Großer Aufbruch nach Vigo

Datum: 19. Oktober 2015
Position: 51°13,5’N, 002°56,0’E
Etmal: 0 NM
Wetter: k. A.
von Anton

Unser heutiger Morgen begann erst einmal ganz entspannt. Zuerst gab es wieder Schiffserhalt. Wir haben heute gelernt wie das Spleißen funktioniert. Ich habe deshalb sogar meine letzte Chance auf einen kurzen Landgang vergessen. Anschließend war ich mit Jakob auf der Obermars. Dort haben wir kontrolliert, ob die Zeiser zu kurz sind. Dies war bei vieren der Fall. Also haben wir diese ausgetauscht. Um sie in aller Ruhe wechseln zu können, habe ich mich in meinen Gurt gehängt. Da uns jetzt aber die Lust auf mehr erfasste, fragten wir unseren Toppsgasten, ob wir nicht bis ganz nach oben entern dürften – und wir durften. Also kletterten wir nach oben und genossen von dort die Aussicht. 
Nach einem köstlichen Mittagessen bereiteten wir uns auf das Auslaufen nach Vigo vor. Dazu mussten wir in einem All-Hands-Manöver verschiedene Arbeiten erledigen: Rahen umbrassen, sowie Fender und Leinen klarlegen. Nachdem das Schiff gedreht war, fuhren wir in die Schleuse, die uns vom Außenhafen trennte. Nach dem Absenken des Wasserspiegels auf Meereshöhe ging es los: Wir fuhren aus dem Hafenbecken hinaus in die offene Nordsee und verließen Oostende.

Nun übernahm meine Wache von vier Uhr bis acht Uhr. Wir waren fleißig, denn wir packten zuerst einmal das Vorstengestagsegel und den Außenklüver aus und setzten diese dann auch gleich. Danach folgte noch das Großstengestagsegel. Anschließend ging es an die Rahsegel. Wir packten zuerst im Vortopp die beiden Marssegel, sowie das Bram- und Focksegel aus. Dann nahmen wir uns das Großtopp vor, wo wir noch die beiden Marssegel und die Bram auspackten. Diese anstrengende Arbeit haben Robin und ich mit unseren an die Körper geschnallten GoPro-Kameras gefilmt. Schlussendlich wollten wir, aus Zeitgründen und weil wir eine nette Wache sind, der Folgewache auch noch etwas Arbeit übrig lassen. Deswegen setzten wir nur die vorderen beiden Marssegel, die Vorbram sowie die Großuntermars.
Anton

P. S.: Ich grüße zuerst mal meine gesamte Familie die das hier hoffentlich liest und natürlich auch alle Lietzer. Karo grüßt ihre Familie, Ulrike Wildenhof und alle die noch mitlesen. Mir gehts gut und ich hab euch lieb 🙂 LG von A. an L.

Zweiter Tag in Oostende

Datum: 18. Oktober 2015
Position: 51°13,5’N, 002°56,0’E
Etmal: 0 NM
Wetter: k. A. 
von Bene

Unser Morgen begann heute mit einem musikalischen „Weckruf“ mit Gitarre und Gesang. Danach gab es wie jeden Morgen ein herzhaftes und sehr leckeres Frühstück. Für unseren ersten Törnkapitän Michael und einen Teil der Stammcrew war es leider allerdings schon das letzte Frühstück mit uns. Schon kurz nach dem Essen verabschiedeten wir Michael mit musikalischer Begleitung, vielen Umarmungen und Händeschütteln. Trotzdem durften die Arbeiten an Bord nicht vernachlässigt werden, weshalb uns am Vormittag auch nicht langweilig wurde.

Im täglichen „All Hands“ am Mittag stellte sich uns unser neuer Kapitän Rainer vor. Ein wichtiges Thema war dabei der Wasserverbrauch, der zurzeit sehr hoch ist. Wir sollen uns in den folgenden Tagen überlegen, wie wir im Hinblick auf die vor uns liegenden Törnabschnitte bewusster mit unserem begrenzten Wasservorrat umgehen können. Vor allem das Proviantteam, in dem ich bin, ist in die Lösungssuche eingebunden. Anschließend fingen wir sofort mit den Schiffserhaltungsarbeiten an. Ich habe heute in der Gruppe von Karo mit Daniel E. gelernt, die Webeleinen an den Wanten zu erneuern. Puhh! Das war sehr anstrengend und nach mehr als einer Stunde hatten wir nur eine Webeleine ausgebessert. Aber mit einem erfreulichen Ergebnis: Karo war zufrieden und wir mussten es nicht noch mal wiederholen. Zwischenzeitlich kam auch die neue Stammcrew an, und es wurden die neuen Wachen zusammengestellt.

Als alle Arbeiten auf dem Schiff erledigt waren, durften wir noch einmal an Land. Diesmal nicht Brügge, sondern nach Ostende. Das war auch ein sehr schöner Ausflug, da heute in der Stadt Kirmes gefeiert wurde. Die Straßen waren sehr belebt und voll, doch man muss sagen, dass Brügge sehr viel sehenswerter und schöner ist. Nach einem tollen Nachmittag in der Stadt zeigte sich Belgien mit einem uns sehr bekanntem Wetter: Es nieselte mal wieder. Und da hat uns auch schon wieder der Abend erreicht, und ich sitze nun hier und schreibe meinen Tagesbericht. Viel habe ich nicht mehr zu sagen außer dass es mir riesigen Spaß hier macht, und dass ich mich schon wieder freue auf hoher See zu sein. Ich grüße meine Eltern und auch meine Großeltern und außerdem noch an alle meine Freunde und Bekannten zu Hause im schönen Bayern und auf Lietz,
Bene

P.S.: Helmut grüßt Hanne
LG von A. an L. <3
Robin grüßt Olli
Monkey grüßt Sheepy – Tq D