstück hievten wir dann den Anker und nahmen Kurs Richtung Ostende. Gegen Nachmittag hieß es dann zum „All Hands“ an Deck kommen. Als ich, den Mittagsschlaf noch in den Augen, aus meiner Koje stieg, hörte ich plötzlich flatternden Lärm. Da wusste ich schon Bescheid, was uns an Deck erwarten würde. Ein Helikopter der belgischen Royal Navy schwebte über den Masten der Roald Amundsen.

Wir waren nun Teil einer Rettungsübung, bei der zwei Besatzungsmitglieder des Helikopters auf das Deckshaus abgeseilt wurden. KP, die Deckshand der Wache 1, nahm die beiden dort oben in Empfang und bot ihnen einen „Kuchen to fly“ an, den sie aber, wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen, ablehnten. Durch den Wind des Helikopters bekamen wir auch das erste Mal Salzwasser ins Gesicht. In einigen von uns weckte diese Übung den Traum, einmal als Marinehubschrauberpilot zu arbeiten, und sie war für uns alle ein Highlight. Dazu vielen Dank an Koene, der diese und die gestrige Übung organisiert hat. Um circa halb sechs liefen wir in Ostende ein, schleusten und machten fest. Unser erster Landaufenthalt kann jetzt beginnen! Zum ersten Mal wurden Handys und Taschengeld ausgeteilt, was bei manchen zu kleinen Freudeausbrüchen geführt hat.

Um einen Überblick über die Stimmung unter den Schülern zu bekommen bat uns unser scheidender Kapitän Michael, unsere Stimmungslage in Form von Wettererscheinungen zu beschreiben. Die Schilderungen reichten von langsam aufklarendem Sonnenaufgang über Augen von Stürmen bis zu Nebel und strahlender Sonne. Gerade sitzen wir in der Messe, spielen Karten und hören Tobis Gitarrenklängen zu. Die Stimmung auf der Roald ist ziemlich gut, aber wir sind etwas traurig, weil uns nun einige Crewmitglieder verlassen werden. Viele Grüße an Freunde und Familie und alle, die sich für unsere Reise interessieren!  
Anton