Das Kulturfest

Datum: 16. Januar 2016
Position: Longo Mai, Costa Rica
Etmal: –
Wetter: angenehm warm
von Josha

An diesem Morgen hätte es viele freudige Gesichter geben können, da es unser erster freier Vormittag nach 3 Monaten war. Doch da Sabine und mir Tage zuvor auf dem Weg zum Rancho aufgefallen ist, wie gedankenlos die Leute hier sind, da überall Müll herumliegt, haben wir entschieden eine Müllaufsammel-Aktion zu machen. Aufgrund dessen und anderer Gegebenheiten, die Sabine nicht sehr gut findet, wird sie nun liebevoll Miss Öko genannt. Die Aktion wurde geplant und für 10.30 Uhr angesetzt, so dass man doch wenigstens noch entscheiden konnte wann man denn aufstehen will. Nach der Zuteilung wer wo Müll sammeln darf sind wir in Gruppen los und haben uns nach 40 Minuten wieder getroffen, nachdem alle fertig waren. Dann kam die bis dato ungeklärte Frage auf, wie wir den Müll nun loswerden. Nach einem Gespräch mit einem der FsJ’ler (Freiwillige Helfer aus Deutschland) hier aus dem Dorf war es klar: Aino – die Antwort auf fast alle Fragen die man das Dorf betreffend haben kann. Man muss für jeden Müllsack, der abgeholt werden soll, 1.000 Colones zahlen (Ca. 2 €).

Nun hatten wir freie Zeit und sind mit ein paar an den Fluss gegangen, zum Baden und zum Abkühlen. Bei unserer üblichen Stelle war es relativ voll, also sind wir zu einer anderen Stelle gegangen. Diese wurden beide mit einem neuem handgebauten Staudamm ausgeschmückt, so dass mehr Wasser in dem Becken bleibt und es ein bisschen tiefer ist. Danach folgte das übliche Mittagessen, „Reis mit Scheiß“ wird es gelegentlich genannt, schmeckt mir persönlich aber sehr gut, denn in unserer Familie ist es so, dass es immer noch etwas dazu gibt wie einen Salat, Tortillas oder ähnliches. Ab 12:00 Uhr konnte man sich im „Rancho“ (Versammlungshalle) lokale Früchte, Kaffee und allerlei anderes kaufen. Doch bei den meisten war nur der Kaffee auf der Einkaufsliste. Insgesamt war der Markt auch nicht besonders groß.

Da es heute noch heißer zu sein schien als die Tage davor, das heißt so 34°C, hatten Felix und ich uns entschlossen nochmals zum Fluss zu gehen. Ausgestattet mit festen Schuhen und Kameras waren wir auf dem Sprung, da es nun nicht nur zum Baden ging sondern auch um ein bisschen Sport zu machen und dabei coole Aufnahmen zu schießen. Doch alle die wir gefragt haben hatten keine Lust oder waren anders beschäftigt, also haben wir das ganze auf morgen verschoben und sind doch normal Baden gegangen.

Das nächste Treffen war um 17:00 Uhr auf dem Spielplatz, wo wir Zeit hatten um unsere Beiträge fürs bevorstehende Kulturfest der Perfektion noch näher zu bringen, als sie es sowieso schon waren, was aber auch nicht bei allen der Fall war. Währenddessen ist Robin schon einmal die morgige Strecke von dem 5-Km Lauf gelaufen, um uns Tipps und Hinweise geben zu können. Um 19:00 begann dann das Dorffest und wir haben den Abend eröffnet mit dem „Cup-Song“ und zwei Sketches, das Highlight des Abends war die Feuershow von den Leuten aus dem Zirkus. Liebe Grüße
Josha

Vamos a la playa

Datum: 15. Januar 2016
Position: Longo Mai, Rancho
Etmal: –
Wetter: schon dunkel, aber trotzdem gut
von Jorge

Nach dem Frühstück schnell noch die Sachen zusammengepackt: Handtuch, Sonnencreme, ein paar Colones, Badesachen und eine Trinkflasche. Dann zu unserem Treffpunkt hochgejoggt und gewartet. Von irgendwo hört man irgendwen „Vamos a la playa“ singen, was zwar jeden Tag passiert, aber jetzt stimmt es heute ging es in die Stadt und danach zu unserem ersten Pazifikstrand, irgendwo zwischen Uvita und Dominical. Da die Schulkinder aus Costa Rica gerade ihre überlangen „Sommerferien“ genießen, standen bereits zwei Schulbusse bereit, um uns abzuholen. Als schließlich alle da waren, fuhren wir erst über etwas holprige Landstraßen und dann über Straßen, die von der Größe in Deutschland wohl Bundesstraßen wären, deren Seiten aber voll mit Restaurantes, Autowerkstätten und so genannten Sodas sind. Um etwa halb neun kamen wir in der Innenstadt von San Isidro an. In unseren kleinen Unterrichtsgruppen bummelten wir zusammen mit unseren Spanischlehrern durch die Straßen, was gar keine schlechte Idee war, denn ohne einen Ortskundigen hätten wir uns wohl niemals in den doch immer wieder recht gleich aussehenden Straßen zurechtgefunden. Auf unseren Einkaufzetteln stand (natürlich auf Spanisch) alles von neuen Flip-Flops, über Hängematten für die bevorstehenden Expis, bis hin zu Oreos und Sombreros. Die meisten Gruppen schauten dabei noch einmal bei der Post vorbei, um noch einige Nachzüglerpakete aus Deutschland abzuholen. Zum Essen kaufte sich unsere Gruppe eine extragroße Familienpizza (in drei Monaten gab es das auf dem Schiff nur ein Mal) und beeilte sich, um mit einem kleinen Abstecher bei Subway pünktlich zur Weiterfahrt am Bus zu sein.

Weiter ging es Richtung Süden und nach einigen Kämpfen zwischen Bergen, Bremsen und Getriebe kamen wir am Playa (dt. Strand) an. Die Sonne schien hier zu Mittag noch kräftiger als im Inland zu sein, weshalb sich alle auf das erfrischende Wasser freuten. Ich war nicht der einzige, den die hohen Wellen und das Wasser, das einem nach der Karibik ziemlich sandig vorkam, stark an die Nordsee erinnerte, auch wenn diese im Moment wahrscheinlich gut 20°C kälter sein dürfte und an den ostfriesischen Inseln etwas weniger Palmen herumstehen. Weiter ging es danach mit Fußball und Frisbee am Strand, und Ananas und Melone im Schatten. Um halb vier ging es zur letzten Station für heute: einem flachen Süßwasserfluss in der Nähe, um Salz und Sand loszuwerden. Während der letzten Busfahrt nach Hause begann es dann schon zu dämmern und viele dösten erschöpft ein bisschen vor sich hin. Nach dem Abendessen trafen wir uns noch einmal im Rancho (Versammlungshaus), um zu tanzen und zu singen, um für das morgen beginnende Dorffest zu üben. Viele Grüße
Jorge